WIEN (dpa-AFX/APA) - In einem weitgehend positiven Umfeld in Europa hat die Wiener
Börse am Dienstag gut behauptet geschlossen. Der
ATX stieg bis zum Handelsende um marginale 1,43 Punkte oder 0,07 Prozent auf 2.197,72 Einheiten. Gestützt von positiven Vorgaben aus Übersee und schwindenden Konjunktursorgen hatten die europäischen Börsen am bis zum Mittag fester tendiert, bevor uneinheitliche US-Konjunkturdaten am Nachmittag für Bewegung sorgten. Dass die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) am späten Montag die Kreditwürdigkeit Griechenlands in Reaktion auf den ausgehandelten Schuldenschnitt von "CC" auf "Selective Default" zurückgenommen hatte, hätte sich kaum auf den österreichischen Aktienmarkt ausgewirkt, sagte ein Händler.
Dort herrschte eine dünne Nachrichtenlage, die Umsätze blieben schwach. Größere Kursausschläge habe es nicht gegeben, insgesamt sei das Bild gemischt, sagte der Händler.
Die am Morgen vorgelegte Quartalsbilanz des Versorgers EVN trafen dem Händler zufolge die Erwartungen. Das Unternehmen hatte für das erste Vierteljahr des Geschäftsjahres 2011/12 ein Umsatzplus von 3,4 Prozent auf 829,7 Millionen Euro und einen Zuwachs beim Konzernergebnis um 1,8 Prozent auf 89,5 Millionen Euro vermeldet. Die Aktie entwickelte sich über weite Strecken des Tages schwächer als der Markt. Gegen Handelsende machte sie jedoch einen Sprung nach oben, sodass zum Börsenschluss ein überdurchschnittliches Plus von 0,72 Prozent auf 10,50 Euro stand.
Unter den Schwergewichten legten Voestalpine (VOGT electronic) um 1,76 Prozent auf 27,53 Euro zu, und Andritz stiegen 0,45 Prozent auf 75,14 Euro. Telekom Austria schlossen mit einem Aufschlag von letztlich 0,63 Prozent auf 8,88 Euro. Die Finanzexperten der Berenberg Bank hatten das Kursziel für die Aktie in ihrer jüngsten Studie von 7,20 auf 7,90 Euro nach oben revidiert, die Verkaufsempfehlung "Sell" aber beibehalten.
Einbußen mussten OMV hinnehmen, die den Handel mit einem Minus von 0,89 Prozent bei 27,98 Euro beendeten. Das Bankenschwergewicht Erste Group (Erste Group Bank) büßte vor der für Mittwoch geplanten Bilanzvorlage für 2011 um 0,52 Prozent auf 18,06 Euro ein.
Zur Wochenmitte legten auch der Stromproduzent Verbund und der Mautbetreiber Kapsch TrafficCom ihre Zahlen vor. Die Aktien gingen am Dienstag mit Abschlägen aus dem Handel: Verbund-Papiere verloren 0,96 Prozent auf 22,24 Euro, Kapsch TrafficCom 1,51 Prozent auf 60,08 Euro. Am Dienstag nach Börsenschluss wird zudem der Aluminiumkonzern AMAG über die Geschäftsentwicklung 2011 berichten. Die Aktie des Unternehmens gewann am Dienstag 1,22 Prozent auf 19,03 Euro, zwischenzeitlich hatte sie mehr als vier Prozent im Plus gelegen./ana/APA/stw