HAMBURG (dpa-AFX) - Europas größter Versicherer
Allianz fordert die Abschaffung des gerade erst eingeführten Zwangsselbstbehalts in der Managerhaftpflicht. In einem Beitrag in der Online-Ausgabe der "Financial Times Deutschland" (Freitag) kritisiert Vorstand Clement Booth "unnötige Kosten", die die Regelung verursache. Zudem sei das deutsche Gesetz deutlich strenger als vergleichbare Vorschriften in anderen Ländern.
Mit der Managerhaftpflicht, die nach dem englischen Vorbild "Directors' & Officers' Liability Insurance" mit D&O abgekürzt wird, decken Aktiengesellschaften und andere große Firmen ihr Führungspersonal gegen Vermögensschäden ab, die sie in ihrer Berufs- oder Aufsichtstätigkeit verursachen. Diese Absicherung ist seit Jahren politisch umstritten. Manager könnten damit ihre Verantwortung abwälzen, so der Vorwurf.
Mit dem seit August gültigen "Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung" führte die große Koalition daher eine verbindliche Selbstbehaltsregelung ein. Kommt es zu einem Schaden, muss ein Manager mindestens zehn Prozent und bis zu anderthalb Jahresgehälter selbst tragen./stw/wiz