WIEN (dpa-AFX/APA) - Die Wiener
Börse hat am Donnerstag mit Kursgewinnen geschlossen. Der
ATX legte um 1,20 Prozent auf 1.773,55 Punkte zu. Händler verwiesen auf den positiven Trend an den internationalen Börsen. Besser als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten sowie eine erfolgreiche Auktion spanischer Staatsanleihen sorgten für Rückenwind nach den herben Verlusten an den Vortagen.
Auf Unternehmensseite stand in Wien die Bilanz des Energieversorgers EVN auf der Agenda. Dieser hatte bei stagnierendem Umsatz einen Rückgang beim Konzernergebnis vermeldet, gleichzeitig aber angekündigt, die Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr leicht von 0,40 auf 0,41 Euro je Aktie erhöhen zu wollen. Die EVN-Aktie schloss 1,05 Prozent leichter auf 10,33 Euro.
Getragen wurde das Plus beim heimischen Börsenbarometer von den Gewinnen im Bankensektor. Raiffeisen (Raiffeisen Bank International) verzeichneten einen Aufschlag um 5,32 Prozent auf 18,40 Euro, während Erste Group (Erste Group Bank) 3,15 Prozent auf 11,62 Euro zulegten. Wie die Erste Group am Morgen mitteilte, verkleinert die Bank ihren Holding-Vorstand von sieben auf fünf Mitglieder. Gleichzeitig wurde seitens des Aufsichtsrates die Mandatsverlängerung des Vorstandsvorsitzenden Andreas Treichl sowie der weiteren verbleibenden vier Vorstände bis Mitte 2017 beschlossen.
Zudem berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg, dass sich die ungarische Regierung bereit erklärt hat, einen Teil der Kosten zu übernehmen, die sich aus der zwangsweisen Konvertierung von Frankenkrediten in Forint zu einem günstigen Kurs ergeben. Ohne eine solche Regelung hätten die betroffenen Banken, darunter Töchter der Raiffeisen Bank International und der Erste Group, die Kosten durch das im September im ungarischen Parlament beschlossene Gesetz zu Fremdwährungskrediten alleine tragen müssen. Einem Aktienhändler in Wien zufolge habe die Nachricht aber "keine positiven und keine negativen Effekte auf die Bankaktien", zumal man im Vorfeld bereits von einer entsprechenden Einigung ausgegangen sei.
Umsatzspitzenreiter im prime market waren an diesem Donnerstag Telekom Austria-Aktien, (Telekom Austria) die sich vor der Aufsichtsratssitzung am Freitag 1,02 Prozent auf 9,01 Euro verteuerten. Im Vorfeld der Sitzung sorgten die Dividendenpolitik sowie die Eigenkapitalquote von rund 11 Prozent für Kritik; Rätselraten gibt es weiterhin auch um die Absichten des österreichischen Investors Ronny Pecik, der gemeinsam mit dem ägyptische Milliardär Naguib Sawiris mittlerweile 16 Prozent der Telekom-Anteile hält./ana/teo/APA/jha/