NEW YORK (dpa-AFX) - Unsicherheit über ein womöglich vorzeitiges Ende der US-Anleihekäufe sowie teils schwache Konjunkturdaten haben am Donnerstag die US-Börsen belastet. Der
Dow Jones Industrial Average (DJIA) (
Dow Jones) verlor im späten Handel 0,62 Prozent auf 13.840,87 Punkte und weitete damit seine Vortagesverluste aus. Für den marktbreiten S&P-500-Index (
S&P 500) ging es um 0,93 Prozent auf 1.497,88 Punkte abwärts. An der Technologiebörse
Nasdaq verlor der Composite-Index (
NASDAQ Composite) 1,40 Prozent auf 3.120,09 Punkte. Der Auswahlindex Nasdaq 100 (
NASDAQ 100) büßte 1,38 Prozent auf 2.702,03 Punkte ein.
Das jüngste Sitzungsprotokoll der US-Notenbank hatte bereits am Mittwoch die Wall Street belastet, da offenbar weiter über ein früheres Ende des erst im Dezember beschlossenen Anleihekaufprogramms diskutiert wird. Zur weltweiten Verunsicherung trugen zusätzlich Warnungen der chinesischen Regierung vor einer Überhitzung am Immobilienmarkt bei.
Hinzu kam nun, dass die wöchtlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe überraschend gestiegen waren und sich das Geschäftsklima in der Region Philadelphia im Februar überraschend weiter eingetrübt hatte. "Dass der wohl wichtigste regionale Stimmungsindikator Nordamerikas regelrecht eingebrochen ist, war eine deutlich negative Überraschung", sagte Analyst Tobias Basse von der NordLB. Der Blick auf die Details sei dagegen aber nicht ganz so unerfreulich.
Unter den Einzelwerten standen vor allem die Anteilsscheine von Wal-Mart (Wal-Mart Stores) im Fokus. Der größte Einzelhändler der Welt hatte im Weihnachtsgeschäft Boden gut machen können und übertraf mit seinen Zahlen zum vierten Quartal 2012 die Erwartungen der meisten Analysten. Für das gerade angelaufene Geschäftsjahr zeigten sich die Amerikaner zudem optimistisch, auch wenn der Konzern für das erste Quartal einen geringeren Gewinnanstieg als von Analysten erwartet prognostizierte. Die Aktie sprang mit plus 1,95 Prozent an die Spitze im Leitindex Dow.
Schwächster Wert war das Papier der Bank of America mit minus 3,64 Prozent und auch Goldman Sachs und Morgan Stanley büßten jeweils mehr als drei Prozent ein. JPMorgan (JPMorgan ChaseCo) sanken um 1,44 Prozent. Allesamt litten vor allem unter Sorgen über ein vorzeitiges Ende der Anleihekäufe durch die Fed.
Home Depot (Home Depot) verloren nach einer Abstufung durch Stifel Nicolaus 3,03 Prozent. Das Analysehaus hatte das Anlageurteil für die Baumarktkette, die in der kommenden Woche Quartalszahlen vorlegen wird, von "Buy" auf "Hold" gesenkt.
Die Fusionspläne der Ölkonzerne Linn Energy und Berry Petroleum fanden bei den Anlegern Anklang. Linn will den kleineren Konkurrenten Berry für insgesamt 4,3 Milliarden US-Dollar - inklusive Schulden - übernehmen. Linn stiegen daraufhin um 1,83 Prozent und Berry sprangen um 17,13 Prozent hoch. Die Aktien von Verifone Systems (VeriFone Systems) brachen dagegen außerhalb der großen Indizes um 42,68 Prozent ein. Der Spezialist für elektronische Bezahllösungen verfehlte mit seiner Prognose für das zweite Geschäftsquartal die Analystenschätzungen deutlich./ck/he