NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Börsen haben am Montag nach einem anfangs freundlichen Verlauf in die Verlustzone gedreht. Wie in Europa stehen laut Händlern auch an der Wall Street die bereits seit Monaten laufenden Verhandlungen über einen Schuldenerlass für Griechenland im Mittelpunkt. Nach anfänglicher Zuversicht, dass nun rasch eine Einigung mit den privaten Gläubigern Griechenlands gefunden werde, habe zuletzt wieder die Unsicherheit und Vorsicht der Anleger überwogen, hieß es. Die wirtschaftliche Entwicklung in Europa sei eher eine Quelle für stärkere Schwankungen an den Märkten statt für Stabilität.
Der Leitindex Dow Jones Industrial (DJIA) (Dow Jones) verlor nach vier Handelstagen im Plus 0,18 Prozent auf 12.698,11 Punkte. Der S&P 500 gab um 0,08 Prozent auf 1.314,31 Punkte nach. An der Technologiebörse Nasdaq sank der Composite-Index (NASDAQ Composite) um 0,12 Prozent auf 2.783,34 Punkte und der Auswahlindex Nasdaq 100 (NASDAQ 100) zeigte sich mit plus 0,03 Prozent auf 2.437,65 Punkte fast unverändert.
Im DJIA waren die Bankenwerte zwar weiter gefragt, ihren Spitzenplatz gaben die Papiere der Bank of America (BofA) (Bank of America) jedoch an den Chiphersteller Intel ab, dessen Aktien um 1,36 Prozent zulegten. Die BofA-Titel stiegen um 1,13 Prozent und die von JPMorgan (JPMorgan ChaseCo) gewannen 0,24 Prozent. Im S&P-100-Index drehten Goldman Sachs und Morgan Stanley sogar ins Minus und gaben um 0,56 Prozent respektive um 1,41 Prozent nach.
Die Titel von Research In Motion (RIM) (Research In Motion) waren aufgrund des Chefwechsels beim Blackberry-Hersteller mit minus 6,71 Prozent auf 15,86 US-Dollar Schlusslicht im Nasdaq 100. Der bisher für das Tagesgeschäft zuständige Thorsten Heins wird neuer Vorstandsvorsitzender, wie das Unternehmen am Sonntag mitgeteilt hatte. Heins löst das zuletzt heftig kritisierte Führungsduo Mike Lazaridis und Jim Balsillie ab. Allerdings betonte der Deutsche nun, dass er keinen Grund für einen "drastischen Wandel" im Unternehmen sehe, was Investoren enttäuschte. Auch Analysten äußerten sich eher skeptisch über die Neubesetzung des Chefpostens mit einem Mann aus den eigenen Reihen des Unternehmens.
Der US-Ölförderer-Dienstleister Halliburton verzeichnete im vierten Quartal wegen hoher Nachfrage in seinem Heimatmarkt einen Umsatz- und Gewinnschub. Die Aktie büßte dennoch 3,15 Prozent ein. Die Amerikaner streiten seit Längerem mit dem Ölkonzern BP darüber, wer die milliardenschweren Kosten der Katastrophe an der Ölplattform "Deepwater Horizon" zahlen muss, die vor anderthalb Jahren weite Teile der Küste am Golf von Mexiko verseucht hatte. Halliburton war für die Zementarbeiten am Bohrloch der explodierten Ölplattform zuständig. Über Monate strömten riesige Mengen Öl ins Meer und verseuchten große Teile der US-Küste. Die Aktien von Texas Instruments verloren vor der Veröffentlichung der Zahlen des Chipherstellers 1,37 Prozent auf 33,18 Dollar./ck/wiz