WASHINGTON (dpa-AFX) - Die US-Banken kommen bei der Aufarbeitung der Finanzkrise weiter voran. Nachdem zuletzt zehn Banken den Streit mit den Aufsichtsbehörden über Schlampereien bei Hauspfändungen mit einem Vergleich aus der Welt geschafft hatten, haben am Mittwoch die Investmentbanken
Goldman Sachs und Morgan Stanley diese juristische Baustelle geschlossen. Die beiden Banken einigten sich mit der US-Notenbank Fed und dem US-Bankenregulierer OCC auf eine Zahlung von 557 Millionen US-Dollar.
Davon fließen 232 Millionen Dollar direkt an Schuldner, deren Häuser 2009 und 2010 in die Zwangsvollstreckung geraten waren. Die restlichen 325 Millionen Dollar stellen die beiden Banken für bessere Kreditkonditionen zur Verfügung. Von dem aktuellen Vergleich profitieren 220.000 Schuldner. Am 7. Januar hatten sich zehn Banken, darunter JPMorgan (JPMorgan ChaseCo) und Citigroup, mit der Fed und OCC auf die Zahlung von insgesamt 8,5 Milliarden Dollar geeinigt. Davon sollen 3,8 Millionen Schuldner profitieren
Nach der Einigung mit Goldman Sachs und Morgan Stanley verhandeln die Behörden noch mit vier weiteren Banken - darunter die britische Großbank HSBC über ein Ende der Untersuchung. Dabei geht es um Schlampereien bei der Pfändung von Häusern säumiger Schuldner. Die Banken stehen seit Jahren wegen fragwürdiger Methoden bei Zwangsvollstreckungen in der Kritik.
Vor allem das sogenannte Robo-Signing hatte für Empörung gesorgt. Übersetzt bedeutet dies "roboterhaftes Unterschreiben". Gemeint ist damit, dass überlastete Sachbearbeiter sich angesichts der schieren Masse der Fälle kaum Zeit für eine eingehende Prüfung der Unterlagen genommen haben, sondern stattdessen im Minutentakt die Pfändungsbescheide erstellten.
Das Thema ist in den USA brandheiß, weil durch das Platzen der Immobilienblase und die anschließende Finanz- und Wirtschaftskrise Millionen Amerikaner ihr Eigenheim verloren haben. Sie konnten ihre Kreditraten nicht mehr zahlen. Viele Schuldner landeten dabei zu Unrecht auf der Straße, wie die Bankenregulierer sagen.
Bereits im Februar 2012 hatte es in diesem Zusammenhang einen 25 Milliarden Dollar schweren Vergleich zwischen den Generalstaatsanwälten der US-Bundesstaaten sowie Großbanken gegeben./zb/he