WARSCHAU/PRAG/BUDAPEST (dpa-AFX) - Die wichtigsten osteuropäische Börsen haben am Dienstag im freundlichen Börsenumfeld zugelegt. Stützend wirkte insbesondere, dass die US-Ratingagentur Fitch mitgeteilt hatte, eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit Frankreichs in diesem Jahr sei unwahrscheinlich.
An der Prager Börse legte der Leitindex PX um 1,41 Prozent auf 897,9 Zähler zu. Im Einklang mit dem europäischen Branchentrend gehörten Bankentitel zu den Favoriten. So stiegen Erste Group um 2,46 Prozent auf 320,60 Kronen und Komercni Banka verteuerten sich um 3,02 Prozent auf 3.245,00 Kronen.
Gut gesucht waren auch die Papiere der AAA Auro Group, die nach starken Verkaufszahlen mit einem Plus von 1,36 Prozent bei 17,94 Kronen aus dem Handel gingen. Der Gebrauchtwarenhändler konnte im Vorjahr insgesamt 44.828 Gebrauchtwagen absetzen; ein Jahresanstieg von 13,4 Prozent. An ihre kräftigen Vortagesgewinne knüpften Ceske Energeticke Zavody (CEZ) (CEZ AS) mit plus 0,63 Prozent auf 798,00 Kronen an. Medienberichten zufolge wird der Energieversorger 2012 rund 7,5 Milliarden Kronen (290 Millionen Euro) in den türkischen Markt investieren.
Bei den Verlierern blieben die Kursbewegungen moderat. So fielen etwa Philip Morris um 1,04 Prozent auf 11.950,00 Kronen und Papiere der Vienna Insurance Group (VIG) büßten 0,13 Prozent auf 777,10 Kronen ein.
Der ungarische Leitindex BUX befestigte sich um 2,40 Prozent auf 17.068,69 Punkte, nachdem er tags zuvor bereits um über drei Prozent angesprungen war. Die Aufmerksamkeit der Anleger lag weiter auf der schwierigen Budgetsituation in Ungarn. So ist der Chef des staatlichen Budgetrates, Zsigmond Jarai, einen Tag nach Bekanntwerden des explodierenden Budgetdefizits zurückgetreten.
Zudem hat Ungarn die Gespräche mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über eine neue Kreditlinie am gestrigen Montag aufgenommen. Premier Viktor Orban zufolge werde jeder Kredit akzeptiert, der Ungarn hilft, sich über die Märkte zu finanzieren. Über das benötigte Kreditvolumen gibt es derzeit Schätzungen von 10 bis 20 Milliarden Euro.
Wie auch an den wichtigsten europäischen Handelsplätzen wurde der BUX vor allem von den Bankwerten nach oben gezogen. Nach dem kräftigen Kursplus vom Vortag legten OTP Bank (Orságos Takar És Ker BK ON) weitere 3,63 Prozent zu auf 3.220 Forint. FHB Land Credit & Mortgage Bank verteuerten sich um 2,20 Prozent auf 464 Forint. Unter den weiteren Schwergewichten rückten MTelekom um 1,77 Prozent vor auf 515 Forint, während sich Magyar Olay es Gazipari (Mol) um 3,75 Prozent auf 17.400 Forint verteuerten. Unter den wenigen Verlierern waren Richter Gedeon mit einem Minus von 0,27 Prozent auf 35.800 Forint.
Am polnischen Aktienmarkt ging der Leitindex WIG-20 mit einem Plus von 0,53 Prozent auf 2.138,06 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste WIG-Index (WIG) stieg um 0,72 Prozent auf 37.608,68 Punkte. Die Zugpferde des WIG-20 waren insbesondere im Rohstoffsektor zu finden. Aber auch vereinzelte Bankwerte trugen zum Kursplus bei.
An der Spitze des polnischen Leitindex schlossen die Titel des Öl- und Gaskonzerns Polski Koncern Naftowy Orlen (PKN ORLEN) um 3,10 Prozent fester bei 34,60 Zloty, gefolgt von den Aktien des Bergbauunternehmens KGHM Polska Miedz (KGHM Polska Miedź) mit plus 2,61 Prozent auf 114,00 Zloty. Bei den Banken verteuerten sich Bank Pekao um 1,96 Prozent auf 140,40 Zloty und PKO Bank stiegen um 1,29 Prozent auf 31,40 Zloty. Bank Handlowy büßten hingegen 3,11 Prozent auf 67,05 Zloty ein. /teo/APA/ag