FRANKFURT (dpa-AFX) - Ausgewählte Analysten-Einstufungen im dpa-AFX-Nachrichtendienst der Woche vom 02.01. bis 06.01.2012:
MONTAG
ALCATEL-LUCENT
DÜSSELDORF - Die WestLB hat die Einstufung für Alcatel-Lucent von "Sell" auf "Neutral" angehoben. Die Aktie des Netzwerkausrüsters habe auf das neue, von Unsicherheiten geprägte Umfeld reagiert und der Aktienkurs habe sich inzwischen unter seinem früheren Kursziel bei 1,38 Euro stabilisiert, schrieb Analyst Thomas Langer in einer Studie vom Montag. Wichtige Impulsgeber für das Papier dürften die Investitionsziele der US-amerikanischen Telekomkonzerne AT&T und Verizon (Verizon Communications) sein, die zusammen mit den Zahlen vom vierten Quartal im Januar erwartet werden.
DEUTSCHE LUFTHANSA
FRANKFURT - Die Commerzbank hat Lufthansa (Deutsche Lufthansa) vor dem Hintergrund finanzieller Probleme beim chinesischen Fracht-Joint-Venture Jade Cargo auf "Add" mit einem Kursziel von 11,50 Euro belassen. Die Finanzsorgen der 25-prozentigen Lufthansa-Beteiligung seien bekannt, schrieb Analyst Frank Skodzik in einer Studie vom Montag. Sollte die Refinanzierung und Neuausrichtung von Jade Cargo nicht erfolgreich verlaufen, werde die deutsche Fluggesellschaft ihr Engagement vermutlich beenden. Dies wäre finanziell leicht positiv, da der Buchwert der Beteiligung ohnehin nahe Null liege und die Verlustbeteiligung entfallen würde.
EON
FRANKFURT - Independent Research hat die Einstufung von Eon nach der Niederlage im EDP-Wettstreit auf "Halten" mit einem Kursziel von 18,00 Euro belassen (Kurs: 17,235 Euro). Eine Beteiligung an dem portugiesischen Versorger EDP wäre mit Blick auf die Erneuerbaren Energien zwar von Vorteil gewesen, schrieb Analyst Sven Diermeier in einer Studie vom Montag. Das erfolgreiche Gebot sei allerdings ambitioniert. Eon habe in den letzten Jahren mehrmals Wertberichtigungen auf akquirierte Aktivitäten vornehmen müssen.
DIENSTAG
BMW
FRANKFURT - Independent Research hat BMW auf "Halten" mit einem Kursziel von 56,00 Euro belassen. Der Finanzchef Friedrich Eichiner habe sich in der "Süddeutschen Zeitung" mit Blick auf 2012 zuversichtlich geäußert, schrieb Analyst Zafer Rüzgar in einer Studie vom Dienstag. Insbesondere die Erwartung eines unveränderten europäischen Marktvolumens sei aber als optimistisch einzuschätzen. Ungeachtet der jüngsten positiven Aussagen aus der Automobilbranche für 2012 bleibe er mit Blick auf den Sektor zurückhaltend. Die zu erwartende weltweite Konjunkturabschwächung, die in Europa deutlicher ausfallen dürfte, sei noch nicht in vollem Umfang eingepreist. Nach der zuletzt erfreulichen Aktienentwicklung sei das Kurspotenzial nahezu ausgeschöpft.
GESCO
FRANKFURT - Equinet hat die Einstufung für das Beteiligungsunternehmen Gesco (GESCO) nach dem Zukauf des Autozulieferers WBL auf "Buy" mit einem Kursziel von 75,00 Euro belassen. Er betrachte die Übernahme von 85 Prozent der Anteile an dem Spezialwerkzeugmaschinenbauer als recht positiv, schrieb Analyst Holger Schmidt in einer Studie vom Dienstag. Das Management der Mittelstandsholding habe damit erneut seine Fähigkeit bewiesen, eine attraktive Beteiligung zu einem angemessenen Preis zu erwerben.
GRENKELEASING
FRANKFURT - Equinet hat die Einstufung für Grenkeleasing (GRENKELEASING) nach vorläufigen Eckzahlen zum Schlussquartal auf "Hold" mit einem Kursziel von 40,00 Euro belassen. Der Leasingspezialist habe wieder einmal gute Wachstumszahlen gemeldet, schrieb Analyst Philipp Häßler in einer Studie vom Dienstag. Das Unternehmen sei gut mit Kapital ausgestattet und sollte von der abnehmenden Konkurrenz der Banken profitieren, die ihr Fremdkapital im Verhältnis zum Eigenkapital reduzieren müssen. Mit Bekanntgabe der endgültigen Zahlen am 8. Februar rechnet Häßler damit, dass Grenke auch seine Wachstumsziele für 2012 veröffentlichen wird.
MITTWOCH
STEEL DYNAMICS
LONDON - Merrill Lynch hat Steel Dynamics von "Neutral" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 16,00 auf 17,00 (Kurs: 14,38) US-Dollar angehoben. Der Titel sei mittlerweile attraktiv bewertet und das Stahlmarktumfeld sollte sich zumindest kurzfristig verbessern, schrieb Analystin Timna Tanners in einer Studie vom Mittwoch.
UNICREDIT
LONDON - Morgan Stanley hat das Kursziel für Unicredit (UniCredito Italiano (vor Aktienzusammenlegung)) nach der Zusammenlegung von Aktien von 0,50 auf 5,50 Euro angehoben, die Einstufung aber auf "Underweight" belassen. Die Aktien seien im Verhältnis zehn zu eins zusammengelegt worden, schrieb Analystin Francesca Tondi in einer Studie vom Mittwoch. Sie habe die Gewinn- und Dividendenschätzungen je Papiere entsprechend geändert.
VESTAS
ZÜRICH - Die Credit Suisse hat das Kursziel für Vestas (Vestas Wind Systems) nach einer Gewinnwarnung von 95,00 auf 60,00 dänische Kronen gesenkt und die Einstufung auf "Underperform" belassen. Er habe seine Gewinnschätzungen je Aktie für 2012 und 2013 um 30 respektive 38 Prozent gekürzt, nachdem der Windkraftanlagenbauer die Ziele für das Geschäftsjahr 2011 abermals zurückgenommen habe, schrieb Analyst Mark Freshney in einer Studie vom Mittwoch. Seine reduzierten Prognosen spiegelten seine pessimistische Einschätzung der Endmärkte wider.
DONNERSTAG
BRENNTAG
FRANKFURT - Die Commerzbank hat die Einstufung für Brenntag auf "Buy" mit einem Kursziel von 78,00 Euro belassen. Die erneute Platzierung dürfte kurzfristig den Aktienkurs des Chemikalienhändlers auch wegen des anhaltenden Aktienüberhangs bremsen, schrieb Analyst Georg Remshagen in einer Studie vom Donnerstag. Er verwies aber auch auf die zuletzt weiter gute Kursentwicklung trotz der bereits vollzogenen Platzierungen. Dennoch sei er etwas überrascht von den Verkäufen aus dem Bestand von Brachem. Er habe erwartet, dass der Großaktionär bei einem Preis um die 80 Euro oder darüber verkaufe. Zudem habe er mit einem größeren Platzierungspaket gerechnet.
FRESENIUS MEDICAL CARE
LONDON - JPMorgan hat FMC (Fresenius Medical Care) auf "Neutral" mit einem Kursziel von 59,00 Euro belassen. Isoliert betrachtet seien die Fundamentaldaten für den europäischen Medizintechniksektor aufgrund der hohen Bewertungen nicht sonderlich gut, doch dürfte die Branche wegen der Unsicherheiten für andere Wirtschaftszweige ihren Status eines "sicheren Hafens" zumindest kurzfristig behalten, schrieb Analyst David Adlington in einer Branchenstudie vom Donnerstag. Das Potenzial für die Kurse sei allerdings begrenzt: Mit einer relativ vernünftigen Entwicklung rechne er vor allem im ersten Quartal. Der Dialysespezialist überzeuge mit einem starken defensiven Wachstum, das allerdings eingepreist sei. Er ziehe die Aktie des Mutterunternehmens Fresenius (Fresenius SECo) vor.
FRESENIUS
LONDON - Die Citigroup hat das Kursziel für Fresenius (Fresenius SECo) von 86,00 auf 90,00 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Analystin Cora McCallum begründete die Zielkorrektur in einer Branchenstudie vom Donnerstag mit dem gestiegenen Aktienkurs der Konzerntochter FMC (Fresenius Medical Care). Der Gesundheitskonzern überzeuge mit einer soliden Bilanz, sei in einem wirtschaftlich starken Land angesiedelt und biete defensives Wachstum. Da Fresenius in einer Reihe defensiver Märkte aktiv sei, sollte das Unternehmen sich auch in konjunkturell schwierigen Zeiten gut entwickeln.
KONTRON
FRANKFURT - Die Commerzbank hat die Einstufung für Kontron nach einer Gewinnwarnung auf "Hold" mit einem Kursziel von 6,00 Euro belassen. Weil der Minicomputerhersteller die Produktion in Malaysia an Plexus verkaufen wolle und deswegen im vierten Quartal Einmalbelastungen zu verbuchen habe, werde das Ziel einer operativen Gewinnmarge von acht Prozent nicht mehr erreicht, schrieb Analystin Yasmin Moschitz in einer Studie vom Donnerstag. Anleger sollten erst einmal an der Seitenlinie bleiben, empfiehlt Moschitz.
NOKIA
ZÜRICH - Die UBS hat das Kursziel für Nokia von 5,00 auf 4,30 Euro gesenkt, die Einstufung aber auf "Neutral" belassen. Der finnische Handyproduzent stehe langfristig weiter vor erheblichen Herausforderungen, begründete Analyst Gareth Jenkins das neue Ziel in einer Studie vom Donnerstag.
SAP
PARIS - Die französische Investmentbank Exane BNP Paribas hat SAP von "Underperform" auf "Neutral" hochgestuft und das Kursziel von 40,00 auf 42,00 Euro angehoben. Das Management des Softwarekonzerns gehe nun etwas konstruktiver an das wichtige strategische Problem einer schwachen Cloud-Strategie heran, schrieb Analyst Josep Bori in einer Studie vom Donnerstag. SAP scheine endlich aufzuwachen, wirke dabei aber noch etwas durcheinander. Die Investmentstrategie wirke nun ausbalancierter.
SMA SOLAR
LONDON - Morgan Stanley hat das Kursziel für SMA Solar (SMA Solar Technology) von 41,00 auf 37,00 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Underweight" belassen. Auch 2012 bleibe er bei seiner vorsichtigen Beurteilung des Herstellers von Wechselrichtern für Solaranlagen, schrieb Analyst Allen Wells in einer Studie vom Donnerstag. Die Marktteilnehmer überschätzten die Absatzentwicklung 2012 sowie 2013. Zudem dürften der vermutlich zunehmende Wettbewerb und strukturelle Veränderungen zu sinkenden Margen führen. Seine Prognosen für 2012 und 2013 lägen 25 bis 40 Prozent unter den durchschnittlichen Analystenschätzungen.
STADA
FRANKFURT - Die Commerzbank hat die Aktie von Stada (STADA Arzneimittel) von "Buy" auf "Add" abgestuft und das Kursziel von 23,00 auf 22,00 Euro gesenkt. Das Zurücktreten des Arzneimittelherstellers von dem geplanten Kauf des Grünenthal-Geschäfts für Mitteleuropa sende gemischte Signale aus, schrieb Analyst Daniel Wendorff in einer Studie vom Donnerstag. Nur weil die Kartellbehörden für den vertraglich vereinbarten Kaufzeitpunkt noch kein grünes Licht gegeben hätten, hätte Stada nicht gänzlich von dem Kauf zurücktreten müssen, so Wendorff. Die neue Anlageempfehlung begründete der Experte mit einem geringeren Aufwärtspotenzial.
UNICREDIT
FRANKFURT - Independent Research hat die Aktie der italienischen Unicredit (UniCredito Italiano (vor Aktienzusammenlegung)) nach den bekanntgegebenen Konditionen zur Kapitalerhöhung von "Halten" auf "Verkaufen" abgestuft und das Kursziel von 7,00 auf 5,00 Euro gesenkt. Die neuen Aktien würden im Rahmen eines Bezugsrechtsangebots zu 1,943 Euro je Stück platziert, welches einem für ihn überraschend hohen Abschlag von 43 Prozent zum TERP (theoretischer Aktienpreis nach der Ausgabe) entspreche, schrieb Analyst Stefan Bongardt in einer Studie vom Donnerstag. Er habe daher für 2012 seine Gewinnprognose von 0,42 auf 0,26 Euro je Aktie reduziert. Vorerst rechne er mit einem sich fortsetzenden Abwärtstrend bei der Unicredit-Aktie.
FREITAG
EON
LONDON - JPMorgan sieht nach einem Bericht in der russischen Presse zu Rückstellungen bei Konzern Gazprom (Gazprom (Spons ADRs)) einen möglichen signifikant positiven Einfluss auf Eon und RWE. Analyst Vincent de Blic verwies in seiner Studie am Freitag auf einen zwar bereits zwei Wochen alten Artikel in "Moskovskiye Novosti" vom 21. Dezember, der seines Erachtens am Markt wohl übersehen worden sei. Diesem zufolge hat der russische Gasproduzent Gazprom in seinem Budget für dieses Jahr sieben Milliarden Dollar für nachträgliche Zahlungen für Kunden aus Europa eingestellt. Hintergrund dürften nach Ansicht des Experten die Verhandlungen der großen Abnehmer wie RWE und Eon mit dem Gasriesen sein. Eon beließ der Experte derweil auf "Overweight" und RWE auf "Underweight".
VODAFONE
LONDON - Goldman Sachs hat Vodafone von "Neutral" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 197,00 auf 245,00 Pence angehoben. Auch nach der überdurchschnittlichen Kursentwicklung im Jahr 2011 hätten die Papiere in den kommenden zwei Jahren noch ein Renditepotenzial von 55 Prozent, schrieb Analyst Tim Boddy in einer Studie vom Freitag. Dank eines starken Gewinn- und Dividendenwachstums bei der Beteiligung Verizon Wireless dürfte der Free Cashflow von sieben Milliarden britischen Pfund im Geschäftsjahr 2011/12 bis 2013/14 auf mehr als zehn Milliarden britische Pfund zulegen. Seine Schätzungen für Verizon Wireless lägen deutlich über den Markterwartungen.
VOLKSWAGEN VORZUGSAKTIEN
HANNOVER - Die NordLB hat das Kursziel für VW-Vorzugsaktien (Volkswagen vz) von 125,00 auf 130,00 Euro angehoben, die Einstufung aber auf "Halten" belassen. Der Automobilkonzern habe ein hervorragendes Jahr 2011 mit einem Auslieferungsrekord abschließen können, schrieb Analyst Frank Schwope in einer Studie vom Freitag. Der Konzern halte aber weiterhin an seinen Absatzzielen fest, obwohl es an der Zeit sei, ambitioniertere Ziele für die kommenden Jahre herauszugeben. Zusätzlich hätten sich in den vergangenen Wochen die Negativmeldungen aus der Automobilindustrie gehäuft.
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