MÜNCHEN (dpa-AFX) - Bei der außerordentlichen Hauptversammlung des pleitebedrohten Holzverarbeiters
Pfleiderer haben zahlreiche Aktionäre Widerstand gegen das geplante Sanierungskonzept angekündigt. "Jede geordnete Insolvenz muss besser sein", sagte Jochen Knoesel, Vorstand des Vereins zur Förderung der Aktionärsdemokratie. Mit Rücksicht auf die insgesamt 5.000 Mitarbeiter sei ein Insolvenzverfahren besser als "ein Vorgehen nach dem Willen der Heuschrecken". Damit spielte Knoesel auf die Banken und Hedge-Fonds an, die nach der Sanierung die Kontrolle über das Unternehmen haben sollen.
Die Aktionäre sollen gemäß des Sanierungskonzepts auf 99 Prozent ihres Kapitals verzichten, was einer Enteignung gleichkommt. "Ich fühle mich gedrückt, wenn nicht sogar erpresst", kritisierte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). "Es kann ja nicht sein, dass wir Hegde-Fonds sponsern", sagte der Umzugsunternehmer Klaus Zapf, der bei Pfleiderer Aktionär ist und mit Klagen gegen Aktiengesellschaften von sich reden machte.
Applaus erhielten sämtliche Redner, die Beratungskosten von rund 50 Millionen Euro kritisierten und den Vorstandsvorsitzenden Hans Overdiek zum Rücktritt aufriefen. Overdiek hatte kurz vor Beginn der Wirtschaftskrise federführend die Expansion Pfleiderers in die USA vorangetrieben./fin/DP/enl