FRANKFURT (Dow Jones)--Nachdem die Rating-Agentur Standard & Poor's (S&P) 15 der 17 Mitgliedern des Gemeinsamen Währungsgebiets mit einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit gedroht hat, ist der deutsche Aktienmarkt mit Verlusten in den Dienstag gestartet. Im frühen Geschäft grenzen die Indizes die ersten Abschläge erwartungsgemäß allerdings bereits wieder etwas ein. Am Morgen verliert der Dax 0,7% oder 44 auf 6.062 Punkte. Im Tagestief hatte er bereits 1,6% tiefer bei 6.006 Punkten notiert. In der zweiten Reihe geht es für den MDAX um 0,7% oder 67 auf 8.977 Punkte nach unten, der TecDax gibt um 0,9% oder 6 auf 696 Punkte nach.
"Das erhöht eigentlich nur noch einmal den ohnehin schon starken Druck auf die Politik, bei dem EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag so etwas wie den 'großen Wurf' zu präsentieren", sagt ein Händler. Allerdings gehe es dabei nicht darum, S&P zu überzeugen, sondern der Europäischen Zentralbank Argumente zu liefern, im ersten Quartal kommenden Jahres, wenn die Refinanzierungsprobleme Italiens und Spaniens am größten seien, die Notenpresse anzuwerfen und somit für einen begrenzten Zeitraum den "lender of last resort" zu geben.
Auch der Euro legt wieder zum Dollar zu und die derzeit als besonders gutes "Panikbarometer" geltenden Renditen der zehnjährigen italienischen Staatsanleihen bleiben unter 6%.
Dessen ungeachtet werden in frühen Geschäft zunächst einmal reflexartig Bankenaktien verkauft: Commerzbank geben um 2,2% auf 1,41 EUR nach, Deutsche Bank um 0,7% auf 30,02 EUR. In der zweiten Reihe verlieren Aareal Bank 2,8% auf 14,11 EUR.
Mit Blick auf die Einzelwerte stehen RWE im Fokus: Der unter anderem vom Atomausstieg gebeutelte Versorger kündigte am Montagabend an, 52,3 Mio neue Aktien auszugeben und gleichzeitig 28,1 Mio eigene Anteilsscheine zu veräußern. "Die Kapitalerhöhung kommt nicht überraschend, das Volumen ist für das aktuelle Umfeld allerdings sehr hoch", sagt ein Marktteilnehmer. Für RWE geht es um 11,5% auf 26,86 EUR nach unten. Die Papiere des Indexschwergewichts E.ON verbilligen sich im Kielwasser um 4,3% auf 17,40 EUR.
FMC verlieren gegen den Trend bei den als defensiv geltenden Werten 1,9% auf 49,98 EUR. Die Analysten von Nomura haben ihre Empfehlung für die Aktien des Dialysespezialisten auf "Reduce" von "Neutral" gesenkt. Sie sprechen von einer "exzessiven Bewertung" und warnen davor, dass der Kurs auf 32,50 EUR je Aktie fallen könnte, sollten alle negativen Szenarien vollständig eintreten.
DJG/jej/gos
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December 06, 2011 03:54 ET (08:54 GMT)
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