Von Jan Hromadko
DÜSSELDORF--Die deutsche Stahlbranche kann angesichts der Energiewende und den Änderungen im CO2-Zertifikatehandel in der EU auf die Unterstützung der Politik zählen. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) will energieintensive Industrien vor zu hohen Strompreisen schützen und einen Ausgleich leisten. "Sie haben mein Wort, die Bundesregierung wird sich hierfür einsetzen", sagte Altmaier vor Vertretern der Stahlindustrie auf einer Konferenz in Düsseldorf. Details werden die zuständigen Ministerien laut Altmaier bis Ende des Jahres ausarbeiten.
Die Energiewende hat in den vergangenen Monaten die Kritik von Verbrauchern und Industrie auf sich gezogen, angesichts der zu erwartenden beträchtlichen Strompreiserhöhungen. Besonders die Branchen mit extrem hohem Energieverbrauch haben wiederholt vor einer möglichen Schwächung der deutschen Industrie gewarnt, sollte der Anstieg in dem Tempo weitergehen.
Hinzu kommt, dass die Stromversorger ab dem kommenden Jahr ihre CO2-Zertifikate komplett selbst über den Markt beschaffen müssen. Es wird erwartet, dass sie die Kosten zumindest teilweise an ihre Kunden weitergeben. Bislang werden die Zertifikate noch größtenteils kostenlos zugeteilt.
In diesem Jahr hat die Europäische Kommission den Weg für ihre Mitgliedstaaten zur Kompensation ihrer jeweiligen Industrien freigemacht. Damit reagierte die EU auf Befürchtungen, ihre Energiepolitik könnte die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie unterminieren. Branchen der Stahl-, Aluminium, Zement- und Papierhersteller sind schon teilweise von Beiträgen für die Energiewende ausgenommen.
Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com
DJG/mgo/sha
(END) Dow Jones Newswires
November 09, 2012 07:56 ET (12:56 GMT)
Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 07 56 AM EST 11-09-12