10.12.2012 13:41
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Allianz fordert langfristige Perspektive für die Eurozone

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Vertreter des größten deutschen Versicherers Allianz haben ein klares "Zielbild" für die Eurozone in zehn Jahren verlangt. "Um private Investoren zurückzugewinnen, müssen diese auch die Spielregeln kennen, die künftig für die Eurozone gelten", sagte Jay Ralph, Chairman für Asset Management am Montag in Frankfurt bei der Vorstellung des Papiers "Euro 2022". "Anhaltende Unsicherheit und Unentschlossenheit schrecken Investoren ab." Stabilität und Berechenbarkeit müssten wieder einkehren.

 

    "Die europäische Integration und Einheit muss eine neue Stufe erreichen", sagte Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz. Die Eurozone brauche ein Ziel, um damit auch mehr Akzeptanz in der Bevölkerung zu gewinnen. "Notwendig ist eine partielle Übertragung von Souveränität auf die europäische Ebene, um die Entscheidungsbefugnisse der EU-Institutionen zu stärken." Heise forderte erneut einen Finanzkommissar, der falls nötig in die nationale Budgethoheit eingreifen kann. Gleichzeitig seien auch klare Austrittsregeln für Länder notwendig und eine Insolvenzregelung von Staaten. Zudem brauche man einen Mechanismus der makroökonomische Ungleichgewichte identifiziert und korrigiert.

 

    "Ohne die Rückkehr privater Investoren ist eine Lösung der Krise in der Eurozone nicht möglich", sagte Ralph. Diese brächten eine langfristige Perspektive. "Es gibt aber zuletzt eine Reihe von Gründen optimistisch für die Eurozone zu sein." EZB-Präsident Mario Draghi habe mit seinen Aussagen alles zu tun, um die Eurozone zu retten, zu einer nachhaltigen Beruhigung der Finanzmärkte beigetragen. Aber auch die Politik habe durch die Schaffung des Rettungsschirm ESM und die vorgesehene Bankenunion wichtige Voraussetzungen für die Bewältigung der Krise geschaffen. Der Abbau von Risiken in den Bankbilanzen mache Fortschritte. Zudem zeigten auch die Reformen in den Eurokrisenländern positive Folgen./jsl/jkr

 

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