NEW YORK (dpa-AFX) - Sich verhärtende Fronten im Haushaltsstreit zwischen Demokraten und Republikanern haben am Donnerstag die US-Börsen belastet. Der Republikaner und Sprecher des Repräsentantenhauses, John Boehner, hatte gesagt, dass Präsident Barack Obama es mit den Ausgabenkürzungen nicht wirklich ernst meine. Der Leitindex
Dow Jones Industrial (
Dow Jones) verlor rund zwei Stunden vor Handelsschluss 0,47 Prozent auf 13.183,20 Punkte. Der
S&P 500 sank um 0,65 Prozent auf 1.419,18 Zähler. An der
Nasdaq büßte der Composite-Index (
NASDAQ Composite) 0,76 Prozent auf 2.990,86 Punkte ein und der Nasdaq 100 (
NASDAQ 100) verlor 0,90 Prozent auf 2.650,57 Punkte.
Es herrsche Unsicherheit wegen des "fiscal cliff", wie Kapitalmarktanalyst Tobias Basse von der NordLB sagte. Regierung und Opposition müssen bis Jahresende einen Kompromiss finden, ansonsten treten automatisch Etatkürzungen und Steuererhöhungen im Umfang von 600 Milliarden Dollar in Kraft. Die überwiegend positiven Konjunkturdaten fanden daher kaum Beachtung. Neben den erfreulichen wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe fielen laut Basse auch die Einzelhandelsumsätze "im Detail stark aus". Dabei verwies er insbesondere auf die Käufe von Autos und Elektronikartikeln.
Favorit im Dow waren die Aktien von Wal-Mart Stores mit plus 0,55 Prozent, die in den vergangenen zwei Tagen Schlusslicht im Leitindex gewesen waren. Am Ende des Kurszettels gaben die Anteilsscheine von Merck & Co. (Merck) um 1,58 Prozent nach.
Im S&P 500 rückten die Anteilsscheine von Sprint Nextel um 0,35 Prozent vor. Der drittgrößte US-amerikanische Mobilfunker will seine Tochter Clearwire 2,90 Dollar je Aktie oder insgesamt 2,1 Milliarden US-Dollar vollständig übernehmen. Die Übernahme will Sprint aus dem Arbeitskapital bestreiten. Sprint hält bisher etwa 51 Prozent an dem Datendienstleister. Der Löwenanteil der restlichen Aktien liegt bei einer Reihe von Unternehmen, weshalb Sprint die Tochter bislang trotz Mehrheitsbeteiligung nicht voll kontrollieren konnte. Die Clearwire-Titel sprangen um 14,18 Prozent auf 3,14 Dollar hoch.
Die Apple-Papiere (Apple) gaben im Nasdaq-Auswahlindex um 1,82 Prozent nach. Gemeinsam mit vier großen Verlagen einigte sich Apple mit der EU-Kommission über eine Lockerung der Preise für digitale Bücher. Aktuelle Verträge, bei denen die Verlage den Preis für E-Books bestimmten, werden laut EU-Kommission aufgelöst und Händler bekommen für mindestens zwei Jahre mehr Spielraum für Rabatte.
Die Google-Aktien gewannen 0,90 Prozent. Nach drei Monaten der Verbannung können Karten von Google wieder für iPhone und iPad genutzt werden. Google erhält eine eigene Karten-App./ck/she