WIEN (dpa-AFX/APA) - Die Wiener
Börse hat die Sitzung am Freitag bei hohem Volumen mit festeren Notierungen beendet. Der
ATX stieg 19,19 Punkte oder 1,08 Prozent auf 1.792,74 Einheiten. Am Tag des großen Verfalls an den Terminbörsen konnte sich der ATX somit mit einem klaren Kursplus ins Wochenende verabschieden. Das europäische Umfeld zeigte sich indessen eher orientierungslos. Der sogenannte "Hexensabbat" verlief einem Wiener Händler zufolge mit guter Nachfrage. Hohe Volumina waren unter anderem in den beiden Indexschwergewichten Erste Group (
Erste Group Bank) und
OMV zu verzeichnen, hieß es.
Die jüngste Studie der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) konnte die Stimmung am Markt nicht eintrüben. Nach Einschätzung der S&P-Analysten sind die Nettoexportnationen der Eurozone, darunter auch Österreich und Deutschland, besonders stark durch eine Rezession gefährdet. Im Jahr 2012 könnten schwächere Exporte sowie die Schwierigkeiten im Finanzsektor die Wirtschaft belasten, hieß es von S&P.
Gut gesucht waren Finanzwerte. So zogen Erste Group 4,73 Prozent auf 12,17 Euro an und Raiffeisen (Raiffeisen Bank International) gewannen 2,26 Prozent auf 18,82 Euro. Unter den größten Gewinnern notierten Vienna Insurance Group (VIG), die Aktien kletterten um 8,41 Prozent auf 28,31 Euro.
Ganz oben auf der Kurstafel fanden sich Rosenbauer. Der Feuerwehr-Ausrüster hat den Zuschlag für einen Großauftrag aus Saudi-Arabien im Wert von 245,3 Millionen Euro erhalten. "Von den Investoren wurde die Nachricht sehr goutiert", kommentierte ein Wiener Marktteilnehmer. Die Titel des Unternehmens schossen um 12,32 Prozent auf 37,30 Euro nach oben.
Bergauf ging es auch für die Aktien der Voestalpine (VOGT electronic) . Die Wertpapierspezialisten der Erste Group haben ihr Kursziel für die Titel des Stahlkonzerns von 35,0 auf 31,5 Euro reduziert. Die Kaufempfehlung "Buy" blieb aber erhalten. Voestalpine legten 1,95 Prozent auf 20,09 Euro zu.
Bei hohen Umsätzen konnten außerdem Telekom Austria ein minimales Plus von 0,06 Prozent auf 9,01 Euro aus der Sitzung retten. Kurz vor Handelsschluss gab das Unternehmen bekannt, die Dividenden für die Jahre 2011 und 2012 von 0,76 auf 0,38 Euro kürzen zu wollen. Der Ausblick für 2011 wurde indessen bestätigt.
Wolford (Wolford) rutschten hingegen nach Präsentation der Halbjahresbilanz um 6,50 Prozent auf 22,44 Euro ab und bildeten damit das Index-Schlusslicht. Das operative Ergebnis (Ebit) des Strumpfherstellers ist um 15 Prozent auf 2,7 Millionen Euro gesunken, das Periodenergebnis halbierte sich auf 1 Million Euro. /bel/APA/she