01.02.2013 13:40
Bewerten
 (0)

R O R R O

Allianz Global Investors
Die Aktienmärkte haben auf „Risiko On“ umgeschaltet. Aber die Herausforderung für Anleger heißt unverändert: finanzielle Repression.
Das hat auch unser Investmentforum bestätigt. Und vor allem die G-4-Zentralbanken rund um den Globus erinnern uns daran. Sie pumpen weiter Liquidität in die Märkte – mit Hochdruck. Hier sei zunächst die US-Zentralbank Fed genannt, die auf „QE 3“ – die geldpolitische Lockerung, dritter Teil – umgeschaltet hat. Auch die Bank of Japan, die sich jetzt auf ein Inflationsziel festnageln ließ (Wo bleibt bloß ihre Unabhängigkeit?), kauft fleißig immer mehr Schuldtitel des Inselstaates auf.

Ausgesprochen oder unausgesprochen haben sich die Zentralbanken vom Ziel, das Preisniveau zu festigen, wegentwickelt: hin zur Stabilisierung des Finanzsystems und der öffentlichen Haushalte. Einzig und allein die Europäische Zentralbank (EZB) scheint sich um die Liquidität zu sorgen und ließ eine Rückabwicklung ihrer langfristigen Tender zu. Insgesamt jedoch stehen wir vor einem Paradigmenwechsel!

Problematisch ist auch: Die Zentralbanken kaufen fleißig auf, haben aber keine „Exit Strategy“. Je mehr sie zum wichtigsten Käufer von Staatsanleihen geworden sind, desto schwieriger können sie diese wieder „versilbern“. Ein starker Renditeanstieg wäre die Folge. Auch sind sie Gefangene ihres eigenen Erfolges. Die Investoren – von Liquidität und Hoffnung auf Normalisierung getrieben – schalten stärker von „Risk Off“ in den „Risk-on“-Modus. Umso schwieriger wird es, andere Investoren zu motivieren, ihre Gelder in Papiere mit negativer Realverzinsung zu investieren oder dort investiert zu lassen. Wohl oder übel sind die „Lender of last resort“ (die Geldgeber letzter Instanz) zum „Buyer of last resort“ (Anleihenkäufer letzter Instanz) geworden.

Für Anleger geht es unverändert um „RORRO“: „Risk On – Real Return On“. Denn: Die aufstrebenden Staaten versprechen in diesem Jahr weiterhin den größten Wachstumsbeitrag für die Weltwirtschaft zu liefern. Aber auch in den USA ist das Bild freundlicher geworden, der Häusermarkt scheint sich zu stabilisieren. Die Eurozone bleibt zwar von Wachstumsrisiken überlagert, doch die Operationen der EZB haben das Bild deutlich verbessert. Erfreulich auch: Die Bewertungen an den Aktienmärkten sind unverändert attraktiv, wenn es sich hier auch sicher lohnt, nach Ländern und Regionen zu unterscheiden.

Autor: Hans-Jörg Naumer, Global Head of Capital Markets & Thematic Research Allianz Global Investors

Entscheidende Einblicke für vorausschauende Anlagestrategien! Wir sind überzeugt: Nur wer heute schon versteht, wie sich unser Leben in Zukunft entwickelt, kann vorausschauend investieren. Allianz Global Investors ist mit fachübergreifenden Kompetenzteams und Spezialisten global vertreten. Ausführliche Informationen erhalten Sie unter www.allianzglobalinvestors.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Artikel empfehlen?
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Anzeige

Heute im Fokus

DAX schließt leicht im Minus -- Dow schließt nach Fed-Zinsentscheid deutlich stärker -- Russische Regierung verkauft Devisen wegen Rubelverfall -- Samsung, Philips, Fed-Sitzung im Fokus

Fed stimmt Märkte auf kommende Zinserhöhung ein. Präsidentenwahl in Griechenland geht in die zweite Runde. Blackberry will mit dem 'Classic' alte Fans zurückgewinnen. Coeure: Breiter Konsens im EZB-Rat für zusätzliche Maßnahmen. Commerzbank fällt wegen Russland-Sorgen ans DAX-Ende. Obama unterzeichnet Haushalt.
Wer hat die USA von Platz 1 verdrängt?

schaften der Welt

europa

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

So viel erhalten die Deutschen

Aktien-Profiteure der Cannabis-Legalisierung in den USA

Mit welchen Techniken sparen Weltkonzerne Steuern?

Welche sind die reichsten Amerikaner unter 40 Jahren?

Wenn Zukunft Gegenwart wird

mehr Top Rankings

Umfrage

Bundeskanzlerin Angela Merkel will sich mit Haut und Haar für das Freihandelsabkommen mit den USA stark machen. Was halten Sie von TTIP?