WIEN (dpa-AFX) - Die Wiener
Börse hat den letzten Handelstag vor den Weihnachts-Feiertagen mit moderaten Kursverlusten beendet. Der
ATX fiel am Freitag um 0,31 Prozent auf 2.404,37 Punkte. Der nächste Handelstag findet erst wieder am kommenden Donnerstag (27. Dezember) statt.
Auch das europäische Umfeld schloss überwiegend mit Abschlägen. Eingetrübt wurde die Stimmung von den Sorgen um den US-Budgetstreit. Die Gespräche zwischen Regierung und Kongress drohen zu scheitern, nachdem es dem republikanischen Verhandlungsführer John Boehner am Donnerstag nicht gelungen war, eine Mehrheit des Repräsentantenhauses hinter seinen Kompromissvorschlag zu bringen.
In den Fokus rückte zu Mittag zudem der große Verfall an den Terminmärkten, dem sogenannten "Hexensabbat". Bei hohen Umsätzen konnte der ATX im Zuge dessen sein Minus stark eingrenzen. Nachdem er sich zuvor noch mit einem Abschlag von über eineinhalb Prozent präsentiert hatte, konnte er im Anschluss an die Verfallsperiode mehr als ein Prozent wieder gutmachen. Auch in einigen Einzelwerten kam es während der Verfallsperiode zu deutlichen Kursbewegungen. So konnten Erste Group (Erste Group Bank) und Voestalpine (VOGT electronic) bei hohen Volumina ihre Kursverluste klar reduzieren.
Überdies war die Schuldenkrise in Europa wieder ein Thema. Die Ratingagentur Standard & Poors hat die Bonität für Zypern um zwei Stufen auf "CCC+" gesenkt.
An der Spitze der Kursliste schlossen Strabag mit plus 5,72 Prozent auf 21,35 Euro. Der Baukonzern hat sich bei einem Bankenkonsortium - darunter Deutsche Bank und BayernLB - einen syndizierten Barkredit über 400 Millionen Euro mit einer Laufzeit von fünf Jahren organisiert. Die langfristige Kreditzusage sichere dem Konzern seine "komfortable Liquiditätsposition" ab.
Im Plus notierten auch conwert, die Papiere legten 0,58 Prozent auf 9,53 Euro zu. Der Wohnimmobilien-Konzern übernimmt 60 Prozent an der deutschen Kommunale Wohnen AG (KWG) und erwirbt damit Vermögenswerte im Volumen von rund 260 Millionen Euro. Durch den Erwerb erweitert das Unternehmen sein bisheriges Deutschlandportfolio um etwa zwei Drittel. Ein Übernahmeangebot für die KWG wolle man jedoch nicht vorlegen, hieß es vonseiten der conwert.
Federn lassen mussten indessen Bankwerte. Erste Group sackten um 2,08 Prozent auf 23,60 Euro ab und Raiffeisen (Raiffeisen Bank International) büßten bis Handelsschluss 1,42 Prozent auf 30,92 Euro ein.
Immofinanz (IMMOFINANZ) knüpften an ihre Vortagesverluste an und fielen erneut um 0,40 Prozent. Nach einer Ergebniswarnung im Rahmen der Vorlage der Halbjahresbilanz waren die Papiere am Donnerstag um gut viereinhalb Prozent abgerutscht./bel/ste/APA/jha