WIEN (dpa-AFX/APA) - Die Wiener
Börse hat am Montag stark verloren und ist auf neue Zweijahrestiefs gefallen. Der
ATX verlor 4,76 Prozent auf 1.711,02 Punkte und schloss damit auf dem tiefsten Stand seit April 2009.
Für Verunsicherung an den Börsen sorgte weiter die Schuldensituation in Europa und den USA. In Europa stiegen die Anleihenrenditen von Problemländern teilweise wieder und schürten damit die Ängste vor der Euro-Schuldenkrise. Zudem richtete sich der Blick verstärkt auf die Schuldenproblematik in den USA.
Die Gespräche zwischen Demokraten und Republikanern zum gezielten Abbau des Rekord-Schuldenbergs der USA von mehr als 15 Billionen US-Dollar dürften Medienberichten zufolge gescheitert sein. Bis Mittwoch müsste sich das überparteiliche Komitee auf einen Sanierungsplan einigen, sonst treten automatische Budget-Kürzungen ab 2013 über alle Bereiche hinweg in Kraft.
Finanzwerte zählten vor dem Hintergrund der Schuldenkrise in ganz Europa zu den größten Kursverlierern. In Wien büßten Erste Group (Erste Group Bank) 9,46 Prozent auf 11,82 Euro ein, Raiffeisen (Raiffeisen Bank International) verloren 5,80 Prozent auf 15,34 Euro. Beide Aktien fielen damit auf neue Mehrjahrestiefs.
Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) und die Finanzmarktaufsicht (FMA) haben am Montag ein Paket mit verschärften Eigenkapitalanforderungen für die Refinanzierung der CEE-Banktöchter präsentiert. Die konkreten Auswirkungen auf die Banken sind noch nicht klar, sagte ein Aktienanalyst in einer ersten Reaktion. Generell sei das vorgestellte Paket aber nicht überraschend gekommen.
Auch alle anderen Branchen zeigten sich sehr schwach. Unter den größten Verlierern fanden sich auch viele konjunktursensitive Werte wie Wienerberger (minus 6,67 Prozent auf 6,80 Euro) oder Voestalpine (voestalpine) (minus 6,47 Prozent auf 18,80 Euro). Unter den weiteren ATX -Schwergewichten verloren Andritz 3,91 Prozent auf 60,51 Euro. OMV fielen um 3,21 Prozent auf 22,00 Euro und Telekom Austria (ThyssenKrupp) um 3,35 Prozent auf 7,95 Euro./mik/APA/stb