MÜNCHEN (Dow Jones)--Trotz hoher Belastungen aus Naturkatastrophen hat die
Allianz SE im ersten Quartal Umsatz und Gewinn gesteigert. Nach dem guten Jahresauftakt bleibt der gemessen am Prämienaufkommen größte europäische Versicherer deshalb optimistisch, das laufende Jahr planmäßig mit 7,2 Mrd EUR operativem Gewinn beenden zu können.
"Obwohl man die Zahlen des ersten Quartals nicht auf das gesamte Jahr hochrechnen kann, sind wir aus heutiger Sicht auf dem Weg, das für das Geschäftsjahr 2010 angestrebte operative Ergebnis von 7,2 Mrd EUR plus/minus 500 Mio EUR im Konzern zu erreichen", sagte Vorstandsvorsitzender Michael Diekmann auf der Hauptversammlung am Mittwoch in München. Ende Februar hatte die Allianz erstmals angekündigt, das operative Ergebnis werde zwischen 6,7 Mrd und 7,7 Mrd EUR liegen. 2009 war der operative Gewinn um 2% auf 7,18 Mrd EUR gesunken.
Der Ausblick fuße auf einem stabilen Zinsumfeld und erschütterungsfreien Kapitalmärkten, sagte Diekmann. "Ferner ist unterstellt, dass sich Großschäden aus Naturkatastrophen im Jahresverlauf auf das gewöhnliche Niveau reduzieren." In der Sachversicherung hatten Großschäden aus Naturkatastrophen im ersten Quartal über 500 Mio EUR ausgemacht - mehr als doppelt so viel wie in einem gewöhnlichen Quartal. Davon machten Schäden aus dem Wintersturm Xynthia und dem Erdbeben in Chile jeweils 170 Mio bis 190 Mio EUR aus.
Die Aufwendungen für Großschäden hätten das operative Ergebnis in der Schaden- und Unfallversicherung im Auftaktquartal unter den Vorjahreswert von 969 Mio EUR gedrückt, sagte Diekmann vor 3.800 Aktionären und Aktionärsvertretern. Hingegen lägen die Segmente Leben- und Krankenversicherung sowie Asset Management "deutlich" über dem jeweiligen Vorjahreswert von 402 Mio EUR und 211 Mio EUR. In diesen beiden Bereichen seien zudem "ganz erhebliche" Umsatzsteigerungen gelungen, während die Einnahmen in der Sachversicherung global gesehen stabil geblieben seien.
Ersten Kennzahlen zufolge stieg der Umsatz des DAX-Konzerns im ersten Quartal auf mehr als 30 (Vorjahr: 27,7) Mrd EUR. Das operative Ergebnis legte zugleich auf rund 1,7 (1,4) Mrd EUR zu.
Die Allianz stehe operativ gut da und agiere auf einem "gesicherten Kapitalfundament", sagte der Vorstandsvorsitzende. Aktuell sei es "besonders wichtig", die finanzielle Stabilität zu sichern. "Dazu prüfen wir auch regelmäßig, ob unsere Dienstleistungen die Interessen von Kunden, Vertriebspartnern und Aktionären ausbalancieren."
Um ihr Kapital zu schützen, würden Übernahmen und Zukäufe durch die Allianz sorgfältig abgewogen, sagte Diekmann weiter: "Dabei beobachten wir intensiv den Markt und werden nicht zögern, wenn sich Zukäufe abzeichnen, die zu unseren Zielen passen." Es gebe jedoch keinen Druck zuzukaufen, nur weil Mitbewerber dies tun würden.
Am Aktienmarkt erholte sich die Allianz-Aktie nach der Vorlage erster Kennziffern zum ersten Quartal von anfänglichen Verlusten. Bis 11.23 Uhr zog der Kurs um 1,4% auf 85,63 EUR an. Endgültige Quartalszahlen will die Allianz am 12. Mai vorlegen.
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-Von Rüdiger Schoß, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 117,
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May 05, 2010 05:40 ET (09:40 GMT)
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