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15.11.2012 12:12

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Absolute Sauerei

Apple zu myNews hinzufügen Was ist das?


Die Angst vor Armut geht um in Europa: In Griechenland rutschen immer größere Bevölkerungsgruppen ins Elend.

In Spanien droht eine ähnliche Entwicklung, wenn das Land unter den Rettungsschirm ESM flüchtet und zu drastischen Sparmaßnahmen gezwungen wird. Während die Mittelschicht ins soziale Abseits gedrängt wird, dürfen sich einige Großkonzerne die Taschen füllen. So zahlt Apple laut einem Pressebericht für seine Tätigkeit in Europa weniger als zwei Prozent Steuern. Bei Google und Microsoft fallen die Steuerquoten ähnlich niedrig aus. Dabei wären die US-Schwergewichte durchaus in der Lage, zur Staatsfinanzierung beizutragen. Alleine Apple wies im letzten Finanzbericht ein Cash-Polster von unglaublichen 120 Milliarden Dollar aus. Auch die beiden Softwarekonzerne gelten nicht unbedingt als Pleitekandidaten. Es ist eine absolute Sauerei, dass die Politik auf der einen Seite breite Bevölkerungsschichten wie eine Zitrone auspresst und gleichzeitig hirnrissige Steuergesetze fabriziert, die einzelne Gruppen aus ihren Verpflichtungen für die Gesellschaft entlassen.

Falsches Konzept

In Deutschland sind die Staatskassen noch nicht ganz so leer wie im Rest Europas. Dennoch hat die SPD vorsorglich schon einmal angekündigt, dass sie sich bei einem Wahlsieg 2013 die „Gutverdiener“ vorknöpfen und von ihnen mehr Steuern eintreiben will. Das Grundprinzip ist richtig, die Umverteilung von oben nach unten muss verbessert werden. Das vorgeschlagene Konzept ist aber untauglich, weil die Mehreinnahmen vor allem über höhere Steuersätze erreicht werden sollen. Damit trifft man den Mittelstand, der in Deutschland als Motor für die Wirtschaft gilt.

Leistungsfördernd sind solche Pläne nicht: Warum sollte man als Firmenchef neue Arbeitsplätze schaffen, wenn der Staat sich die zusätzlichen Erträge unter den Nagel reißt. Und solange das deutsche Steuerrecht so löchrig ist wie ein Schweizer Käse, werden die Superreichen unbehelligt bleiben, weil sie sich arm rechnen können: Selbst 100 Prozent von Nichts bleibt Nichts.

Alte Pläne umsetzen

Viel besser wäre es, Pläne aus der Vergangenheit wieder aufzugreifen.

Bereits 2003 hatten sich SPD und CDU zusammengesetzt und eine Streichliste für Subventionen vorgelegt. Ein paar Punkte davon wurden umgesetzt (etwa die Abschaffung der Eigenheimzulage), der Großteil blieb aber offen. Erarbeitet haben die Streichliste übrigens der damalige hessische Ministerpräsident Roland Koch und Peer Steinbrück – aktueller Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten.

Wolfgang Braun ist Chefredakteur der „Aktien-Strategie“ (früher Global Performance). Der seit 1999 erscheinende Börsenbrief hat sich auf deutsche Wachstums-Aktien spezialisiert. Dank einer ausgefeilten und bewährten Anlagestrategie schlägt das Musterdepot die Vergleichsindizes deutlich. So schaffte das Depot seit seiner Auflegung im März 1999 eine durchschnittliche jährliche Performance von rund 15 Prozent - obwohl in diesen Zeitraum der dramatische Niedergang des Neuen Marktes sowie die Finanzkrise 2008 fällt. Weitere Informationen unter www.aktien-strategie.de

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Kommentare zu diesem Artikel

KarajaM schrieb:
15.11.2012 12:41:46

Soll die Wirtschaft mitzahlen oder nicht? Tun Sie doch nicht, als ob der Mittelstand zahlen müsste, wenn man den Konzernen an die Börse will. Schließlich kann man das regeln wie es sinnvoll ist. Sicher ist, zahlen die Wohlhabenden, nicht bald mit Ihren Euros, dann wird bald mit Ihrem Blut gezahlt!

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