WIEN (dpa-AFX/APA) - Die Wiener
Börse ist am Freitag bei gutem Volumen mit höheren Notierungen aus dem Handel gegangen. Der
ATX stieg um 0,94 Prozent auf 2.019,73 Einheiten. In einem etwas schwächeren europäischen Umfeld hatte sich das Börsenbarometer entgegen dem Trend mit deutlichen Kursgewinnen aus dem Handel verabschiedet. Die Aufmerksamkeit der Anleger hätte sich Marktteilnehmern zufolge insbesondere auf die laufenden Schuldenschnitt -Verhandlungen in Griechenland gerichtet. Eine Einigung zwischen der Regierung und den privaten Gläubigern sei nahe, hieß es am Nachmittag von Vertretern der Regierung und von Banken.
Den teilweisen Schuldenerlass für Athen sollen die privaten Gläubiger freiwillig schultern. Ihr Engagement ist ein entscheidender Baustein für das zweite, 130 Milliarden Euro schwere Hilfsprogramm für Griechenland. Zudem prüft seit dieser Woche die sogenannte "Troika", also die Experten aus Europäischer Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF), vor Ort die Bücher der griechischen Administration. Ohne das grüne Licht der Troika kann Athen nicht auf weitere Finanzspritzen hoffen.
An der Wiener Börse blieb die Nachrichtenlage sehr dünn. Merklich bergauf ging es für Vienna Insurance Group (VIG) , die Titel kletterten um 2,69 Prozent auf 32,31 Euro. Im Rennen um die polnische Warta Versicherung ist die VIG nicht zum Zuggekommen. Den Zuschlag erhielt die deutsche Talanx, welche die Warta vom belgischen Finanzkonzern KBC für 770 Millionen Euro kauft. Mit dem Zukauf hätte die VIG ihren Marktanteil in Polen verdoppeln können.
Klar in der Gewinnzone konnten zudem Bankenwerte den Handel beenden. Erste Group (Erste Group Bank) zogen um satte 3,89 Prozent auf 15,22 Euro an, Raiffeisen (Raiffeisen Bank International) gewannen indessen 0,67 Prozent auf 21,14 Euro. Bis heute müssen die Kreditinstitute Europas ihren nationalen Aufsichtsbehörden mitteilen, wie sie ihre Kapitallücken schließen wollen. Laut EBA benötigt die Erste Group 743 Millionen Euro, bei der Raiffeisen belaufe sich die Kapitallücke indessen auf 2,1 Milliarden Euro.
Moderate Zuschläge konnten Flughafen Wien einfahren (plus 0,32 Prozent auf 27,99 Euro). Die Wertpapierspezialisten der Erste Group hatten ihr Anlagevotum für die Aktie von "Reduce" auf "Hold" angehoben. Zudem war das Kursziel leicht von 30,0 auf 31,0 Euro erhöht worden./bel/APA/he