FRANKFURT (dpa-AFX) - Ausgewählte Analysten-Einstufungen im dpa-AFX-Nachrichtendienst vom 05.04.2011
ADIDAS
LONDON - Morgan Stanley hat Adidas (adidas) auf "Overweight" mit einem Kursziel von 54,80 Euro belassen. Das US-Geschäft des Sportartikelherstellers gewinne zunehmend an Fahrt, schrieb Analystin Louise Singlehurst in einer Studie vom Montag. Selbst Adidas unterschätze das operative Margenpotenzial. Weitere Marktanteilsgewinne in den USA sowie Verbesserungen bei der Marke Reebok dürften die Kursentwicklung vorantreiben. Die Aktie bleibe einer der Schlüsselwerte ("Key Picks") im Sektor, so die Expertin weiter.
BRENNTAG
LONDON - Die Royal Bank of Scotland (RBS) hat das Kursziel für Brenntag nach Zahlen von 69,00 auf 77,00 Euro angehoben, die Einstufung jedoch auf "Hold" belassen. Die soliden Ergebnisse des Chemikalienhändlers hätten die vor dem Börsengang angekündigte Stärke und Stabilität des Geschäftsmodells unterstrichen, schrieb Analystin Julia Winarso in einer Studie vom Dienstag. Das neue Kursziel resultiere aus ihren angehobenen Schätzungen. Das Unternehmen sei gut aufgestellt, um von der Globalisierung sowie einer Rationalisierung der Lieferketten zu profitieren und um mögliche wertsteigernde Übernahmemöglichkeiten zu nutzen.
CEWE COLOR
FRANKFURT - Die Commerzbank hat das Kursziel für Cewe Color von 43,00 auf 38,00 Euro gesenkt, die Einstufung aber auf "Buy" belassen. Er habe seine Gewinnprognose wegen der jetzt höher erwarteten Anlaufkosten für Viaprinto und geringerer Margen bei Fotoprodukten gesenkt, schrieb Analyst Georg Remshagen in einer Studie vom Dienstag. Das verbleibende Kurspotenzial rechtfertige aber weiter eine Kaufempfehlung.
DEUTSCHE BOERSE
DÜSSELDORF - Die HSBC hat das Kursziel für Deutsche Börse (Deutsche Boerse) nach einem Gegenangebot der US-Börsen Nasdaq OMX und IntercontinentalExchange (ICE) für die NYSE Euronext von 70,00 auf 65,00 Euro gesenkt, die Einstufung aber auf "Overweight" belassen. Das neue Kursziel spiegele den Wert der Papiere wider, wenn es nicht zu einer Fusion mit der NYSE Euronext kommen sollte, schrieb Analyst Johannes Thormann in einer am Dienstag vorgelegten Studie. Ob die Deutsche Börse ihr Angebot nun zurückziehe oder aufstocke, sei indes unklar.
EON
LONDON - JPMorgan hat das Kursziel für Eon von 27,00 auf 24,00 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Neutral" belassen. Er gehe mittlerweile davon aus, dass alle vor 1980 gebauten deutschen Kernkraftwerke vom Netz blieben, die Laufzeitverlängerung von 2010 aufgehoben werde und entsprechend weniger Steuern gezahlt werden müssten, begründet Analyst Vincent de Blic in einer Studie vom Dienstag die Kurszielsenkung. Unter dem Strich verbesserten sich die Perspektiven für Eon wegen steigender Gaspreise aber zunehmend. Allerdings fehle es den Aktien trotz des begrenzten Kursrisikos und der hohen Dividendenrendite angesichts der politischen Risiken an Attraktivität. Er ziehe unter anderem Enel und Centrica vor.
GRENKELEASING
FRANKFURT - Die Deutsche Bank hat das Kursziel für Grenkeleasing nach Daten zum Neugeschäft im ersten Quartal von 35,00 auf 40,00 Euro angehoben, die Einstufung aber auf "Hold" belassen. Das Wachstum liege mit 28 Prozent im Rahmen der für das Gesamtjahr von ihnen erwarteten plus 30 Prozent, schrieben die Experten in einer Studie vom Dienstag. Ihre Schätzungen lägen damit am oberen Ende der Zielspanne des Unternehmens, was für die Bewertung kaum Spielraum nach oben lasse.
HHLA
LONDON - JPMorgan hat das Kursziel für HHLA (Hamburger Hafen und Logistik) von 38,50 auf 37,10 Euro gesenkt, die Einstufung aber auf "Overweight" belassen. Er habe die Gewinnprognosen je Aktie für 2011 und 2012 wegen höherer Investitionen des Hafenlogistikers reduziert, schrieb Analyst Christopher Combe in einer Studie vom Dienstag. Diese lägen nun auf dem Niveau der Unternehmenserwartungen, aber über den durchschnittlichen Analystenschätzungen. Er bleibe angesichts des erwarteten Volumenwachstums und vermutlich nur leicht sinkender Preise optimistisch gestimmt. Zudem dürfte der Ausbau der Elbefahrrinne genehmigt werden, die langfristiges Wachstumspotenzial eröffne.
HUGO BOSS
DÜSSELDORF - Das Bankhaus HSBC hat das Kursziel für Hugo Boss (HUGO BOSS vz) von 58,00 auf 62,00 Euro angehoben und die Einstufung auf "Neutral" belassen. Die Berechenbarkeit für den Geschäftsverlauf des Modekonzerns sei gestiegen und die Wachstumsdynamik ungebrochen, schrieb Analyst Tobias Britsch in einer Studie vom Dienstag.
INFINEON
PARIS - Cheuvreux hat Infineon (Infineon Technologies) nach der Übernahme von National Semiconductor durch Texas Instruments auf "Underperform" belassen. Texas Instruments dürfte eine Übernahmewelle in der Halbleiterbranche eingeläutet haben, schrieben die Analysten in einer Branchenstudie vom Dienstag. Infineon dürfte wegen seiner Größe kaum ein Akquisitionsziel sein, könnte aber eine aktive Rolle bei der Sektorkonsolidierung einnehmen.
MAN
PARIS - Die französische Investmentbank Exane BNP Paribas hat MAN von "Neutral" auf "Outperform" hochgestuft und das Kursziel von 98,00 auf 110,00 Euro angehoben. Der spekulative Reiz eines wohl bevorstehenden Zusammenschlusses mit Scania und die erwartete Erholung des spätzyklischen Geschäftsbereiches Power Engineering seien Hauptgründe seiner positiveren Einschätzung, schrieb Analyst Yann Benhamou in einer Studie vom Dienstag. Sein Kursziel sei der Mittelwert zwischen der Bewertung auf Einzelbasis und dem erwarteten Gebotspreis.
MTU
FRANKFURT - Die Investmentbank Equinet hat die Einstufung für MTU (MTU Aero Engines) nach einer Flugzeugbestellung der Lufthansa (Deutsche Lufthansa) auf "Buy" mit einem Kursziel von 64,00 Euro belassen. Die Airline hat sich dabei für das Triebwerk PW 1100G entschieden, schrieb Analyst Adrian Pehl in einer Studie vom Dienstag. An dem Antrieb sei der deutsche Triebwerksbauer mit einem Umsatzanteil von etwa 15 Prozent beteiligt. Angesichts von insgesamt 60 Triebwerken für 30 Flugzeuge komme MTU auf einen Umsatzanteil von 60 Millionen Euro. Allerdings dürften der sich abschwächende US-Dollar sowie ein zu rasanter Anstieg des Ölpreises mögliche positive Impulse aus dem Auftrag aufheben.
Q-CELLS
LONDON - Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat das Kursziel für Q-Cells von 3,20 auf 3,50 Euro angehoben, die Einstufung aber auf "Neutral" belassen. Er habe seine Schätzungen nach den Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr angehoben, schrieb Analyst Stephen Benson in einer Studie vom Dienstag. Die Bewertung der Aktien des Solarkonzerns liege aber auf dem Niveau der anderen von ihm beobachteten Titel aus dem Bereich Erneuerbare Energie.
RWE
LONDON - JPMorgan hat das Kursziel für RWE von 48,00 auf 51,00 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Underweight" belassen. Er gehe mittlerweile davon aus, dass alle vor 1980 gebauten deutschen Kernkraftwerke vom Netz blieben, die Laufzeitverlängerung von 2010 aufgehoben werde und entsprechend weniger Steuern gezahlt werden müssten, begründet Analyst Vincent de Blic in einer Studie vom Dienstag die Kurszielsenkung. Unter dem Strich verbesserten sich die Perspektiven für RWE wegen steigender Gaspreise aber zunehmend. Allerdings fehle es den Aktien trotz des begrenzten Kursrisikos und der hohen Dividendenrendite angesichts der politischen Risiken an Attraktivität. Er ziehe unter anderem Enel und Centrica vor.
SIEMENS
MÜNCHEN - Die italienische Großbank Unicredit hat die Einstufung für Siemens vor einem Zwischenbericht zum zweiten Quartal auf "Buy" mit einem Kursziel von 100,00 Euro belassen. Der Fokus dürfte auf den anhaltend starken Segmenten mit kurzen Geschäftszyklen wie der Automatisierung, der Antriebstechnik und Osram liegen, schrieb Analyst James Stettler in einer Studie vom Dienstag. Wichtiger sei allerdings der Ausblick.
SOLVAY
FRANKFURT - Die Commerzbank hat Solvay nach dem Übernahmeangebot für Rhodia von "Buy" auf "Hold" abgestuft, das Kursziel aber auf 87,50 Euro belassen. Die Aktie des Chemiekonzerns habe sein Kursziel erreicht und in den kommenden Wochen sei kaum mit neuen Details zu rechnen, schrieb Analyst Stephan Kippe in einer am Montagabend veröffentlichten Studie. Der Zukauf habe wohl eine geringere Zyklizität des Geschäfts sowie eine stärkere Präsenz in den Schwellenländern zur Folge. Das Potenzial für Kostensynergien sei allerdings begrenzt.
TEXAS INSTRUMENTS
FRANKFURT - Die Deutsche Bank hat Texas Instruments nach der angekündigten Übernahme des Chipproduzenten National Semiconductor auf "Hold" mit einem Kursziel von 36,00 US-Dollar belassen (Kurs: 33,71 Dollar). Die Akquisition sei langfristig der richtige strategische Schritt, schrieb Analyst Ross Seymore in einer Studie vom Dienstag. Die Übernahmeprämie sei allerdings recht hoch. Zudem dürfte es einige Jahre dauern, bis sich die Akquisition bei National Semiconductor in einem höheren Wachstum niederschlage.
TUI
FRANKFURT - Die Investmentbank Equinet hat die Einstufung für Tui nach Berichten über einem möglichen Verkauf von Hapag-Lloyd-Anteilen auf "Hold" mit einem Kursziel von 10,00 (Kurs: 8,967) Euro belassen. Sollte der Reisekonzern seinen Anteil an Deutschlands größter Containerreederei mit einem Abschlag von bis zu maximal fünf Prozent veräußern können, wäre das eine gute Nachricht für Tui, schrieb Analyst Jochen Rothenbacher in einer Studie vom Dienstag.
TUI
DÜSSELDORF - Die WestLB hat die Einstufung für Tui (TUI) nach Berichten, dass der Konzern nach Käufern für seine Hapag-Lloyd-Beteiligung sucht, auf "Neutral" belassen. Sollten sich die Berichte bewahrheiten, dürfte sich die Finanzlage des Reisekonzerns stabilisieren, schrieb Analyst Raimon Kaufeld in einer Studie vom Dienstag. Das wäre sowohl für das Unternehmen als auch die Aktie gut. Dass er dennoch bei seiner neutralen Einstufung bleibe, begründete Kaufeld damit, dass eine Übernahme von Tui Travel im Zusammenhang mit einer möglichen Kapitalerhöhung immer näher rücken dürfte. Das könnte die Tui-Aktien dann wieder belasten.
WACKER CHEMIE
FRANKFURT - Die Commerzbank hat Wacker Chemie von "Buy" auf "Add" abgestuft, das Kursziel aber von 170,00 auf 175,00 Euro angehoben. Die Fundamentaldaten des Chemiekonzerns stimmten, schrieb Analystin Lauren Licuanan in einer am Montagabend veröffentlichten Studie. Nach der Kursrally seit März, ausgelöst durch Verknappung im Halbleiterbereich und die Neubewertung im Solarsektor nach der Erdbebenkatastrophe in Japan, sei jedoch der Großteil der positiven Impulse für Siltronic bereits eingepreist. Aufgrund höherer Kosten senkte die Expertin ihre Gewinnprognosen für 2011 und 2012, was die Abstufung zur Folge hatte.
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(dpa-AFX)
Bildquellen: Julian Mezger