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04.01.2010 19:17

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AKTIEN

Wall Street Update: Deutliche Zugewinne, Bauausgaben im Blick

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Zufriedenstellende Konjunkturdaten sorgen für steigende Aktienkurse
Die US-Börsen können ihre Gewinne im Handelsverlauf ausweiten. Bauausgaben schwach, aber etwas besser als erwartet.

Der Dow Jones gewinnt zur Stunde 1,56 Prozent auf 10.590,31 Punkte. Der Nasdaq Composite klettert unterdessen 1,72 Prozent auf 2.308,27 Zähler nach oben, und der S&P 500 zieht um 1,62 Prozent auf 1.133,15 Punkte an.

Die Bauausgaben in den USA sind im November 2009 gesunken. Dies teilte das US-Handelsministerium mit. Demnach verringerten sich die Bauausgaben gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozent. Volkswirte hatten einen lediglich Rückgang um 0,5 Prozent prognostiziert. Gegenüber dem Vorjahresmonat wurde im Berichtsmonat ein Rückgang von 13,2 Prozent ausgewiesen. Die Geschäftsaktivitäten des Verarbeitenden Gewerbes haben sich in den USA im Dezember deutlich verbessert. Dies teilte das Institut for Supply Management (ISM), eine private Organisation der Industrie mit. So stieg der ISM-Index von 53,6 Zählern im Vormonat auf nun 55,9 Zähler. Volkswirte waren von einem Wert von 54,0 Punkten ausgegangen.

Der US-Einzelhändler Wal-Mart Stores plant einem Medienbericht zufolge eine neue Sparoffensive. Laut einem Bericht der "Financial Times" will der weltweit führende Einzelhandelskonzern künftig seinen Einkauf über Ländergrenzen hinweg zusammenlegen. Dadurch erhoffe man sich Einsparungen in Höhe von mehreren Milliarden Dollar. Außerdem werde man verstärkt Artikel direkt bei den Herstellern beziehen. Das Einsparpotenzial soll sich auf 4 bis 12 Mrd. Dollar belaufen, wobei dieser Betrag davon abhängig sei, ob Wal-Mart sein langfristiges Ziel, 80 Prozent der Einkäufe direkt beim Hersteller zu tätigen, erreichen könne. Der Anteilschein von Wal-Mart Stores bewegt sich momentan mit 2 Prozent im Plus.

Goldman Sachs (Goldman Sachs Group) stellt einem Medienbericht zufolge offenbar die Geschäftsaktivitäten in der britischen Hauptstadt London auf den Prüfstand. Wie die britische Tageszeitung "Daily Telegraph" berichtet, prüft Goldman Sachs derzeit alle Möglichkeiten bezüglich ihrer Niederlassungen in Großbritannien und zieht auch die Verlagerung ganzer Abteilungen in Betracht. Hintergrund ist die erst kürzlich beschlossene Sondersteuer der britischen Regierung auf Bonuszahlungen an Banker sowie der auf 50 Prozent angehobene Spitzensteuersatz. Als Stein des Anstoßes wurden auch die von der britischen Regierung angekündigten zusätzlichen Regulierungsauflagen für das Bankgewerbe genannt. Die Aktie von Goldman Sachs klettert 3 Prozent nach oben. Papiere der Bank of America und Citigroup ziehen um 3,5 Prozent bzw. 2,5 Prozent an. Anteile von Morgan Stanley können mehr als 5 Prozent zulegen, während sich Titel von JPMorgan mit über 3 Prozent im Plus bewegen.

Die Aktie von Rite Aid knickt derweil um über 2 Prozent ein. Die Drugstore-Kette musste im Dezember einen Umsatzrückgang ausweisen. Unternehmensangaben zufolge verringerten sich die Umsatzerlöse bei Niederlassungen, welche länger als ein Jahr geöffnet hatten, in den vier Wochen zum 26. Dezember um 1,8 Prozent. Bei den Umsatzerlösen auf Konzernebene musste Rite Aid gegenüber dem Vorjahresmonat einen Rückgang um 3,0 Prozent auf 2,09 Mrd. Dollar verbuchen.

Der Konzern BioForm Medical hat ein Übernahmeangebot von der nicht börsennotierten deutschen Merz Pharma Group erhalten. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, sollen die Anteilseigner von BioForm Medical im Zuge der Übernahmeofferte 5,45 Dollar je Aktie in bar erhalten, was einem Aufschlag von 60 Prozent gegenüber dem letzten Schlusskurs der Aktie vom 31.12.2009 entspricht. Das Übernahmeangebot bewertet BioForm Medical mit insgesamt 253 Mio. Dollar. Das Übernahmeangebot wurde vom Board of Directors des US-Konzerns einstimmig gebilligt. Das Papier von BioForm Medical schießt mehr als 60 Prozent in die Höhe.

Die Aktie des Erdgasproduzenten Chesapeake Energy kann 7 Prozent zulegen. Dabei honorieren Anleger das mit dem Ölkonzern Total (TOTAL) geschlossene Joint Venture-Abkommen, im Rahmen dessen Total eine 25-prozentige Beteiligung an den zu Chesapeake gehörenden Erdgas-Assets in der Barnett Shale im US-Bundesstaat Texas erwirbt. Derzeit liegt das Produktionsvolumen dieser Erdgaslagerstätten bei rund 700 Millionen Kubikfuß pro Tag. Im Zuge der Transaktion zahlt Total zunächst 800 Mio. Dollar in bar an Chesapeake. In den kommenden sechs Jahren wird Total außerdem bis zu 1,45 Mrd. Dollar für Explorations- und Entwicklungskosten für das Erdgasfeld an den Konzern überweisen.

Bereits zu Handelsbeginn waren die US-Börsen deutlich im Plus gestartet. Händler werten dies als gutes Zeichen, da ein positiver Januar üblicherweise als Indikator für ein gutes Gesamtjahr gewertet wird. Der S&P500-Index sprang gegen 17.10 Uhr MEZ um 1,5% oder 17 auf 1.132 Punkte, der Dow-Jones-Index stieg um 1,4% oder 146 auf 10.574 Zähler und der Nasdaq-Composite legt um 1,8% oder 40 auf 2.310 Punkte zu.

Händler verwiesen auf den überraschend guten ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe, zahlreiche Hochstufungen durch Analysten und die positive Interpretation von Aussagen des Fed-Chairman Bernanke.

Der ISM-Index der Einkaufsmanager im verarbeitenden Gewerbe hat sich im Dezember besser entwickelt als erwartet. Er stieg auf einen Stand von 55,9 Punkten, nachdem Ökonomen im Konsens nur einen Anstieg auf 54,0 Punkte erwartet hatten. Im Vormonat lag der vielbeachtete Index noch bei 53,6. Damit stieg er den fünften Monat in Folge und auf den höchsten Stand seit April 2006. Zudem zogen bei den Subkomponenten die Auftragseingänge besonders deutlich an.

Für die positive Stimmung machen Händler zudem Aussagen von Fed-Chairman Bernanke in einer Rede am Sonntag verantwortlich. Bernanke hatte eher regulatorische Einschränkungen anstelle der Geldmarkt-Politik für den raschen Anstieg der US-Hauspreise in der vergangenen Dekade verantwortlich gemacht. Zudem erklärte Fed-Vize-Präsident Donald Kohn, dass eine Politik der Geldverknappung teuer werden könne.

Bei den Einzeltiteln stehen Morgan Stanley (MS) im Fokus, nachdem der Wert gleich doppelt heraufgestuft wurde. Die Analysten der UBS hoben MS auf "Buy" von "Neutral", die Credit Suisse erhöhte die Einstufung auf "Outperform" nach "Neutral". Die Aktien steigen um 4,2% auf 30,85 USD.

Auch andere Indexschwergewichte wie Boeing und Intel profitieren von positiven Analystenkommentaren. Boeing steigen um 2,9% auf 55,68 USD, nachdem Barclays Capital und Jesup & Lamont die Aktien zum Kauf empfohlen haben.

Intel legen 2,8% auf 20,98 USD zu. Hier hat Baird die Aktien auf "Outperform" erhöht. Die Analysten rechnen mit einer kräftigen Nachfragebelebung bei Firmenkunden.

Alcon fallen um 2,8% auf 159,44 USD. Novartis hat angeboten, die restlichen freien Aktionäre des Kontaktlinsen-Herstellers für 11,2 Mrd USD auszukaufen. Dieses Angebot entspricht 153 USD je Aktie und liegt damit unter dem aktuellen Kurs.
(Dow Jones/Aktiencheck)

Bildquellen: Michela Lietti

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