Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der
Dax konnte sich gestern am frühen Nachmittag wieder in die Pluszone vorkämpfen. Belastet vom jüngsten Ölpreisanstieg und relativ schwachen Vorgaben aus New York am Nachmittag verlor das Aktienbarometer dann aber doch an Boden und schloss mit einem Minus von 1,09 bei 7.987,13 Indexpunkten (XDAX: 7.989,48 Punkte; -1,03 Prozent). Der
MDAX verzeichnete einen Abschlag von 0,32 Prozent auf 11.211,24 Zähler. Der Geldpolitische Rat der Europäischen Zentralbank beschloss auf seiner Sitzung erwartungsgemäß, das Zinsniveau unverändert zu belassen.
Mit einem Kursplus von 0,4 Prozent standen lediglich METRO-Papiere im positiven Terrain. Siemens verabschiedeten sich knapp behauptet in den Feierabend. Einem Pressebericht zufolge will der neue Vorstandsvorsitzende des Mischkonzerns die Konzernstrukturen radikal vereinfachen, gleichzeitig aber an der eingeschlagenen Strategie und dem Effizienzprogramm "Fit for 2010" festhalten.
Anteilsscheine von BASF drehten im Verlauf in die Verlustzone. Zeitweise profitierte der Titel von einer Entscheidung des Landgerichts Frankenthal, welches in erster Instanz eine Milliardenklage des amerikanischen Ölunternehmens Montcrief gegen den Chemiekonzern abgewiesen hat. Mit -0,9 Prozent fanden sich Aktien der Deutschen Telekom im DAX-Mittelfeld. Einem Pressebericht zufolge hat der Konzern bei der Partnersuche für seine angeschlagene Geschäftskundensparte T-Systems einen Rückschlag erlitten. Demnach habe der zuletzt favorisierte US-Konzern EDS nach Prüfung der Bücher abgewunken. Das Schlusslicht markierten E.ON mit -2,4 Prozent. Daneben trennten sich die Investoren auch verstärkt von Merck und BMW.
Im MDAX verloren Papiere von ProSiebenSat.1 rund 1,5 Prozent. Die Fernsehsendergruppe meldete die vollständige Übernahme des österreichischen Free-TV-Senders PULS TV für eine nicht genannte Summe. EADS schlossen gut behauptet. Einem Zeitungsartikel zufolge hat sich ein Fonds der staatlichen Investmentgesellschaft Dubai International Capital (DIC) an dem Luft- und Raumfahrtkonzern beteiligt. Gekrönt wurde der MDAX von Premiere, der Titel gewann über 5 Prozent. Einem Medienbericht zufolge signalisierte das Bundeskartellamt grünes Licht für die Freigabe der Vertriebskooperation mit dem Bezahlfernsehsender Arena.
Der Markt heute:
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Gewinnen starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 7.991 Punkten und HSBC Trinkaus & Burkhardt sieht den DAX bei 7.991 Zählern.
Konjunktur- und Wirtschaftstermine:
In Deutschland stehen heute die Tarifverdienste und der Auftragseingang zur Veröffentlichung an. Ferner wird in der Frankreich die Handelsbilanz und in Großbritannien die Industrieproduktion bekannt gegeben. Aus den USA werden heute die Arbeitsmarktdaten gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:
Quartalszahlen stehen heute bei Laidlaw International Inc. und Micronic Laser Systems AB an.
Die US-Börsen:
Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Donnerstag uneinheitlich. Während der Dow Jones mit 13.565 Punkten um 0,08 Prozent abnahm, zog die Nasdaq um 0,44 Prozent auf 2.656 Zähler an. Die Futures notieren derzeit im Minus. Gegen 08:00 Uhr tendiert der NASDAQ Future bei 1.996 Punkten (-0,1 Prozent) und der S&P Future bei 1.534 Zählern (0,0 Prozent).
Devisen, Gold und Rohstoffe:
Brent Oil: 71,77 Dollar; Euro: 1,3592 Dollar; Gold: 650,70 Dollar
Wichtige Meldungen:
Der US-Rüstungskonzern General Dynamics Corp. hat einen Großauftrag der amerikanischen Streitkräfte erhalten. Wie der Rüstungskonzern am Donnerstag erklärte, wird die Geschäftseinheit General Dynamics Land Systems im Auftrag der amerikanischen Force Protection Inc. (ISIN US3452032028/ WKN A0DQR7) insgesamt 235 gepanzerte Fahrzeuge für das U.S. Marine Corps produzieren. Bei der amerikanischen Force Protection Inc. handelt es sich um einen auf die Entwicklung und Produktion gepanzerter Militärfahrzeuge spezialisierten Konzern, mit dem General Dynamics eine Kooperation zur gemeinsamen Realisierung des Auftrags geschlossen hat. Das Auftragsvolumen wurde auf 111,5 Mio. Dollar beziffert.
Der amerikanische Flugzeughersteller Boeing Co. (ISIN US0970231058/ WKN 850471) gab am Donnerstag bekannt, dass er im zweiten Quartal insgesamt 114 kommerzielle Maschinen ausgeliefert hat, was dem höchsten Quartalswert seit dem Jahr 2001 entspricht. Im ersten Halbjahr beläuft sich die Zahl der ausgelieferten Passagierflugzeuge demnach auf 220, womit man auf Kurs ist, das selbst gesteckte Jahresziel von 440 bis 445 Maschinen zu erreichen. Unter den 114 ausgelieferten Maschinen im zweiten Quartal waren 86 Flugzeuge vom Typ 737, 21 vom Typ 777, vier vom Typ 747 sowie drei 767-Modelle.
Die Oracle Corp. Japan (ISIN JP3689500001/ WKN 918470), die japanische Tochter des amerikanischen Software-Konzerns Oracle Corp. (ISIN US68389X1054/ WKN 871460), meldete am Donnerstag, dass sie im abgelaufenen Fiskaljahr sowohl Umsatz wie auch Ergebnis steigern konnte, was auf die starke Nachfrage nach Business- und Datenbanksoftware zurückzuführen ist. Demnach kletterte der Umsatz um 10 Prozent von 91,6 Mrd. Japanischen Yen (JPY) auf 100,8 Mrd. JPY. Der Vorsteuergewinn erhöhte sich um 15,5 Prozent auf 37,2 Mrd. JPY, nach 32,2 Mrd. JPY im Vorjahr.
Die US-Hotelkette Hilton Hotels Corp. (ISIN US4328481092/ WKN 853218) gab am Donnerstag bekannt, dass sie im Falle eines Scheiterns der Übernahme durch die Blackstone Group LP (ISIN US09253U1088/ WKN A0MSM5) 560 Mio. Dollar an die amerikanische Private Equity-Gesellschaft zahlen muss. Die zweitgrößte US-Hotelkette teilte am Dienstagabend mit, dass sie der Übernahme durch die Private Equity-Gesellschaft in Höhe von rund 26 Mrd. Dollar (einschließlich Verbindlichkeiten) zugestimmt hat. Im Rahmen der Transaktion erhalten Hilton Hotels-Aktionäre für jeden ihrer Anteilsscheine 47,50 Dollar in bar. Die Break-Up-Gebühr fällt an, sollte Hilton Hotels ein besseres Angebot einer Drittpartei erhalten, dieses annehmen und damit das bestehende Übernahmeabkommen mit Blackstone wieder auflösen. Wenn die Transaktion jedoch erfolgreich abgeschlossen werden, entspräche sie dem bisher größten Private Equity Buy-Out der Hotelindustrie. (06.07.2007/ac/n/m)