14.11.2012 10:26
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Solarworld rutscht immer tiefer in die Branchenkrise

Asbeck: China ist schuld
Die Krise der Solarbranche lässt auch das Vorzeigeunternehmen Solarworld abstürzen. Wegen des anhaltenden Preisverfalls rutschte das Unternehmen im dritten Quartal noch tiefer in die roten Zahlen.
Unter dem Strich stand ein Fehlbetrag von rund 69 Millionen Euro, wie die Gesellschaft am Mittwoch in Bonn mitteilte. Vor einem Jahr hatteSolarWorld 11 Millionen Euro Verlust ausgewiesen.

    Der Umsatz sackte um gut 41 Prozent auf 128,8 Millionen Euro ab. Operativ (EBIT) stand ein Verlust von knapp 46 Millionen Euro zu Buche, nach einem Gewinn von 19,2 Millionen vor einem Jahr. Das war schlechter als von Analysten erwartet. Im Handel verlor die Solarworld-Aktie am Morgen 4,40 Prozent. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern einen deutlich sinkenden Umsatz sowie einen hohen operativen Verlust. Um gegenzusteuern, will Solarworld sein Sparprogramm nun ausweiten.

 FÜR ASBECK HAT CHINA SCHULD

   Anders als erwartet sei im dritten Quartal die Belebung des Dachanlagengeschäfts in Deutschland ausgeblieben, erklärte Vorstandschef Frank Asbeck im Vorwort zum Quartalsbericht. Das Angebot habe die Nachfrage bei weitem überstiegen. Dies werde auch vom Ausverkauf der Unternehmen getrieben, die sich vom Markt zurückziehen und ihre Lager räumen. Zuletzt war die Branche von zahlreichen Insolvenzen wie etwa von Q-Cells (Hanwha QCells) und Solon durchgeschüttelt worden.

     Als Schuldige für die Misere hat Asbeck seit langem die Konkurrenz aus China ausgemacht. "Derzeit können auch diejenigen Solarhersteller nicht profitabel sein, die ihre Kosten gut im Griff haben", schrieb Asbeck. "Dumping und unzulässige Subventionen haben die nachhaltig gewachsene Solarindustrie massiv geschädigt und in Teilen sogar zerstört."

 STRAFZÖLLE AUCH IN DER EU GEFORDERT

    Asbeck sieht sich im "Kampf für die Herstellung eines fairen internationalen Wettbewerbs" aber auf einem guten Weg. Er verwies auf die USA, die chinesische Solarprodukte mit Strafzöllen belegen. Dem müsse die EU nun schnell folgen, forderte der Unternehmensgründer.

   Asbeck kündigte zugleich an, im eigenen Haus aufzuräumen und es wettbewerbsfähiger zu machen, damit es die harte Konsolidierungsphase in der Branche übersteht. Wem das gelinge, der werde auf Dauer zu den Gewinnern zählen, erklärte der Manager. So will Solarworld nun schnell Innovationen aus der eigenen Forschung in die Produktion überführen. Zudem will das Unternehmen neue Märkte in Europa, dem Nahen Osten und in Asien erschließen.

 WEITERE EINSPARUNGEN

  Solarworld will außerdem noch härter Sparen. "Wir senken die Kosten, wo es nur geht", erklärte Asbeck. Betroffen davon seien auch weitere Beschäftigte. Bereits im Sommer hatte das Unternehmen angekündigt, an seinem Hauptproduktionsstandort im sächsischen Freiberg bis zum Jahresende rund 300 Stellen zu streichen. Ende September hatte das Unternehmen 2.478 Beschäftige, 222 weniger als ein Jahr zuvor.

    BONN (dpa-AFX)

Diese Solarkonzerne haben die Krise nicht überlebt:

 

Platz 11: Solon

Solon wurde 1996 gegründet und galt schnell als Berlins Vorzeigefirma. Ende 2011 dann das Ende: Die Aktie stürzte massiv ab, als der Konzern Insolvenz anmeldete. Im März wurde der Konzern durch den indischen Konkurrenten Microsol übernommen.

Bildquellen: Johannes Kornelius / Shutterstock.com

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