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12.09.2012 18:00

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€uro am Sonntag

AKTIEN SIND SACHWERTE

Rückkehr zur Aktienanlage

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Dan Sauer, Nordea Fonds Service
Wohin nur mit meinem Geld? Angesichts der anhaltenden Euro- und Staatsschuldenkrise stellen sich immer mehr Bundesbürger diese Frage. Angesichts der Unsicherheit an den Märkten sollten die Privatanleger wieder verstärkt auf Aktien setzen.

Dan Sauer, Gastautor von Euro am Sonntag

Es geht um große Summen. Der Deutschen Bundesbank zufolge beträgt das Geldvermögen der Deutschen gut 4,8 Billionen Euro. Ein Großteil davon sind Bankeinlagen, also Tagesgeld, Festgeld sowie Geld auf Sparbüchern und auf den Namen lautende Sparbriefe. Allerdings reicht die Verzinsung der Einlagen in der Regel nicht einmal aus, um die Inflationsrate in Deutschland von aktuell 1,8 Prozent auszugleichen. Die Folge sind reale Verluste. Wer es sich leisten kann, flüchtet daher in Immobilien und Gold. Entsprechend stark sind die Preise für diese Sachwerte bereits gestiegen. Ganz Reiche sollen sich sogar für Ackerland interessieren.

Doch auch Aktien rücken wieder in den Blickpunkt. Diesen Eindruck vermittelt eine Erhebung des Deutschen Aktieninstituts (DAI). So ist die Zahl der Aktionäre und Besitzer von Aktienfondsanteilen im ersten Halbjahr 2012 deutlich gestiegen. Insgesamt waren 10,2 Millionen Anleger direkt oder indirekt in Aktien investiert. Das sind fast 16 Prozent der Bevölkerung. Im internationalen Vergleich ist das zwar immer noch wenig, aber seit Ende 2010 weist der Trend aufwärts. Der jüngste, dritte Anstieg in Folge fiel mit 1,5  Millionen Anlegern kräftig aus: Eine noch stärkere Zunahme war nur im Jahr 2000 mit damals 3,6 Millionen neuen Aktienanlegern zu verzeichnen. Kurz darauf platzte die Dotcom-Blase, und viele Neuaktionäre, die auf dem Höhepunkt der Hausse in den Aktienmarkt eingestiegen waren, erlitten herbe Verluste. Die Folge: Frustriert kehrten etliche Anleger der Börse den Rücken. Nun sorgt die Angst der Menschen um ihre Ersparnisse offenbar für eine erneute Kehrtwende.

Aktien sind Sachwerte
wie Gold oder Immobilien

Tatsächlich sprechen gute Gründe für eine Anlage in Aktien. Erstens: Wie Immobilien, Gold oder auch Ackerland sind Aktien reale Werte. Denn Aktien verbriefen einen Anteil an Unternehmen. Eigentlich müssten die Deutschen ein Volk der Aktionäre sein. Denn in kaum einem Land finden sich über fast alle Branchen hinweg so viele exzellente Unternehmen wie in Deutschland. Auch die Historie des Deutschen Aktienindex (DAX) kann sich sehen lassen. Der DAX (Indexbasis bei 1.000 Punkten per 31. Dezember 1987) wurde am 1. Juli 1988 eingeführt und startete bei 1163,52 Punkten. Ende August 2012 lag der Index bei 7.000 Punkten. Daraus errechnet sich ein Plus von gut 600 Prozent. Die durchschnittliche Jahresrendite beträgt laut DAI-Renditedreieck rund acht Prozent.

Die Performance des vergleichbaren US-Aktienbarometers Dow Jones Industrial Average Total Return Index ist im gleichen Zeitraum mit durchschnittlich gut elf Prozent jährlich sogar noch besser. Das macht Aktien zu einem idealen Anlagemedium im Rahmen der Altersvorsorge.
Im Gegensatz zu fast allen Staatsanleihen und den meisten anderen Zinspapieren verfügen Aktien quasi über einen eingebauten Inflationsschutz. In Zeiten moderater Inflation (bis etwa fünf Prozent) sind Unternehmen mit Preissetzungsmacht in der Lage, ­steigende Preise auf der Einkaufsseite auf die Endkunden abzuwälzen. Damit bleiben die Gewinne stabil und landen via Dividendenausschüttung bei den Aktionären.

Apropos Dividende: Auch sie ist ein starkes Argument für Aktien. Etliche solide Unternehmen glänzen derzeit mit ausgesprochen hohen Dividendenrenditen. Seit Ausbruch der Finanzmarktkrise 2008 liegt die durchschnittliche Dividendenrendite aller 30 DAX-Unternehmen fast durchweg deutlich oberhalb der Rendite für zehnjährige Bundesanleihen. Im Durchschnitt beträgt die Dividendenrendite derzeit rund vier Prozent; eine zehnjährige Bundesanleihe kommt nur auf 1,6 Prozent. Zugleich sind die Risiken für Aktionäre überschaubar, vor allem wenn sie den Fokus auf große und somit liquide, ertragsstarke Unternehmen setzen.

In Zukunft kommen Anleger auf der Suche nach Rendite an soliden Dividendenpapieren nicht vorbei. Der Grund: Viele Staatsanleihen als die wichtigste Alternative zu Aktien bringen derzeit kaum noch Rendite — zumindest wenn sie über ein Top-Rating verfügen. Rund um den Globus tun Politik und Notenbanken alles, um das Zinsniveau zu senken: In den USA, Großbritannien, Japan, Deutschland, Frankreich und der Schweiz befinden sich die Zinsen jeweils auf historisch niedrigem Niveau zwischen null und zwei Prozent.

Und in all diesen Ländern dürfte die Inflation spürbar anziehen, sobald die Konjunktur kräftig Fahrt aufnimmt. Die Logik hinter dieser Politik: So hoffen die Staaten, ihr Schuldenproblem in den Griff zu bekommen. Niedrige Zinsen für Anleger verbilligen die Aufnahme neuer Staatsschulden. Und eine höhere Inflation entwertet die vorhandenen Staatsschulden. Die meisten Regierungen würden diese als „Finanzrepression“ bezeichnete Politik nie öffentlich zugeben. Tatsächlich scheint sie längst gängige Praxis in den USA, der Eurozone, Großbritannien und Japan — fast in der gesamten westlichen Welt; nur Nordeuropa und die Rohstoffstaaten Kanada und Australien sind Ausnahmen.

Insofern wundert es nicht mehr, wenn die bisher als Aktienmuffel verschrienen Deutschen sich langsam, aber sicher der Aktie zuwenden. Es ist durchaus realistisch, dass es in Deutschland in zehn Jahren 15 Millionen direkte und indirekte Aktionäre gibt.

Diesmal jedoch sollten die Anleger weniger auf Einzelaktien setzen. Wer eine anständige Rendite bei überschaubarem Risiko erzielen möchte, muss vor allem eins tun: sein Geld streuen — und zwar über Branchen und Re­gionen. Dies geht am besten mit Aktienfonds, vor allem wenn das Fondsmanagement weltweit in ausgesuchte Qualitätsaktien investiert. Ein gutes Fondsmanagement findet immer attraktiv bewertete Aktien, deren Kurse nicht dem tatsächlichen Wert dieser Unternehmen entsprechen. Dieser als Value-Investing bezeichnete Ansatz verspricht langfristig hohe Renditen.

Skandinavien ist eine der
attraktiven Anlageregionen

Als Anlageregionen sind derzeit vor allem die USA, Asien und Nordeuropa attraktiv. Zudem ragt inmitten der krisengeschüttelten Eurozone Deutschland heraus. Die drei skandinavischen Länder Dänemark, Norwegen und Schweden haben ihre eigene Währung behalten und stehen seit vielen Jahren gut da. Die Staatsverschuldung liegt weit unter dem ­europäischen Durchschnitt. Skandinavische Firmen wiederum gelten als wettbewerbsstark und innovativ. Trotz der Krise in der ­Eurozone erwartet die OECD für 2013 für Schweden ein Wachstum von 2,8 Prozent und für Norwegen von 2,6 Prozent. Für Dänemark wird ein moderates Plus vorausgesagt. In den USA wiederum scheint sich die Konjunktur zu erholen. Global Player wie Apple, Micro­soft oder Walmart glänzen ohnehin durch stabile Gewinne. Dennoch ist auch hier eine sorgfältige Titelauswahl unumgänglich.
Die Frage „Wohin mit meinem Geld?“ lässt sich jedenfalls eindeutig beantworten: in Aktienfonds, die in Qualität investieren.
Bessere Rendite (pdf)

zur Person:

Dan Sauer, Geschäftsführer
Nordea Fonds Service

Der Autor ist seit 2008 Geschäftsführer der ­Nordea Fonds Service GmbH, zuvor war er dort mehr als sechs Jahre als Senior Manager im ­Bereich Sales Institutional Clients tätig. Der Volljurist verfügt über zwölf Jahre Investmenterfahrung.
Nordea Investment Funds S.A. ist Teil der Nordea Gruppe, die Anlagegelder in Höhe von 197 Milliarden Euro verwaltet. Um eine breite Palette an Produkten anbieten zu können, verfolgt Nordea qua ­Vertrieb von intern und extern verwalteten Fonds eine Multi-­Boutique-Strategie.

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Kommentare zu diesem Artikel

EDF schrieb:
12.09.2012 22:17:34

Nur zum Verständnis ... wo soll das hingehen mit den Aktien? Wir sind 10% unter den Allzeithoch des DAX und des DOWs. Bloß damals war die Wirtschaft viel stärker ... ist das die Inflationsangst, aber bei einer Inflation machts auch irgendwann BUMM Spinnen die Alle??

Hamtaro schrieb:
12.09.2012 18:40:35

Auf Aktien kommt der Privatanleger erst immer wenn die Kurse schon oben sind.

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