26.08.2013 09:26
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Amgen will Bayer-Partner Onyx für 10,4 Milliarden Dollar übernehmen

   Von Dana Cimilluca und Jonathan D. Rockoff

   Der US-Biotechkonzern Amgen kommt mit seiner Übernahmeofferte für Onyx Pharmaceuticals nun doch zum Zug: Amgen hat die Offerte für den Krebsmittelspezialisten um knapp 20 Prozent auf 10,4 Milliarden US-Dollar erhöht. Die Barofferte, die Onyx mit 125 Dollar je Aktie bewertet, ist die jüngste Wette auf das erwartete Wachstum in der Krebstherapie. Der Deal soll zum Anfang des vierten Quartals abgeschlossen werden.

   Onyx arbeitet mit dem deutschen Chemie- und Pharmakonzern Bayer bei den beiden Krebsmedikamenten Nexavar sowie Stivarga zusammen. Stivarga gehört zu den wichtigsten neuen Produkten von Bayer, dem ein Jahresumsatz von rund einer Milliarde Euro zugetraut wird. Die Partnerschaft dürfte von einer Übernahme der in Kalifornien ansässigen Onyx unberührt bleiben, so sieht es zumindest eine früher geschlossene Vereinbarung zwischen Bayer und Onyx vor.

   Der Kaufpreis, den Amgen jetzt auf den Tisch legt, ist allerdings niedriger als Investoren erwartet hatten, nachdem Amgens Interesse an Onyx Ende Juni erstmals bekannt wurde. Amgen hatte zunächst 120 Dollar je Anteil bzw insgesamt gut 8,7 Milliarden Dollar für das Unternehmen geboten, das für einen Käufer vor allem wegen seines Blutkrebsmittels Kyprolis mit Blockbuster-Potenzial attraktiv ist. Onyx gab Amgen eine Abfuhr, weil die Offerte deutlich zu niedrig und zudem nicht im besten Interesse der Aktionäre sei, und suchte nach einem weißen Ritter.

   Wochenlang handelten die Onyx-Aktien daraufhin für mehr als 130 Dollar das Stück, obwohl ihr Kurs vor der Offerte noch bei unter 90 Dollar lag. Doch als sich abzeichnete, dass der von Onyx angestoßene Bieterkampf in der Branche weniger Interesse weckte als das Unternehmen gehofft hatte, gab der Kurs wieder nach und die Aktie schloss am Freitag knapp unter 117 Dollar.

   Für langfristiger orientierte Investoren zahlt sich die Übernahme aus: Der Kaufpreis von 125 Dollar ist mehr als vier mal höher als der Kurs, zu dem die Aktie vor etwa fünf Jahren notierte.

   Der Deal ist der jüngste Versuch eines Platzhirschen, mit der Übernahme eines auf die Entwicklung von Krebsmitteln spezialisierten Wettbewerbers einen größeren Marktanteil in einem der am schnellsten wachsenden Branchensegmente zu gewinnen. Dank wissenschaftlicher Fortschritte können heute neue Therapien für einst schwer zu behandelnde Erkrankungen entwickelt werden. Und die Arzneimittelhersteller können für zugelassene Therapien höhere Preise verlangen - für eine Medikamente gar 10.000 Dollar oder mehr pro Monat.

   Erst vor Kurzem, im Juni, vereinbarte Johnson & Johnson den Kauf des US-Pharmaunternehmens Aragon für bis zu 1 Milliarde Dollar.

   Doch auch wenn Biotech-Deals sehr vielversprechend sind, sind sie nicht ohne Risiken. Deshalb bevorzugen die großen Konzerne Firmen, deren Medikamente bereits zugelassen und auf dem Markt sind.

   Mit der Akquisition von Onyx mit Sitz in San Francisco erhält Amgen Zugriff auf das Blutkrebsmittel Kyprolis, das im vergangenen Jahr in den USA genehmigt wurde. Das Mittel erzielte in den ersten sechs Monaten dieses Jahres einen Umsatz von 125 Millionen US-Dollar und soll bis 2015 auf 1 Milliarde Dollar kommen. Das soll Amgen helfen, Umsatzverlust zu überbrücken. Während der Absatz einige Medikamente unter preiswerteren Konkurrenzprodukten leidet, brauchen andere, vielversprechende Medikamente in der Pipeline noch Zeit bis zum Abschluss ihrer Entwicklung.

   Amgen setzt darauf, das Kyprolis nach einigen aktuellen Tests eine erweiterte Zulassung erhält. Diese Tests sind allerdings mit Risiken behaftet, die Gegenstand der Akquisitionsgespräche waren, wie eine mit den Verhandlungen vertraute Person sagte.

   Abgesehen von einem Darmkrebsmittel mit geringeren Verkaufszahlen besteht Amgens Portfolio hauptsächlich aus Therapien wie den Verkaufsschlagern Neupogen und Neulasta. Sie helfen den Patienten, mit den Nebeneffekten der Chemotherapie und anderen Behandlungen besser zurechtzukommen. Im vergangenen Jahr erzielte der Biotechkonzern aus dem kalifornischen Thousand Oaks 17,3 Milliarden Dollar Umsatz.

   Der Krebs ist ein wichtiger Markt geworden. Im vergangenen Jahr wurden weltweit 84 Milliarden Dollar mit Krebsmedikamenten umgesetzt. Nur mit Behandlungen des zentralen Nervensystems wurde laut Daten von EvaluatePharma mehr erzielt. Der Umsatz mit Krebsmitteln soll schneller wachsen als mit Medikamenten für alle anderen Krankheiten, pro Jahr um 8 Prozent, und bis 2018 zum größten Markt der Pharmabranche werden.

   Davon nehmen die großen Pharmakonzern Notiz und schwenken auf Krebsbehandlungen um, während ihre bisherigen Umsatztreiber wie Herzmedikamente ihren Patentschutz verlieren.

   (Mitarbeit: Natali Schwab)

   Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

   DJG/DJN/sha/nas

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