Der Konkurrent habe deutlich an Attraktivität eingebüßt, erklärte eine mit dem Vorgang vertraute Person im Gespräch mit Wall Street Journal Deutschland. So habe die Euronext erst kürzlich ihr Abwicklungsgeschäft für sechs Jahre an ein anderes Clearinghaus vergeben. Damit ergeben sich derzeit keine Synergien mit der
Deutsche Börse-Tochter Clearstream in diesem Bereich, in dem die Margen als besonders hoch gelten. Das restliche Geschäft sei im Vergleich dazu weniger attraktiv, hieß es.
Die Euronext mit den Börsenplätzen Paris, Amsterdam, Brüssel und Lissabon sowie der Derivatebörse Liffe gehört noch zum New Yorker Börsenbetreiber NYSE. Nach der geplanten Übernahme der NYSE durch die US-Rohstoffbörse IntercontinentalExchange (ICE) soll Euronext abgespalten werden. Die Deutsche Börse hat bereits zweimal versucht, die Euronext zu übernehmen und war jeweils gescheitert.
Für den deutschen Börsenbetreiber wäre der Zeitpunkt für einen neuen Versuch ohnehin ungünstig: Die eingebrochenen Handelsumsätzen im vergangenen Jahr haben sich in der Kasse deutlich bemerkbar gemacht.
Ein wichtiger Grund für die gesunkenen Umsätze war der Rückgang der Handelsaktivitäten von Banken. Diese müssen wegen schärferer Vorschriften eine höhere Eigenkapitalquote als bislang vorweisen. Sie halten sich daher mit riskanten Investmentgeschäften zurück, die sie mit Kapital unterlegen müssen.
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