Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach einem über weite Strecken des Tages lustlosen Handel kamen gestern am späten Nachmittag die Bullen auf das Parkett gestürmt. Der
Dax schoss in der Spitze um 4,6 Prozent nach oben und schloss letztendlich 3,54 Prozent fester bei 4.326,87 Indexpunkten (XDAX: 4.277,35 Punkte; +1,98 Prozent). Der
MDAX gewann daneben 3,43 Prozent auf 4.927,47 Zähler. Die schwachen Zahlen und der enttäuschende Ausblick des Baumaschinenherstellers Caterpillar werden angesichts der Megaübernahme von Wyeth durch den Pharmariesen Pfizer und überraschend guter Daten vom Immobilienmarkt nur am Rande wahrgenommen. Der
Dow Jones lag zum Handelsschluss in Deutschland mit 1,3 Prozent im Plus.
Auf Erholungskurs befand sich ausnahmsweise einmal der gesamte Finanzsektor. Titel der Deutschen Postbank gingen mit +8 Prozent aus dem Handel. Daneben legten die Commerzbank 5,5 Prozent und die Deutsche Bank 7,1 Prozent zu. Bei der Allianz war ein Aufschlag von 7,5 Prozent auszumachen. Papiere der Münchener Rück gewannen 6 Prozent. An der Londoner Börse schoss das Barclays-Papier um über 70 Prozent in die Höhe. Wie bekannt wurde, konnte die britische Großbank im abgelaufenen Fiskaljahr trotz milliardenschwerer Einmalbelastungen im Zuge der internationalen Finanzkrise einen deutlichen Gewinn erwirtschaften.
An der DAX-Spitze rangierten Volkswagen mit einem Zuwachs von 8,4 Prozent. Mit im oberen Indexdrittel fanden sich aber auch Salzgitter (+6,7 Prozent), adidas (+6,1 Prozent) und die Deutsche Post (+6,7 Prozent). METRO legten 1,8 Prozent zu. Dabei hat der Einzelhandelskonzern einem Pressebericht zufolge anscheinend Probleme mit seinem deutschen Cash & Carry-Geschäft hat. So habe die Großmarkt-Sparte nach internen Zahlen einen deutlichen Gewinnrückgang verzeichnet.
Nach der am Freitag bekannt gewordenen Pleite der Tochter Qimonda ging es für Titel des Halbleiterkonzerns Infineon weiter steil nach unten. Letztendlich brach der Wert gestern um 7,4 Prozent ein. Das Minus bei ThyssenKrupp in Höhe von gut 5 Prozent war einzig dem Dividendenabschlag geschuldet.
Der Automobilzulieferer Continental erhält einen neuen Finanzvorstand. Demnach hat der Aufsichtsrat dem Wunsch von Dr. Alan Hippe entsprochen, seine Bestellung zum Mitglied des Vorstands aufzuheben. Ein Nachfolger soll in den kommenden Wochen bestellt werden. Des Weiteren stand hier ein Pressebericht im Blick, demzufolge der Staat den mit 22 Mrd. Euro hochverschuldeten neuen Autozulieferer Schaeffler-Continental mit 1 Mrd. Euro stützen muss. Die im MDAX gelistete Conti-Aktie brach daraufhin um 16,3 Prozent ein. An der Indexspitze rückten Papiere von Praktiker um gut 8 Prozent vor.
Der Markt heute:
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Gewinnen starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 4.331 Punkten.
Konjunktur- und Wirtschaftstermine:
In Deutschland stehen heute die Außenhandelspreise und der ifo Geschäftsklimaindex zur Veröffentlichung an. Ferner wird in der EU die Leistungsbilanz und in Italien die Handelsbilanz bekannt gegeben. Aus den USA wird heute das Verbrauchervertrauen gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:
Quartalszahlen stehen heute bei AK Steel Holding Corp., Altera Corp., AT&S Austria Technologie & Systemtechnik AG, Bristol-Myers Squibb Co., E. I. DuPont de Nemours and Co. (Du Pont), EMC Corp., Gilead Sciences Inc., KPN N.V., Lexmark International Inc., Loewe AG, Lonza Group AG, Nucor Corp., OMV AG, Siemens AG, STMicroelectronics N.V., Sun Microsystems Inc., Valero Energy Corp., Verizon Communications Inc. und Yahoo! Inc. an.
Die US-Börsen:
Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Montag mit Gewinnen. Während der Dow Jones mit 8.116,03 Punkten um 0,48 Prozent zunahm, zog die Nasdaq um 0,82 Prozent auf 1.489,46 Zähler an. Die Futures notieren derzeit im Plus. Gegen 08:00 Uhr tendiert der NASDAQ Future bei 1.193 Punkten (+1,2 Prozent) und der S&P Future bei 842 Zählern (+1,4 Prozent).
Devisen, Gold und Rohstoffe:
Rohöl (WTI): 45,78 Dollar; Euro: 1,3202 Dollar; Gold: 905,30 Dollar
Wichtige Meldungen:
Die Texas Instruments Inc. hat am Montag nach US-Börsenschluss die Zahlen für das vierte Quartal 2008 veröffentlicht. Dabei musste der weltgrößte Hersteller von Mobiltelefon-Chips einen deutlichen Umsatz- und Gewinnrückgang hinnehmen, konnte aber die Erwartungen übertreffen.
Die American Express Co. (ISIN US0258161092/ WKN 850226) gab am Montag nach US-Börsenschluss die Zahlen für das vierte Quartal 2008 bekannt. Der US-Finanzkonzern musste dabei im Zusammenhang mit der Finanzkrise einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen.
Die Amgen Inc. (ISIN US0311621009/ WKN 867900) veröffentlichte am Montag nach US-Börsenschluss die Zahlen für das vierte Quartal 2008. Dabei verzeichnete das weltweit größte Biotechnologie-Unternehmen trotz stagnierender Umsätze einen Gewinnanstieg, verfehlte die Analystenerwartungen aber knapp.
Der US-Chemiekonzern Dow Chemical Co. (ISIN US2605431038/ WKN 850917) hat die geplante Übernahme des Konkurrenten Rohm and Haas Co. (ISIN US7753711073/ WKN 852156) auf unbestimmte Zeit verschoben. Dies teilte das Unternehmen am Montag mit.
Einem Pressebericht zufolge wird der angeschlagene US-Automobilkonzern General Motors Corp. (GM) (ISIN US3704421052/ WKN 850000) weitere Stellen streichen. (27.01.2009/ac/n/m)