NEW YORK (dpa-AFX) - Erneut aufgeflammte Sorgen vor einem Scheitern der Sanierungsbemühungen in Griechenland haben am Freitag die US-Börsen belastet. Dass die rechtspopulistische Partei LAOS dem Sparpaket nicht zustimmen will, ließ Zweifel an der Reformfähigkeit des vor der Pleite stehenden Eurolandes aufkommen. Zudem hatte sich das von der Universität Michigan ermittelte Konsumklima im Februar stärker als erwartet eingetrübt, was zusätzlich auf die Stimmung der Anleger drückte.
An der Wall Street fiel der Dow Jones Industrial (Dow Jones) um 0,96 Prozent auf 12.766,53 Punkte. Der S&P 500 gab um 0,82 Prozent auf 1.340,82 Punkte nach. An der Technologiebörse Nasdaq sank der Composite-Index (NASDAQ Composite) um 0,75 Prozent auf 2.905,15 Punkte. Der Nasdaq 100 (NASDAQ 100) büßte 0,67 Prozent auf 2.546,63 Punkte ein.
Auslöser für die Zweifel war die Ankündigung der kleinsten an der griechischen Regierung beteiligten Partei LAOS, dem vereinbarten Sparpaket die parlamentarische Zustimmung zu verweigern. "Nach unbestätigten Meldungen haben vier Minister der LAOS-Partei dem Regierungschef Papademos bereits ihren Rücktritt angeboten. Politische Verantwortung sieht anders aus.", kommentierte Marktanalyst Gregor Kuhn von IG Markets. Auch die stellvertretende Außenministerin Marilisa Xenogiannakopoulou trat inzwischen von ihrem Posten zurück.
Die aus IWF, EZB und EU bestehende Troika fordert von den drei Regierungsparteien die verbindliche Zusage, das Sparpaket auch nach einer Neuwahl mitzutragen und entsprechend umzusetzen. Ohne diese schriftliche Zusage bleibt das zweite Hilfspaket im Wert von 130 Milliarden Euro auf Eis, womit Griechenland de fakto pleite wäre. Kuhn: "Die Aktienmärkte quittieren die hellenische Rolle rückwärts mit erhöhtem Abgabedruck."
Unter den Bankaktien büßten Bank of America und JPMorgan (JPMorgan ChaseCo) jeweils 1,2 Prozent ein. Citigroup gaben im S&P-100-Index um 2,4 Prozent und Morgan Stanley um 3,2 Prozent nach.
Die Intel-Papiere (Intel) sanken um 1,01 Prozent auf 26,59 US-Dollar. Der weltgrößte Chiphersteller kann einen mehr als zweijährigen Wettbewerbs-Streit in den USA zu den Akten legen. Die New Yorker Generalstaatsanwaltschaft hatte Intel im November 2009 verklagt und dem Unternehmen vorgeworfen, sich durch illegale Rabatte und Bestechungszahlungen einen Vorteil in der Computerbranche verschafft zu haben - zum Nachteil kleinerer Rivalen wie Advanced Micro Devices (AMD) . Intels Prozessoren stecken in vier von fünf PCs. AMD büßten 2,76 Prozent auf 7,04 Dollar ein.
Die Kosten für die geplatzte Fusion mit der Deutschen Börse (Deutsche Boerse) hatten den Gewinn des amerikanisch-europäischen Konzerns NYSE Euronext (NYSE Group) im vierten Quartal geschmälert. Unter dem Strich war der Überschuss in den letzten drei Monaten des Jahres von 135 auf 110 Millionen US-Dollar gesunken. Für das Gesamtjahr wies der Börsenbetreiber aber einen Umsatz- und Gewinnanstieg aus. Die Titel legten um 3,68 Prozent auf 28,71 Dollar zu./ck/he