Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach einem positiven Auftakt hat der
Dax gestern letztendlich spürbar schwächer geschlossen. Bis Handelsende verlor der deutsche Leitindex 1,46 Prozent auf 6.440,70 Indexpunkte (XDAX: 6.383,75 Punkte; -2,11 Prozent). Gleichzeitig knickte der
MDAX um 3,00 Prozent ein auf 8.309,39 Zähler. Neben dem schwachen Ausblick von Daimler und den negativen US-Vorgaben infolge enttäuschender Verkaufszahlen bestehender Eigenheime hat insbesondere der unerwartet deutliche Rückgang des ifo Geschäftsklimaindex belastet. So verringerte sich der ifo Index im Juli in Gesamtdeutschland von 101,2 Punkten im Vormonat auf 97,5 Punkte. Die Ergebnisse legten dabei nahe, dass der konjunkturelle Aufschwung zu Ende geht.
Die Aktie von Daimler stach mit einem kräftigen Abschlag von 9,6 Prozent ins Auge. Der Gewinn des Automobilkonzerns war im abgelaufenen Quartal rückläufig. Zudem haben die Stuttgarter ihren Ausblick gesenkt. Im Sog dieser Meldung gaben außerdem BMW 4,4 Prozent ab. Volkswagen hielten sich mit -2,8 Prozent etwas besser. Noch deutlichere Abschläge waren bei ThyssenKrupp (-5,7 Prozent), MAN (-5,5 Prozent) und Infineon (-4,9 Prozent) auszumachen.
Titel der Deutschen Post gaben gestern nach anfänglichen Gewinnen 0,4 Prozent ab. Wie der Logistikkonzern am Vorabend mitteilte, konnte das EBIT vor Einmaleffekten im abgelaufenen Quartal trotz einiger Hinweise, dass sich das Wachstum in der Luftfrachtbranche und im Expressmarkt verlangsamt hat, deutlich verbessert werden. Nach dem Kursrutsch am Vortag griffen die Anleger indes wieder bei Merck zu. Der Wert stieg an der DAX-Spitze um 4,6 Prozent. Auf den Plätzen folgten die Deutsche Börse und FMC.
Im MDAX schloss gestern Wincor Nixdorf mit 2,6 Prozent im Minus. Der Geldautomatenhersteller hat die Geschäftszahlen für die ersten neun Monate vorgelegt und im Anschluss die Prognosen für das Gesamtjahr bestätigt. Am Indexende knickten MTU um mehr als 10 Prozent ein. Premiere rückte als Spitzenreiter um 3,6 Prozent vor.
Der Markt heute:
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Verlusten starten. L&S rechnet zu Handelsbeginn mit 6.414 Punkten.
Konjunktur- und Wirtschaftstermine:
In Deutschland stehen heute die Außenhandelspreise zur Veröffentlichung an. Ferner werden in Japan die Verbraucherpreise bekannt gegeben. Aus den USA werden heute die Aufträge langlebiger Wirtschaftsgüter, Verkäufe neuer Häuser und die Verbraucherstimmung gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:
Quartalszahlen stehen heute bei Arch Coal Inc., Black & Decker Corp., Coventry Health Care Inc., Fortune Brands Inc., IDEXX Laboratories Inc., ITT Corp., Legg Mason Inc., ATOSS Software AG, Groupe Danone S.A., Infineon Technologies AG, Scania AB und Vivendi Universal S.A. an.
Die US-Börsen:
Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Donnerstag mit Verlusten. Während der Dow Jones mit 11.349,28 Punkten um 2,43 Prozent abnahm, ging die Nasdaq um 1,97 Prozent auf 2.280,11 Zähler zurück. Die Futures notieren derzeit im Minus. Gegen 08:00 Uhr tendiert der NASDAQ Future bei 1.816 Punkten (-0,2 Prozent) und der S&P Future bei 1.251 Zählern (-0,2 Prozent).
Devisen, Gold und Rohstoffe:
Brent Oil: 125,49 Dollar; Euro: 1,5698 Dollar; Gold: 931,50 Dollar
Wichtige Meldungen:
Der französische Baustoffkonzern Compagnie de Saint-Gobain S.A. veröffentlichte am Donnerstagabend die Zahlen zum ersten Halbjahr 2008 und dämpfe zugleich die Erwartungen für das Gesamtjahr. Das Ergebnis soll nun nur noch auf Vorjahresniveau ausfallen.
Der französische Medien- und Mobilfunkkonzern Vivendi S.A. (ISIN FR0000127771/ WKN 591068) hat am Donnerstag die Umsatzzahlen zum zweiten Quartal 2008 veröffentlicht. Die Umsatzerlöse verbesserten sich demnach um 15,1 Prozent auf 5,99 Mrd. Dollar.
Der US-Netzwerkausrüster Juniper Networks Inc. (ISIN US48203R1041/ WKN 923889) veröffentlichte am Donnerstag nach US-Börsenschluss seine Ergebnisse für das zweite Quartal 2008. Wie das kalifornische Unternehmen mitteilte lagen der Umsatz bei 879,03 Mio. Dollar und der Gewinn bei 120,41 Mio. Dollar bzw. 22 Cents je Aktie. (25.07.2008/ac/n/m)