WARSCHAU/PRAG/BUDAPEST (APA/dpa-AFX) - Die wichtigsten osteuropäischen Aktienmärkte haben am Freitag mit Verlusten geschlossen. Erneut gestiegene Ängste vor einem Scheitern der Sanierungsbemühungen in Griechenland hätten die Stimmung deutlich belastet, hieß es aus dem Handel. Im Verlauf des Nachmittags hatten Berichte, denen zufolge die rechtspopulistische Partei LAOS dem Sparpaket nicht zustimmen will, für Aufmerksamkeit gesorgt. Spekulationen um eine mögliche Umbildung der Regierung kursierten am Markt, hieß es. Zuletzt sei nun Medienberichten zufolge die stellvertretende Außenministerin Marilisa Xenogiannakopoulou von ihrem Posten zurückgetreten. Zudem waren aktuelle Konjunkturdaten aus den USA hinter den Erwartungen zurückgeblieben, sorgten aber Marktbeobachtern zufolge kaum für Bewegung.
In Prag sank der Leitindex PX deutlich um 3,41 Prozent auf 990,8 Einheiten. Das Handelsvolumen belief sich auf 1,55 Milliarden (zuvor: 1,22 Milliarden) Kronen. Unter den Bankwerten brachen Erste Group (Erste Group Bank) um 6,88 Prozent auf 465,80 Kronen ein. Komercni Banka verringerten sich um 2,91 Prozent auf 3.606 Kronen. Der Minenwert NWR sackte um 5,16 Prozent auf 152,5 Kronen ab.
In Budapest verlor der Bux (BUX) 2,19 Prozent auf 19.026,82 Einheiten. Das Handelsvolumen lag bei 12,30 (Vortag: 17,26) Milliarden Forint. In einem europäischen Branchenvergleich zeigte sich der Bankensektor besonders stark unter Druck. OTP Bank (Orságos Takar És Ker BK ON) verzeichneten einen kräftigen Abschlag von 2,09 Prozent auf 3.975 Forint. FHB Land Credit & Mortgage Bank sanken deutlich um 2,90 Prozent auf 501 Forint. Unter den Pharmawerten büßten zudem Richter Gedeon knapp fünf Prozent auf 37.150 Forint ein. Egis verloren 1,04 Prozent bei 16.575 Forint. In Warschau sank der Leitindex WIG-20 um 1,66 Prozent auf 2.324,97 Einheiten und der breiter gefasste Wig-Index (WIG) verlor 1,37 Prozent auf 41.219,43 Punkte. Der staatlich kontrollierte, größte polnische Energieversorger PGE will seine Investitionen in den kommenden Jahren deutlich steigern und dabei langfristig auf Atomkraft setzen. Das geht aus der Strategie des Unternehmens für die Jahre 2012 bis 2035 hervor. Demnach will PGE 330 Milliarden Zloty (78,6 Milliarden Euro) bis 2035 investieren und die Gesamtleistung der Kraftwerke von heute 13,1 Gigawatt auf 21,3 Gigawatt steigern. PGE gingen 0,40 Prozent schwächer auf 20,02 Zloty aus dem Handel.
Bankenwerte zeigten sich an der Warschauer Börse dem europäischen Trend gemäß besonders schwach. Bank Pekao sackten um 3,21 Prozent auf 157 Zloty ab. BRE Bank verloren 1,10 Prozent auf 2,88 Zloty./spe/APA/ck