15.05.2012 16:11
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Aufsichtsrat will Flughafen-Debakel aufklären

    BERLIN/SCHÖNEFELD (dpa-AFX) - Nach der Berliner Flughafen-Blamage wollen die Eigentümer an diesem Mittwoch Klarheit schaffen. Vertreter der Länder Berlin und Brandenburg sowie des Bundes wollen die Geschäftsführer Rainer Schwarz und Manfred Körtgen eingehend befragen. "Wir erwarten präzise Auskunft darüber, was schief gelaufen ist", sagte der Berliner Senatssprecher Richard Meng am Dienstag. Dass Flughafen-Führungskräfte ihren Hut nehmen müssen, hatten Berlin und Brandenburg in den vergangenen Tagen nicht ausgeschlossen. Ob der Aufsichtsrat auch einen neuen Eröffnungstermin beschließt, ist offen. Meng sagte, das sei nicht vorhersehbar.

 

    Die Eröffnung des Hauptstadtflughafens war am vergangenen Dienstag knapp vier Wochen vor dem Termin am 3. Juni geplatzt. Als Grund nennt die Flughafengesellschaft Probleme beim Brandschutz. Der Bau liegt jedoch auch an vielen Stellen hinter dem Zeitplan, diese stuft die Flughafengesellschaft aber als nicht eröffnungsrelevant ein.

 

    Die Regierungschefs Klaus Wowereit und Matthias Platzeck (SPD) reden nicht mehr von einer Inbetriebnahme im August - wie noch unmittelbar nach der Eröffnungsabsage am vergangenen Dienstag. Offizielle Festlegungen gibt es nicht. Die Spekulationen reichen inzwischen bis zum März 2013.

 

    Solange wollen die Airlines aber nicht warten. "Davon halte ich überhaupt nichts", sagte der Chef des größten Flughafennutzers Air Berlin, Hartmut Mehdorn, am Dienstag. "Wir brauchen den Flughafen so schnell wie möglich, Tegel reicht nicht mehr." Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft will, dass der Airport Ende Oktober beim Wechsel vom Sommer- zum Winterflugplan in Betrieb geht.

 

    Die Gremien tagen laut Flughafengesellschaft auf der Baustelle des Flughafens. Dort können sie sich ein Bild machen - sie entziehen sich auf dem abgesperrten Gelände aber auch kritischen Fragen am Rande der mehrstündigen Beratungen. Den Aufakt macht am Vormittag (1100) der Projektausschuss, ein Arbeitskreis des Aufsichtsrats mit Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) als Vorsitzendem.

 

    Am Nachmittag tagt der Aufsichtsrat unter Vorsitz Wowereits. Das Kontrollorgan hat 15 Mitglieder, darunter Platzeck, Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) und als Vertreter des Bundes Verkehrsstaatssekretär Rainer Bomba (CDU). Thema dürften auch die zusätzlichen Kosten durch die verschobene Eröffnung des 2,5-Milliarden-Euro-Baus sein. Die Betreiber gehen von 15 Millionen Euro pro Monat aus, aber Schadenersatzforderungen sind nicht eingerechnet.

 

    Air Berlin (Air Berlin) will in den nächsten Tagen eine Summe nennen, kündigte Mehdorn an. "Wir gehen davon aus, dass der Flughafen zu dieser Panne steht und den Schaden reguliert." Es gebe Mehrkosten an vielen Stellen, wie etwa die Stornierung von Umzugsaufträgen, Transporte von Kerosin und Ersatzteilen von Schönefeld nach Tegel und Personalverstärkung für die Gepäckabfertigung am alten Flughafen.

 

    Unterdessen flammt die Flugrouten-Debatte neu auf. Am Montag hatte das Bundesverwaltungsgericht angekündigt, im Juli über Klagen von Anwohnern zu verhandeln, die sich getäuscht sehen. Am Dienstag teilte das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg mit, dass die Flughafengesellschaft ihre Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren offen legen muss. Anwohner aus Kleinmachnow hoffen, darin Belege dafür zu finden, dass sie jahrelang hinters Licht geführt wurden./bf/DP/edh

 

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Ohne Staatshilfen
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