14.03.2013 12:24

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AKTIEN-STRATEGIE-KOLUMNE

Neue Aktienblase?


Der Dow Jones hat bereits ein neues Allzeithoch markiert, der breiter gefasste S&P 500 sowie der DAX notieren noch wenige Punkte unter ihren Rekordständen.

In Anbetracht der steigenden Kurse, die ja in einem nach wie vor von hohen Unsicherheiten geprägten Umfeld erfolgen, nehmen die kritischen Stimmen zu. Einige Marktteilnehmer warnen vor einer neuen Aktienblase, die von der Geldschwemme der Notenbanken angetrieben wird und früher oder später platzen muss. Gerne wird dabei auf die Jahre 2000 und 2007 verwiesen, als der DAX ebenfalls über die 8.000er-Marke marschierte - und danach beide Male jäh abstürzte.

Großer Unterschied

Schaut man sich die fundamentalen Kennzahlen an, lassen sich aber deutliche Unterschiede zur Vergangenheit erkennen. 2007 lag das Gewinnvielfache im DAX zwar mit knapp 13 kaum höher als für 2012, allerdings lagen die operativen Renditen der Unternehmen damals auf einem absoluten Rekordniveau. Dazu hatten die Notenbanken nach mehreren starken Jahren die Zinsen erhöht, um eine konjunkturelle Überhitzung zu vermeiden. Es zeichnete sich also ab, dass sowohl bei der Konjunktur als auch bei den Unternehmen der Zenit überschritten war. Dazu lag das Kurs-Buchwert-Verhältnis im DAX leicht über zwei, was auf eine Überbewertung der Blue Chips hindeutete. Für das Jahr 2000 gilt faktisch das selbe, nur dass die Bewertungsrelationen noch um ein Vielfaches mehr überzogen waren. Entsprechend stärker ging es in der anschließenden Baisse abwärts.

Und heute?

Derzeit kommt die Wirtschaft aus einer Konsolidierung, die niedrigen Zinsen sind einem Aufschwung förderlich. Die operativen Renditen der Blue Chips fallen historisch gesehen immer noch üppig aus, haben sich aber von ihrem Maximum entfernt. Dank der kontinuierlichen Effizienzsteigerungen ist vorstellbar, dass die Margen wieder an das Niveau aus 2007 anknüpfen. Die Chancen stehen so gut, dass die DAX-Unternehmen in diesem und dem kommenden Jahr ihre Gewinne steigern.

Auf Basis der aktuellen Analystenschätzungen soll das Index-KGV 2014 auf zehn sinken. Nach KBV liegt die Bewertung des DAX aktuell mit 1,5 genau auf seinem Durchschnittswert. Die Zeit der Schnäppchen ist also vorbei, ein Hindernis für weiter steigende Kurse sind die Bewertungen aber nicht. Von einer Blase würden wir erst reden, wenn das KBV den Wert von zwei überschreiten würde. Dazu müsste der DAX aber über 10.000 Punkte klettern.

Wolfgang Braun ist Chefredakteur der „Aktien-Strategie“ (früher Global Performance). Der seit 1999 erscheinende Börsenbrief hat sich auf deutsche Wachstums-Aktien spezialisiert. Dank einer ausgefeilten und bewährten Anlagestrategie schlägt das Musterdepot die Vergleichsindizes deutlich. So schaffte das Depot seit seiner Auflegung im März 1999 eine durchschnittliche jährliche Performance von rund 15 Prozent - obwohl in diesen Zeitraum der dramatische Niedergang des Neuen Marktes sowie die Finanzkrise 2008 fällt. Weitere Informationen unter www.aktien-strategie.de

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Kommentare zu diesem Artikel

Hamtaro schrieb:
14.03.2013 17:35:26

Habe auch schon Blasen vom vielen Gejammer. Mal ist es zu hoch dann ist es eine Blase, mal zu niedrig dann haben wir eine Wirtschaftskrise wie am Ende der 1920er. Wo der DAX auch steht, irgendetwas passt immer nicht.

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