NEW YORK (dpa-AFX) - Nach ihrem Fünfmonatshoch vom Vortag haben
Dow Jones Industrial (
Dow Jones) und
S&P 500 am Freitag schwächer tendiert. Belastend wirkten Spekulationen, wonach einige europäische Staaten unmittelbar vor der Abstufung ihrer Bonität durch die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) stehen. Der US-Leitindex verlor daraufhin am frühen Nachmittag (Ortszeit) 0,89 Prozent auf 12.359,50 Punkte. Der breiter gefasste S&P sank um 0,95 Prozent auf 1.283,17 Punkte. Auch an der Technologiebörse
Nasdaq ging es nach unten: Der Composite-Index (
NASDAQ Composite) büßte 0,87 Prozent auf 2.701,05 Punkte ein und der Auswahlindex Nasdaq 100 (
NASDAQ 100) gab um 0,79 Prozent auf 2.363,18 Punkte nach. Beide Indizes waren am Vortag auf das höchste Niveau seit November geklettert.
Vor allem der Verlust des Top-Ratings von Frankreich wäre ein Schlag in der nach wie vor lodernden Schuldenkrise. Denn dann könnte auch das "Triple-A" des Rettungsschirms EFSF wackeln. Darüber hinaus wurden in Finanzkreisen die beiden Euro-Schwergerichte Italien, denen am Vormittag erneut eine erfolgreiche Anleiheplatzierung gelungen war, und Spanien sowie Belgien und Portugal als mögliche Abstufungskandidaten genannt. Obendrein passte in die Mollstimmung, dass der internationale Bankenverband IIF die Gespräche mit Griechenland nach "nicht konstruktiven Antworten" vertagt hat. Eine unerwartet deutliche Aufhellung des von der Universität Michigan ermittelten Konsumklimas im Januar kam dagegen kaum an.
JPMorgan (JPMorgan ChaseCo) konnte mit der ersten Bilanz aus der US-Bankenbranche auch nicht für Beigesterung sorgen. Die Großbank hatte 2011 trotz Schuldenkrise und Abkühlung der Weltwirtschaft so viel wie noch nie verdient, mit einem Gewinnplus um neun Prozent auf knapp 19 Milliarden Dollar die Erwartungen der Experten aber nur gerade so erfüllt. Das Investmentbanking war im vergangenen Jahr abermals der größte Gewinnbringer gewesen. Enttäuschend waren dagegen die Erträge ausgefallen, die um rund fünf Prozent auf zirka 100 Milliarden Dollar gesunken waren. Experten hatten hier mit einem etwas geringeren Rückgang gerechnet. Die Aktien fielen um 3,55 Prozent an das Dow-Ende. Ein Aktienstratege in New York äußerte angesichts des schwierigen operativen Umfelds im vergangenen Jahr allerdings Unverständnis über die Enttäuschung.
In der kommenden Woche legen fast täglich weitere große US-Banken die Bilanzen ihrer Geschäftsentwicklung im Jahr 2011 vor. Auf der Agenda stehen die Zahlen von Citigroup , Goldman Sachs , und Morgan Stanley und auch die Bank of America .
Für deren Papiere ging es um 2,80 Prozent nach unten. Ihre milliardenschweren Verluste zwingen die Bank zu drastischen Maßnahmen. Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" ist das zweitgrößte US-Institut sogar bereit, sich bei einer Verschärfung der Probleme aus Teilen des Landes zurückzuziehen. Über Filialverkäufe könnte die Bank benötigtes Kapital einnehmen und die Kosten senken. Der Zeitung zufolge ist der mögliche Rückzug Teil eines Notfallplans, den die Bank of America bei der US-Notenbank Fed eingereicht hat./ag/he