24.01.2013 09:39
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Der Blick voraus

Verdächtig häufig liest man aktuell in den Medien, dass das wirtschaftliche Umfeld viel zu schlecht sei, um den Börsenaufschwung noch zu rechtfertigen.
Die Pessimisten glauben, dass einzig die Druckerpressen der Notenbanken die Kurse oben halten. Versiegt der Liquiditätsfluss, drohen demnach herbe Einbußen. In der Aktien-Strategie teilen wir diese Meinung nur teilweise. Wir argumentieren ebenfalls, dass der Anlagenotstand ein wichtiger Aspekt für steigende Aktienkurse ist – aber nicht der einzige.

Unterbewertung aufgeholt

So haben wir in unserem Börsenbrief auch stets auf die äußerst günstigen Bewertungen von Aktien hingewiesen. Bis vor kurzem lag das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) im DAX unter 1,5 und damit unter dem historischen Mittel. Aktien haben bis zuletzt einfach ihre Unterbewertung abgebaut, die sich durch die seit der Jahrtausendwende dauernde Berg-und Talfahrt ergeben hatte. Nachdem der DAX sein faires Niveau wieder erreicht hat (zumindest nach KBV), muss aber nicht Schluss sein. Die Börsen blicken schließlich voraus. Und Frühindikatoren wie die ZEW-Konjunkturerwartungen oder der ifo-Index zeigen für die deutsche Wirtschaft eine Belebung an. Auch aus den Krisenländern der Eurozone gibt es vermehrt positive Signale (man denke nur an die deutlich gefallenen Anleihe-Renditen). Bei der Bevölkerung ist das noch nicht angekommen. Die Agenda 2010, die Deutschland heute seine Ausnahmestellung in der EU beschert, trieb während ihrer Umsetzung aber auch die Menschen auf die Straße und das Land nahe an seine Belastungsgrenzen. Reformen brauchen einfach Zeit, um ihre Wirkung zu entfalten.

Noch Luft nach oben

Natürlich bleiben eine Reihe an Problemen in Europa und den USA, die auch zu Rückschlägen an den Aktienmärkten führen können. Möglicherweise haben die Wirtschaftsforscher dieses Mal aber recht und die deutsche Wirtschaft legt 2014 wie prognostiziert um 1,5 Prozent oder mehr zu.

Dann dürften auch die Unternehmensgewinne munter sprudeln. Mit einem KGV von elf auf Basis der Schätzungen für 2013 ist der deutsche Leitindex schon jetzt keinesfalls überteuert. Und in konjunkturell guten Phasen waren die Anleger durchaus bereit, für die Blue Chips aus dem DAX auch KBVs von zwei zu akzeptieren.

Wolfgang Braun ist Chefredakteur der „Aktien-Strategie“ (früher Global Performance). Der seit 1999 erscheinende Börsenbrief hat sich auf deutsche Wachstums-Aktien spezialisiert. Dank einer ausgefeilten und bewährten Anlagestrategie schlägt das Musterdepot die Vergleichsindizes deutlich. So schaffte das Depot seit seiner Auflegung im März 1999 eine durchschnittliche jährliche Performance von rund 15 Prozent - obwohl in diesen Zeitraum der dramatische Niedergang des Neuen Marktes sowie die Finanzkrise 2008 fällt. Weitere Informationen unter www.aktien-strategie.de

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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