Westerburg (aktiencheck.de AG) - Dank eines positiven Auftaktes der Wall Street hellte sich gestern auch die Stimmung der deutschen Marktteilnehmer gegen Handelsende auf. Der
Dax gewann nach anfänglichen Verlusten 0,43 Prozent auf 5.706,32 Punkte (LDAX: 5.700,23 Punkte; +0,51 Prozent). Der
MDAX verbesserte sich daneben um 0,27 Prozent auf 7.880,30 Zähler. Nach US-Börsenschluss wird der Aluminiumkonzern Alcoa traditionell die Berichtssaison eröffnen.
Die Deutsche Lufthansa avancierte gestern mit einem 2,1-prozentigen Aufschlag zum stärksten Wert im deutschen Leitindex, auf dem zweiten Platz folgten die Papiere des Chip-Herstellers Infineon. Einem Pressebericht zufolge kommt der Konzern mit der Sanierung seiner angeschlagenen Kommunikationssparte voran und gewinnt Zug um Zug neue Kunden. Titel des Energieversorgers RWE legten 0,5 Prozent zu. Presseangaben zufolge ist die Private Equity-Gesellschaft Terra Firma an einer Übernahme der RWE-Tochter Thames Water interessiert, die Übernahmeofferte soll sich auf bis zu 7 Mrd. Britischen Pfund (GBP) belaufen.
Mit einem 1,2-prozentigen Abschlag fanden sich Continental mit am Indexende. Einem Presseinterview mit Conti-Vorstandsmitglied Karl-Thomas Neumann zufolge könnte sich der Preisdruck im Falle eines möglichen Zusammenschlusses der beiden Automobilkonzerne Renault und Nissan mit General Motors verschärfen. Schwächer tendierten außerdem Anteilsscheine von METRO und die von Volkswagen.
In der zweiten Reihe knüpften Anteilsscheine von Vivacon an die deutlichen Freitaggewinne an und legten mehr als 6 Prozent zu. Papiere des Sportartikelherstellers PUMA, der die italienische Fußball-Nationalmannschaft ausrüstet, stiegen gestern um ein knappes Prozent. Dagegen verloren Aktien von HOCHTIEF trotz zweier Großaufträge für die australische Beteiligungsgesellschaft Leighton 1,6 Prozent. Die schwächste Performance lieferten aber Fielmann-Papiere mit -3,7 Prozent ab.
Der Markt heute:
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Verlusten starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 5.687 Punkten und HSBC Trinkhaus & Burkhardt sieht den DAX bei 5.689 Zählern.
Konjunktur- und Wirtschaftstermine:
In Deutschland stehen heute das DIW Konjunkturbarometer und die Großhandelspreise zur Veröffentlichung an. Ferner wird in Italien die Industrieproduktion bekannt gegeben. Aus den USA werden heute keine marktbewegenden Konjunkturdaten gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:
Quartalszahlen stehen heute bei AMB Property Corp., Genentech Inc., Infosys Technologies Ltd., LG.Philips LCD Co. Ltd., Pepsi Bottling Group Inc. und Ruby Tuesday Inc. an.
Die US-Börsen:
Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Montag uneinheitlich. Während der Dow Jones mit 11.103 Punkten um 0,12 Prozent zunahm, ging die Nasdaq um 0,62 Prozent auf 2.116 Zähler zurück. Die Futures notieren derzeit im Minus. Gegen 08:00 Uhr tendiert der NASDAQ Future bei 1.537 Punkten (0,0 Prozent) und der S&P Future bei 1.275 Zählern (-0,1 Prozent).
Devisen, Gold und Rohstoffe:
Brent Oil: 72,38 Dollar; Euro: 1,2730 Dollar; Gold: 626,00 Dollar
Wichtige Meldungen:
Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) gab am Montag die jüngsten Daten zu den Verbraucherkrediten für den Monat Mai 2006 bekannt. Wie die US-Notenbank in Washington mitteilte, stiegen die US-Verbraucherkredite demnach im Mai um 4,4 Mrd. Dollar bzw. um 2,4 Prozent an (saisonal bereinigt). Die Kreditkartenschulden stiegen derweil um 10 Prozent bzw. 6,7 Mrd. Dollar, während bei Ratenkrediten ein Rückgang von 2 Prozent bzw. von über 2,2 Mrd. Dollar verzeichnet wurde.
Die Take-Two Interactive Software Inc. gab am Montag bekannt, dass die US-Börsenaufsicht SEC Ermittlungen gegen das Unternehmen aufgenommen hat. Den Angaben zufolge geht es bei den Ermittlungen um Praktiken bei den Führungskräfte-Optionsprogrammen des Unternehmens und des Weiteren um Vergabepraktiken für Optionsrechte, die bis in das Jahr 1997 zurückgehen würden.
Der amerikanische Ingenieur- und Baukonzern Shaw Group Inc. (ISIN US8202801051/ WKN 888988) teilte am Montag mit, dass sich sein Verlust im dritten Quartal reduziert hat. Der Nettoverlust belief sich demnach auf 16,7 Mio. Dollar bzw. 21 Cents pro Aktie, gegenüber einem Fehlbetrag von 21,7 Mio. Dollar bzw. 31 Cents pro Aktie im Vorjahr. Das jüngste Ergebnis enthält indes eine Sonderbelastung von 48,2 Mio. Dollar. Der Umsatz erhöhte sich von 891 Mio. Dollar auf 1,23 Mrd. Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 37 Cents pro Aktie und einem Umsatz von 1,20 Mrd. Dollar ausgegangen. Für das laufende Quartal prognostizieren sie ein EPS-Ergebnis von 37 Cents bei Erlösen von 1,16 Mrd. Dollar. Darüber hinaus hat der Konzern sein Ergebnis des zweiten Quartals korrigiert. Aufgrund von Bilanzierungsfehlern ist dieses um 3,5 Mio. Dollar bzw. 4 Cents pro Aktie zu hoch ausgewiesen worden.
Die Kimco Realty Corp. (ISIN US49446R1095/ WKN 883111), ein auf Einkaufszentren spezialisierter Real Estate Investment Trust (REIT), meldete am Montag, dass sie die Pan Pacific Retail Properties Inc. (ISIN NZNLME0001S0/ WKN 901068) für 2,9 Mrd. Dollar in Bargeld und Aktien übernehmen wird. Pan Pacific hält ein Portfolio von 138 Einzelhandelsimmobilien mit einer Gesamtfläche von 22,6 Millionen Quadratfuß. Im Rahmen der Transaktion erwirbt Kimco sämtliche ausstehenden Pan Pacific-Aktien für je 70 Dollar in bar. Dabei könnte Kimco bis zu 10 Dollar pro Aktie des gesamten Kaufpreises in Stammaktien ausgeben. Zusätzlich zum Kaufpreis übernimmt Kimco noch Verbindlichkeiten in Höhe von 1,1 Mrd. Dollar. Die Akquisition soll im vierten Quartal abgeschlossen werden. (11.07.2006/ac/n/m)