WARSCHAU/PRAG/BUDAPEST (dpa-AFX) - Die wichtigsten osteuropäischen Aktienmärkte haben am Montag zugelegt und haben sich damit der Tendenz in Westeuropa angeschlossen. Bankenwerte gehören auch dort zu den stärksten Werten. Die Zuversicht, dass in Kürze ein Kompromiss zwischen der griechischen Regierung und der Finanzbranche über einen Schuldenerlass Griechenlands bekannt gegeben werden dürfte, wächst. Zudem wird auf eine Erleichterung der Kapitalregeln für Banken (Basel III) gehofft.
In Prag stieg der Leitindex PX zum vierten Mal in Folge und legte um 2,32 Prozent auf 957,00 Zähler zu. Das Zugpferd im PX waren Erste Group: Die im Leitindex schwer gewichteten Papier sprangen um 12,11 Prozent auf 425,00 Euro nach oben. Marktteilnehmer verwiesen zum einen auf den insgesamt starken europäischen Bankensektor und zum anderen auf die heutige Tilgung der dritten Bankanleihe, die im Jahr 2009 mit einer Garantie der Republik Österreich begeben worden war. Händlern zufolge weist die Tilgung auf eine besser als erwartete Finanzlage der Bank hin. Komercni Banka stiegen um 1,09 Prozent auf 3.538,00 Kronen. Schwächster Wert im PX waren hingegen New World Resources (NWR) mit minus 1,70 Prozent auf 144,50 Kronen.
In Budapest stieg der Leitindex Bux (BUX) um 0,89 Prozent auf 19.018,87 Punkte, nachdem er bereits die vergangenen zehn Sitzungen zugelegt hatte. Weiter im Blick stand in Ungarn der Konflikt mit der EU. Laut einer Sprecherin der europäischen Kommission wird erwartet, dass sich der ungarische Regierungschef Victor Orban auf dem am Dienstag stattfindenden Treffen mit Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso kooperationsbereit zeigen wird. Es wird um die von der EU geforderten Gesetzesänderungen bezüglich der Unabhängigkeit der ungarischen Zentralbank und der Justiz gehen. Diese sind eine Vorbedingung für einen neuen Milliarden-Kredit für das finanziell angeschlagene Ungarn.
Dem europäischen Branchenumfeld folgend legten die Bankenpapiere am stärksten zu. Allen voran stiegen OTP Bank (Orságos Takar És Ker BK ON) um 3,35 Prozent auf 3.944 Forint und FHB Land Credit & Mortgage Bank verteuerten sich um 2,65 Prozent auf 520 Kronen. Weniger bewegt zeigten sich hingegen die weiteren Schwergewichte im BUX: So schlossen etwa Magyar Olay es Gazipari (Mol) mit 0,26 Prozent im Plus bei 19.250 Forint, während MTelekom unverändert bei 555 Forint schlossen.
Der polnische Leitindex WIG-20 gewann 0,21 Prozent auf 2.265,75 Einheiten. Der breiter gefasste Wig-Index (WIG) stieg um 0,36 Prozent auf 39.660,19 Punkte. Für Aufmerksamkeit habe vor allem die Wachstumsprognose (BIP) des polnischen Finanzministeriums gesorgt, hieß es am Markt. Demnach dürfte 2011 die Wirtschaft um 4,2 Prozent gewachsen sein. Für 2012 wird ein Wachstum von 2,5 Prozent erwartet. Ältere Schätzungen waren noch von einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um lediglich 3,2 Prozent im Vorjahr ausgegangen. Für 2012 war sogar ein einprozentiger BIP-Rückgang erwartet worden.
Stärkster Wert im WIG-20 waren Bogdanka, die um 4,64 Prozent auf 115,00 Zloty zulegten. Der Kohleförderer hat mit dem Kraftwerksbetreiber Elektrownia Kozienice einen Liefervertrag im Wert von über 11,2 Milliarden Zloty unterzeichnet. Der Vertrag hat eine Laufzeit von 20 Jahren. Unter den Bankenwerten stiegen PKO Bank um 2,58 Prozent auf 34,16 Zloty und BRE Bank gewannen 3,30 Prozent auf 282,00 Zloty. Bank Handlowy schlossen hingegen 1,42 Prozent tiefer bei 69,50 Zloty. Mit Kursverlusten gingen auch PGNiG aus dem Handel. Sie fielen um 1,27 Prozent auf 3,90 Zloty. Der Öl- und Gaskonzern veröffentlichte erste operative Zahlen für das Geschäftsjahr 2011./teo/APA/ck