Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach einem verhaltenen Auftakt hat der
Dax gestern Vormittag spürbar an Fahrt aufgenommen. Dank positiver Vorgaben der Wall Street konnte das hohe Niveau dann auch bis Handelsende verteidigt werden. Letztendlich ging das Aktienbarometer mit einem recht kräftigen Plus von 1,00 Prozent mit 7.735,88 Punkten (XDAX: 7.713,70 Punkte; +0,78 Prozent) aus der Sitzung. Der
MDAX entwickelte sich nicht ganz so stark und zog lediglich um 0,21 Prozent auf 10.997,45 Zähler an.
Maßgeblich an der positiven Entwicklung beteiligt waren die Papiere von Volkswagen und DaimlerChrysler mit Kursgewinnen von 4,9 bzw. 3,8 Prozent. BMW verfestigten sich daneben um 1,2 Prozent. Aktien der Deutschen Lufthansa profitierten von einem positiven Analystenkommentar und fanden sich mit einem 1,7-prozentigen Kurszuwachs ebenfalls mit an der DAX-Spitze. Deutliche Aufschläge waren außerdem bei der T-Aktie (+2,9 Prozent) auszumachen. Presseberichten zufolge steht die Deutsche Telekom kurz vor dem Kauf der niederländischen France Télécom-Tochter Orange. Im Gegenzug böten die Bonner den Franzosen ihre spanische Breitbandtochter ya.com an.
Auf der Überholspur befanden sich außerdem SAP (+2,1 Prozent) und E.ON (+2,5 Prozent). Wie der Energieversorger mitteilte, hat die schweizerische Bankgesellschaft UBS ihre Beteiligung an dem Konzern auf 3,41 Prozent ausgebaut. Zudem will E.ON laut einem Pressebericht rund zwei Milliarden Euro in das russische Stromgeschäft investieren. Gegen den Trend verloren METRO-Papiere leicht, obwohl der Einzelhandelskonzern seine Ziele für das laufende Fiskaljahr im Rahmen der Hauptversammlung bekräftigt hat. Die rote Laterne hatten allerdings Bayer und ALTANA mit jeweils -1,6 Prozent inne.
In der zweiten Reihe griffen die Investoren verstärkt bei Praktiker zu und hievten den Wert um 3,5 Prozent nach oben. Gesucht waren des Weiteren MTU und GAGFAH, während Südzucker um 2,6 Prozent abbröckelten. Der Zuckerproduzent musste im abgelaufenen Geschäftsjahr wegen der EU-Zuckermarktreform einen deutlichen Ergebnisrückgang hinnehmen. Papiere des Baukonzerns Bilfinger Berger, der seine Marktposition im Segment Industrial Services durch eine Akquisition in Großbritannien verstärkt hat, schlossen leicht positiv.
Im SDAX wiederum stach die Aktie von Sixt nach der Vorlage starker Quartalszahlen mit einem kräftigen Aufschlag von 3,6 Prozent ins Auge. CTS EVENTIM erholten sich von den morgendlichen Verlusten und gingen etwas fester aus dem Handel. Der Ticketvermarkter verbuchte im ersten Quartal erwartungsgemäß einen Ergebnisrückgang, nachdem man im Vorjahreszeitraum aufgrund der Fußball-Weltmeisterschaft einen deutlichen Nachfrageschub beim Ticket-Verkauf erhalten hatte.
Der Markt heute:
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Verlusten starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 7.728 Punkten und HSBC Trinkhaus & Burkhardt sieht den DAX bei 7.714 Zählern.
Konjunktur- und Wirtschaftstermine:
In Deutschland stehen heute das BIP und der ifo Geschäftsklimaindex zur Veröffentlichung an. Ferner werden in Italien und Frankreich das Geschäftsklima bekannt gegeben. Aus den USA werden heute die Aufträge langlebiger Wirtschaftsgüter, die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und die Verkäufe neuer Häuser gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:
Quartalszahlen stehen heute bei AnnTaylor Stores Corp., Barnes & Noble Inc., Charming Shoppes Inc., Gap Inc., Hormel Foods Corp., Mylan Laboratories Inc., Shoe Carnival Inc., Toll Brothers Inc., Toronto-Dominion Bank, Air France-KLM, ARQUES Industries AG, ATOSS Software AG, Barclays plc, Cable and Wireless plc, Die Reinecke + Pohl Sun Energy AG, FJH AG, Frontier Airlines Holdings Inc., HORNBACH HOLDING AG, Müller - Die lila Logistik AG, Neue Sentimental Film AG, Rosenbauer International AG, Schmack Biogas AG, Silicon Sensor International AG, TRIPLAN AG und Wirecard AG an.
Die US-Börsen:
Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Mittwoch mit Verlusten. Während der Dow Jones mit 13.525 Punkten um 0,11 Prozent abnahm, ging die Nasdaq um 0,42 Prozent auf 2.577 Zähler zurück. Die Futures notieren derzeit im Minus. Gegen 08:00 Uhr tendiert der NASDAQ Future bei 1.907 Punkten (-0,1 Prozent) und der S&P Future bei 1.523 Zählern (-0,1 Prozent).
Devisen, Gold und Rohstoffe:
Brent Oil: 65,89 Dollar; Euro: 1,3451 Dollar; Gold: 662,15 Dollar
Wichtige Meldungen:
Alan Greenspan hat am Mittwoch vor einem dramatischen Einbruch bei chinesischen Aktien gewarnt. Medienberichten zufolge hält der frühere Chairman der US-Notenbank Fed den jüngsten Anstieg an der chinesischen Börse für übertrieben und fundamental nicht untermauert. In den letzten Wochen hatten bereits verschiedene Finanzkonzerne, unter anderem von der Investmentbank Goldman Sachs und People?s Bank of China, vor einer möglichen Blase am chinesischen Aktienmarkt gewarnt. Der Shanghai Composite Index hat allein in diesem Jahr bereits um mehr als 50 Prozent zugelegt.
Die US-Kaufhauskette Dillard's Inc. (Dillards) hat im ersten Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang verzeichnet und die Erwartungen der Analysten verfehlt. Wie der Konzern am Mittwoch erklärte, lag der Nettogewinn im Berichtszeitraum bei 42,9 Mio. Dollar bzw. 53 Cents je Aktie, nach 61,3 Mio. Dollar bzw. 77 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Der Konzernumsatz sank um 4 Prozent auf 1,76 Mrd. Dollar. Die Umsätze in den seit länger als einem Jahr geöffneten Filialen gaben um 5 Prozent nach. Analysten hatten zuvor einen Gewinn in Höhe von 72 Cents je Aktie sowie einen Umsatz von 1,80 Mrd. Dollar erwartet. Für das laufende Quartal liegen die Markterwartungen bei einem Gewinn von 10 Cents je Aktie sowie einem Umsatz von 1,70 Mrd. Dollar.
Die Deutsche Telekom AG (ISIN DE0005557508/ WKN 555750) steht Presseangaben zufolge kurz vor der Übernahme der zur France Télécom S.A. (ISIN FR0000133308/ WKN 906849) gehörenden Tochter Orange Niederlande. Wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf einen Medienbericht schreibt, bietet der im DAX30 notierte Konzern den Franzosen im Gegenzug seine spanische Breitbandtochter ya.com an. France Télécom bestätigte den Eingang von Angeboten für seine niederländische Tochter Orange und bekräftigte ihr grundsätzliches Interesse an ya.com. In beiden Fällen sei keine abschließende Entscheidung gefallen, wird ein Sprecher zitiert. Wie die Wirtschaftszeitung unter Berufung auf Branchenkreise berichtet, liefert sich die Deutsche Telekom derzeit ein Bietergefecht mit dem Finanzinvestor Providence, wobei der Kaufpreis auf rund 1,6 Mrd. Euro geschätzt wird. Orange ist im hart umkämpften niederländischen Mobilfunkmarkt der kleinste der vier Anbieter nach Marktführer KPN, Vodafone und der Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile.
Die Bank of Montreal (ISIN CA0636711016/ WKN 850386), die viertgrößte Bankgesellschaft in Kanada, meldete am Mittwoch, dass sie ihren Gewinn im zweiten Quartal um gut 3 Prozent steigern konnte. Der Nettogewinn belief sich demnach auf 671 Mio. Kanadische Dollar (CAD) bzw. 1,29 CAD pro Aktie, nach 651 Mio. CAD bzw. 1,25 CAD pro Aktie im Vorjahr. Die Einnahmen erhöhten sich im Berichtszeitraum um 2,3 Prozent auf 2,53 Mrd. CAD. Die Eigenkapitalrendite erreichte im Berichtszeitraum 18,3 Prozent, im Vergleich zu 19,3 Prozent im Vorjahr. Das jüngste Ergebnis beinhaltet eine Sonderbelastung von 90 Mio. CAD bzw. 0,18 CAD pro Aktie. Ohne diese Belastung hätte das EPS-Ergebnis bei 1,47 CAD gelegen.
Der amerikanische Flugzeughersteller Boeing Co. (ISIN US0970231058/ WKN 850471) meldete am Mittwoch, dass er an seinen Umsatz- und Ergebniszielen für 2007 und 2008 festhält. Zudem wurde die Auslieferungsplanung für 2008 bestätigt. Demnach rechnet der Konzern für 2007 weiterhin mit einem Gewinn von 4,55 bis 4,75 Dollar pro Aktie bei Umsätzen von 64,5 bis 65,0 Mrd. Dollar. Für 2008 geht Boeing unverändert von einem Gewinn von 5,55 bis 5,75 Dollar pro Aktie bei Erlösen von 71 bis 72 Mrd. Dollar aus. Analysten sehen für 2007 und 2008 ein EPS-Ergebnis von 4,89 Dollar bzw. 6,09 Dollar und Umsätze von 65,05 Mrd. Dollar bzw. 72,86 Mrd. Dollar. Zudem erwartet der Konzern für 2008 eine höhere Dividende. Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben werden in 2008 auf 2,8 bis 3,0 Mrd. Dollar sinken, von geschätzten 3,2 bis 3,4 Mrd. Dollar in 2007. Darüber hinaus bekräftigte Boeing seine Planung, in 2008 insgesamt 515 bis 520 Passagiermaschinen auszuliefern. (24.05.2007/ac/n/m)