BUDAPEST/MOSKAU/PRAG/WARSCHAU (dpa-AFX) - Die wichtigsten Börsen Osteuropas haben sich am Donnerstag uneinheitlich entwickelt. Schwache Konjunkturdaten drückten nur in Prag und Budapest auf die Stimmung. So war die tschechische Volkswirtschaft auch im dritten Quartal nicht aus der Rezession herausgekommen und schrumpfte im Jahresvergleich um 1,5 Prozent. In Ungarn war die Wirtschaftsleistung im dritten Jahresviertel im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 Prozent gesunken.
An der Warschauer Börse stieg der Leitindex Wig-20 um 0,21 Prozent auf 2.371,77 Zähler. Der breiter gefasste Wig-Index (WIG) rückte um 0,05 Prozent auf 43.845,94 Punkte vor. Die Titel von Asseco Poland gewannen 4,63 Prozent auf 42,90 Polnische Zloty. Der Softwarehersteller hatte die Markterwartungen bei Umsatz und Gewinn im dritten Quartal übertroffen. Boryszew gaben um 1,89 Prozent auf 0,52 Zloty nach. Die Industriegruppe hatte im dritten Geschäftsquartal kräftige Rückgänge beim Nettogewinn und beim Betriebsergebnis verzeichnet. Die Analystenschätzungen wurden verfehlt.
In Budapest sank der Leitindex Bux (BUX) um 1,79 Prozent auf 18.138,14 Punkte. Egis stiegen um 1,13 Prozent auf 16.990 Ungarische Forint. Die Quartalszahlen des Pharmakonzerns hatten zwar enttäuscht, das Jahresergebnis aber in etwa die Erwartungen der Analysten getroffen. Um 5,45 Prozent auf 38.400 Forint ging es hingegen für die Titel des Branchenkollegen Richter Gedeon nach unten. Marktteilnehmer begründeten den Kurssturz mit der Nachricht, dass das Unternehmen bis Ende November aus dem MSCI Hungary Index fallen soll. Die Aktien von OTP Bank (Orságos Takar És Ker BK ON) gaben um 0,62 Prozent auf 4.140 Forint nach, obwohl die Quartalszahlen der größten ungarischen Bank besser als erwartet ausgefallen waren. Als Grund für die Zurückhaltung der Anleger bei den OTP-Papieren verwiesen Analysten auf das unsichere politische und regulatorische Umfeld.
An der Prager Börse büßte der Leitindex PX 0,51 Prozent auf 969,35 Punkte ein. Für die Anteilsscheine des Energieversorgers Ceske Energeticke Zavody (CEZ) (CEZ AS) ging es um 1,11 Prozent auf 692,20 Tschechische Kronen nach unten. Ebenfalls im Minus schlossen Telefonica C.R. Sie sanken um 1,36 Prozent auf 355,00 Kronen. Die größten Verluste im Leitindex verzeichneten aber NWR mit minus fünf Prozent auf 76,00 Kronen, nachdem die Papiere des Bergbaukonzerns am Vortag nach der Vorlage von Geschäftszahlen noch um 3,64 Prozent nach oben geklettert waren. Kursgewinne verzeichneten hingegen Unipetrol mit plus 1,20 Prozent auf 169,00 Kronen sowie Komercni Banka mit einem Aufschlag von 0,92 Prozent auf 3.820,00 Kronen.
Der RTS-Interfax-Index (RTS) in Moskau stieg um 1,06 Prozent auf 1.381,58 Punkte./teo/APA/mis/he