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21.07.2012 06:00

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€uro am Sonntag

ANLAGEBETRUG

Ex-MSG-Chef muss sich wegen millionen-schweren Betrugs verantworten



MSG: 44 Anleger wurden um rund 30,5 Millionen Euro gebracht
Der wegen millionenschweren Betrugs angeklagte deutsche Vermögensverwalter Michael Seidl muss sich voraussichtlich nach der Sommerpause vor einem Liechtensteiner Gericht verantworten.

von Thomas Schmidtutz, Euro am Sonntag

München. In dem Verfahren sei „mit einem Prozessbeginn im Herbst 2012 zu rechnen“, erklärte der stellvertretende Präsident des Fürstlichen Landgerichts, Wilhelm Ungerank, gegenüber der Wirtschaftszeitung Euro am Sonntag.

Ein konkreter Termin stehe derzeit indes noch nicht fest. Ein Urteil könnte aber noch im laufenden Jahr gefällt werden, sagte Ungerank. Seidl hatte gegen die Klage in Liechtenstein Einspruch beim Obergericht in Vaduz eingelegt, war damit aber gescheitert.

Die Staatsanwaltschaft Liechtenstein wirft Seidl schweren gewerbsmäßigen Betrug, Untreue und Geldwäscherei im Zusammenhang mit der Liechtensteiner Money Service Group (MSG) vor. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu zehn Jahren Haft.

Nach Erkenntnissen der Behörden soll die MSG insgesamt 44 Anleger um rund 30,5 Millionen Euro gebracht haben. Seidl habe Anlegern versprochen, ihr Geld gewinnbringend in Fonds, Anlagen mit fester Laufzeit sowie in Solarparks zu investieren, obwohl er „gar nicht beabsichtigte, solche Veranlagungen durchzuführen“, hatte die Staatsanwaltschaft ihre Anklage begründet.

Nach Angaben der Ermittler seien von dem Geld lediglich 160.000 Euro sowie Schmuck, Zigarren und Wein im Gesamtwert von rund 200.000 Franken sichergestellt worden. Mit dem übrigen Millionen habe Seidl zum Großteil sein aufwendiges Privatleben finanziert.

Neben dem Prozess in Liechtenstein droht Seidl zudem ein Verfahren in der Schweiz. Die Staatsanwaltschaft St. Gallen ermittelt gegen ihn wegen des Verdachts des erwerbsmäßigen Betrugs. Nach Erkenntnissen der Behörden soll Seidl über die inzwischen insolvente Vermögensberatung Samiv AG aus Rorschach im Kanton St. Gallen 2000 Anleger um rund 50 Millionen Euro betrogen haben. Gut 90 Prozent der Geschädigten stammen nach Angaben der Behörden aus Deutschland. Damit ist das Verfahren eines der größten Betrugsskandale der vergangenen Jahre. Seidl saß bis zu seiner Auslieferung nach Liechtenstein im vergangenen Juni in St. Gallen in U-Haft.

Nach Prozessende soll der Betriebswirt wieder an die Schweizer Behörden überstellt werden. Beobachter erwarten, dass ihn dort ein weiteres Verfahren erwartet. Zudem wollen alleine in Österreich mehrere Dutzend Samiv-Anleger Seidl auf Schadenersatz verklagen, darunter Prominente wie Rennsportlegende Niki Lauda oder Ex-Ski-Weltmeister Harti Weirather.

Bildquellen: Hemera/Thinkstock

Kommentare zu diesem Artikel

Credit Default Swap schrieb:
21.07.2012 08:19:24

randale gegen die banken!!!

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