12.06.2013 13:00
Bewerten
 (0)

Türkei: Unruhen drücken Kurse

Türkei: Aufruhr am Bosporus
Aufruhr am Bosporus
Die Unruhen in Istanbul verunsichern die Anleger. Die Kurse der Staatsanleihen und die Aktienkurse sind stark eingebrochen.
€uro am Sonntag

von Andreas Höß, Euro am Sonntag

Blutige Proteste haben der türkischen Börse die größten Einbrüche seit der Finanzkrise beschert. Der Kurs zehnjähriger türkischer Staatsanleihen gab in wenigen Tagen von 106 auf 100 Prozent nach. Auch an den Aktienmärkten ging es abwärts. Der Leitindex ISE 30 brach um fast 20 Prozent ein.

Begonnen hatten die Unruhen, als die Polizei in Istanbul eine Demonstration gegen den Bau eines Einkaufszentrums im Gezi-Park brutal niedergeschlagen hatte. Seither protestieren Tausende auf dem Taksim-Platz gegen das Demokratiedefizit und die zunehmende Islamisierung der Türkei unter der Regierung von Recep Tayyip Erdoan. Bisher starben drei Demonstranten bei den Auseinandersetzungen mit der Polizei. Eine Entspannung zeichnete sich bis Redaktionsschluss nicht ab.

Wegen seines hohen Wirtschaftswachstums galt das Land zuletzt als großer Börsenstar, türkische Aktien und Anleihen haussierten. Nun zogen Anleger massiv Kapital ab. Laut Nachrichtenagentur Bloomberg fragen sich Analysten bereits, wann die Türkische Zentralbank eingreifen wird, um die Landeswährung (Türkische Lira) zu stützen — oder ob sie das bereits getan hat.

Die Situation am Bosporus ist nach wie vor schwer einzuschätzen. Dennoch gehen einige Experten davon aus, dass der Konflikt demnächst abebben wird.
„Die Unruhen dürften schon bald wieder abflachen und die Wirtschaft nicht negativ beeinflussen“, sagt Okan Özoğlu, der bei der türkischen Isbank für das Marketing und die ­Außenhandelsfinanzierung verantwortlich ist. „Ich gehe davon aus, dass sich auch der Aktien- und Anleihemarkt beruhigt.“ 

Bildquellen: SVLuma / Shutterstock.com, Luciano Mortula / Shutterstock.com
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Unterschätzte Aktienperlen
Peter Lynch wurde als Fondsmanager des Magellan Fonds zu einer Legende. Er erzielte im Zeitraum 1977 bis 1990 eine durchschnittliche jährliche Rendite von 29,2%. Eines seiner Erfolgsgeheimnisse: Lynch setzte auf einfache und verständliche Geschäftsmodelle und bevorzugt dann, wenn sie für die meisten anderen Börsianer als langweilig erschienen. In der neuen Ausgabe des Anlegermagazins werden drei Unternehmen vorgestellt, die solche unterschätzte Aktienperlen sein könnten.

Heute im Fokus

DAX mit kräftigem Aufschlag -- Türkei bringt sich als Deutsche-Bank-Käufer ins Spiel -- Commerzbank: 10.000 Stellen weg? -- Opec-Staaten einigen sich auf Fördergrenze -- Air Berlin im Fokus

Lufthansa-Aktie schwächster DAX-Wert: Air Berlin-Deal und Ölpreisrally belasten. Deutsche Arbeitslosenquote im September leicht rückläufig. SAP investiert in neue Produkte für vernetzte Firmen. Institut: London soll Schweigen über Brexit lüften. VW-Chef Müller macht sich Sorgen über US-Strafzahlungen.
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
Jetzt durchklicken
Lohnt sich die Rente
Jetzt durchklicken
Das sind die reichsten Nichtakademiker in Europa
Jetzt durchklicken

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Umfrage

Kanzlerin Merkel will der Deutschen Bank im Streit mit der US-Justiz nicht helfen. Was halten Sie von dieser Einstellung?