WARSCHAU/PRAG/BUDAPEST (dpa-AFX/APA) - Nach den deutlichen Vortagsgewinnen haben die wichtigsten osteuropäischen Börsen am Dienstag uneinheitlich geschlossen. Gewinnen in Warschau und Prag standen Abschläge am Budapester Aktienmarkt gegenüber. In Warschau stieg der Leitindex Wig-20 um 0,46 Prozent auf 2.204,27 Punkte und damit weniger stark als zum Wochenbeginn. Der breiter gefasste Wig-Index (
WIG) ging 0,38 Prozent höher bei 38.463,72 Punkten aus dem Handel. Mit Zuwächsen um 5,56 Prozent auf 260,00 Zloty setzten sich die Bankenwerte BRE an die Spitze des Wig-20. Unter den übrigen Bankenwerten verteuerten sich PKO um 0,39 Prozent auf 33,30 Zloty, während Bank Pekao um 0,34 Prozent auf 144,50 Zloty nachgaben. KGHM Polska Miedz (
KGHM Polska Miedź) gingen als meistgehandelter Wert mit einem Minus von 1,36 Prozent auf 116,30 Zloty aus dem Handel. Am Vortag war die
Aktie des Minenunternehmens noch 6,6 Prozent in die Höhe geklettert, nachdem sich der polnische Schatzminister Mikolaj Budzanowsk für eine Revision der geplanten Steuer für Kupfer- und Silberproduzenten ausgesprochen hatte mit der Begründung, diese sei im internationalen Vergleich zu hoch. Die Experten von KBC Securities gehen davon aus, dass sich die Steuerdebatte noch über die nächsten Tage hinziehen werde, wie sie in einem Kommentar schreiben. Der Ausgang sei schwierig zu prognostizieren, zumal die endgültige Entscheidung auf höchster Regierungsebene getroffen werden dürfte, heißt es weiter. KGHM selbst sieht einem Unternehmensstatement zufolge ein beträchtliches Risiko, die Steuer könnte im Fall sinkender Rohstoffpreise die Finanzergebnisse negativ belasten, sollte sie tatsächlich in der aktuell vorgeschlagenen Form eingeführt werden. An der Prager
Börse gewann der Leitindex
PX 1,15 Prozent auf 934,3 Punkte dazu. Das Volumen belief sich auf rund 0,96 (zuletzt: 0,38) Milliarden tschechische Kronen. Damit schloss sich der Handelsplatz dem europäischen Umfeld an, das sich ebenfalls freundlich präsentierte. Händlern zufolge blieb die Aktivität der Anleger aber auch am zweiten Handelstag im neuen Jahr niedrig. Konjunkturseitig stand in Tschechien die Veröffentlichung des Budgetdefizits für das Jahr 2011 auf der Agenda. Dieses fiel mit 142,8 Milliarden Kronen höher aus als die im Gesetz festgelegten 135 Milliarden Kronen. Das sei auf verspätete oder gestoppte EU-Subventionen in Höhe von 12,8 Milliarden Kronen zurückzuführen, erklärte Finanzminister Miroslav Kalousek. Ohne diesen Umstand würde das Budget mit einem Defizit in Höhe von 130 Milliarden Kronen abgeschlossen. Gestützt wurde der Prager Aktienmarkt von den Zugewinnen im Bankensektor. Komercni Banka rückten um 1,48 Prozent auf 3.435,00 Kronen vor und die
Aktien der Erste Group (
Erste Group Bank) zogen als einer der stärksten Werte um 2,09 Prozent auf 366,50 Euro nach oben. Im Versicherungssektor gingen Vienna Insurance Group (VIG) unverändert bei 815,00 Kronen aus dem Handel Die Titel des Versorgers Ceske Energeticke Zavody (CEZ) (
CEZ AS) stiegen um 1,25 Prozent auf 800,90 Kronen. Die Nachrichtenagentur CTK verwies auf Aussagen von CEZ-Chef Daniel Benes, wonach er trotz einer unvorteilhaften Entwicklung an den globalen Märkten im angebrochenen Jahr mit besseren Jahresergebnissen als 2011 rechne. Im sonst mehrheitlich freundlichen europäischen Umfeld schloss Budapest indes im Minus. Der ungarische Leitindex Bux (
BUX) sank bis zum Handelsschluss um 0,88 Prozent auf 16.989,98 Punkte. Das Handelsvolumen belief sich auf 12,41 (Vortag: 2,1) Milliarden Forint. Die Agentur MTI-ECONEWS verwies als Belastungsfaktor auf einen - seitens des Wirtschaftsministeriums mittlerweile dementierten - Internet-Bericht, wonach es Regierungspläne zum Verkauf von bei der Zentralbank einliegenden Fremdwährungsreserven mit dem Ziel der Stärkung der Wirtschaft gebe. Unter den im Bux gelisteten Werten führten die schwergewichtigen Papiere des Ölkonzerns Magyar Olay es Gazipari (Mol) mit einem Minus von 2,88 Prozent auf 17.195 Forint die Verliererliste an. Kräftige Abschläge mussten auch die Telekomtitel Magyar Telekom (
Magyar Telekom Telecommunications) mit einem Minus von 2,30 Prozent auf 509 Forint hinnehmen. Im Pharmasektor gaben Egis um 1,27 Prozent auf 17.395 Forint nach, während Richter Gedeon gegen die negative Grundtendenz 1,74 Prozent auf 34.950 Forint nach oben zogen. Unter den Bankenwerten büßten FHB Land Credit & Mortgage Bank 1,68 Prozent auf 467 Forint ein, OTP Bank (
Orságos Takar És Ker BK ON) rückten indes um 0,58 Prozent auf 3.259 Forint vor./ana/APA/gl