Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der
Dax hat sich gestern einmal mehr mit kräftigen Verlusten aus dem Handel verabschiedet. Letztendlich schloss der deutsche Leitindex 4,46 Prozent schwächer bei 4.571,07 Punkten (XDAX: 4.449,75 Punkte; -5,54 Prozent). Der
MDAX bröckelte daneben um 4,33 Prozent ab auf 5.353,69 Zähler. Ängste vor einem Wirtschaftsabschwung in Europa haben dem Euro erneut schwer zugesetzt. Die Wall Street lag zum Xetra-Schluss ebenfalls deutlich im Minus. Aktuell scheint die Finanzkrise etwas in den Hintergrund gerückt zu sein. Allerdings machen auch in den USA Sorgen vor einer tiefgreifenden Rezession die Runde.
Völlig unbeeindruckt von den Kurskapriolen gewannen Infineon an der DAX-Spitze 2,7 Prozent. Die Aktie von Volkswagen entwickelte sich mit +0,1 Prozent ebenfalls besser als der Gesamtmarkt. Kaum Beachtung fand offenbar ein Pressebericht, demzufolge der japanische Konkurrent Toyota im laufenden Jahr voraussichtlich weniger Fahrzeuge verkaufen wird als bislang geplant. Dagegen fielen Daimler und BMW ungeachtet der Euro-Schwäche und der weiter rückläufigen Ölpreisnotierungen um 7,8 bzw. um 5,7 Prozent zurück.
Das Schlusslicht bildeten gestern Titel der HRE mit -10,3 Prozent. Daneben gaben METRO 10 Prozent, K+S 7,7 Prozent und adidas 7,6 Prozent ab. RWE hielten sich mit -2,1 Prozent vergleichsweise wacker. Einem Presseinterview mit Vorstandschef Jürgen Großmann zufolge will der Energieversorger künftig verstärkt auf Atomkraft setzen.
Im MDAX gewannen HOCHTIEF 3,5 Prozent, nachdem der Konzern seine Prognose bestätigt und ein Aktienrückkaufprogramm angekündigt hat. Beflügelt vom anhaltenden Verfall der europäischen Gemeinschaftswährung gewannen EADS 1,9 Prozent. Am Indexende sackten HHLA um über 13 Prozent ab. Kaum besser war es um ProSiebenSat.1, KlöCo und SGL CARBON bestellt.
Der Markt heute:
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Verlusten starten. L&S rechnet zu Handelsbeginn mit 4.506 Punkten.
Konjunktur- und Wirtschaftstermine:
In Deutschland steht heute der Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums zur Veröffentlichung an. Ferner werden in Italien das Verbrauchervertrauen und die Handelsbilanz, in Großbritannien der Einzelhandelsumsatz sowie in der EU die Leistungsbilanz und die Auftragseingänge bekannt gegeben. Aus den USA werden heute die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:
Quartalszahlen stehen heute bei AirTran Holdings Inc., Altria Group Inc., Black & Decker Corp., Bristol-Myers Squibb Co., Burlington Northern Santa Fe Corp., Chubb Corp., Coca-Cola Enterprises Inc., Dow Chemical Co., Eastman Chemical Co., Eli Lilly & Co., Goodrich Corp., Ingram Micro Inc., JetBlue Airways Corp., Johnson Controls Inc., Juniper Networks Inc., L-3 Communications Holdings Inc., Level 3 Communications Inc., Microsoft Corp., National Oilwell Varco Inc., NCR Corp., New York Times Co., PerkinElmer Inc., R.H. Donnelley Corp., RadioShack Corp., Raytheon Co., Starwood Hotels & Resorts Worldwide Inc., SunTrust Banks Inc., Union Pacific Corp., United Parcel Service Inc., US Airways Group Inc., Western Digital Corp., Xerox Corp., Air Liquide S.A., Carrefour S.A., comdirect bank AG, Credit Suisse Group, Daimler AG, Elan Corp. plc, Iberdrola S.A., MTU Aero Engines Holding AG, MWB Wertpapierhandelsbank AG, Praktiker Bau- und Heimwerkermärkte Holding AG, Renault S.A., Syngenta AG und Teleplan International N.V. an.
Die US-Börsen:
Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Mittwoch mit Verlusten. Während der Dow Jones mit 8.519,21 Punkten um 5,69 Prozent abnahm, ging die Nasdaq um 4,77 Prozent auf 1.615,75 Zähler zurück. Die Futures notieren derzeit uneinheitlich. Gegen 08:00 Uhr tendiert der NASDAQ Future bei 1.246 Punkten (-0,1 Prozent) und der S&P Future bei 909 Zählern (+0,7 Prozent).
Devisen, Gold und Rohstoffe:
Brent Oil: 69,12 Dollar; Euro: 1,2768 Dollar; Gold: 725,87 Dollar
Wichtige Meldungen:
Die Amgen Inc. veröffentlichte am Mittwoch nach US-Börsenschluss die Zahlen für das dritte Quartal 2008. Dabei verzeichnete das weltweit größte Biotechnologie-Unternehmen einen Umsatz- und Gewinnanstieg. Zudem wurde der Ausblick für das Gesamtjahr nach oben angepasst.
Die Seagate Technology Inc. (ISIN KYG7945J1040/ WKN 164367) hat am Mittwoch nach US-Börsenschluss die Zahlen für das erste Fiskalquartal 2008/09 vorgelegt. Der Festplattenhersteller musste dabei einen Umsatz- und Gewinnrückgang hinnehmen und verfehlte die Erwartungen.
Die Allstate Corp. (ISIN US0200021014/ WKN 886429) hat am Mittwoch nach US-Börsenschluss die Zahlen für das dritte Quartal 2008 veröffentlicht. Dabei musste der US-Versicherungskonzern aufgrund der Belastungen der Hurrikans Ike und Gustav sowie der Finanzmarktkrise unerwartet einen Verlust ausweisen.
Der französische Baustoffkonzern Compagnie de Saint-Gobain S.A. (ISIN FR0000125007/ WKN 872087) veröffentlichte am Mittwochabend die Umsatzzahlen für die ersten neun Monate 2008 und senkte zugleich den Ausblick für das Gesamtjahr 2008. (23.10.2008/ac/n/m)