Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich gestern mit massiven Kursgewinnen aus der Sitzung verabschiedet. Der
Dax schoss bis Handelsende um 4,52 Prozent in die Höhe und schloss bei 4.518,72 Punkten (XDAX: 4.532,70 Punkte; +5,10 Prozent). Der
MDAX gewann daneben 5,63 Prozent auf 5.175,20 Zähler. Wie die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) mitteilte, gehe man davon aus, dass das Konsumklima seine stabile Entwicklung, wenn auch auf niedrigem Niveau, fortsetzt. Gerüchte um die Gründung einer "Bad Bank" in den USA haben der Wall Street am Nachmittag zu einem fulminanten Auftakt verholfen. Für den Abend wurde außerdem die Zinsentscheidung der Fed erwartet. Anleger erhofften sich weitere Maßnahmen im Kampf gegen die Wirtschaftskrise.
Wie der Software-Konzern SAP mitteilte, konnte er nach vorläufigen Zahlen im Geschäftsjahr 2008 das Betriebsergebnis verbessern. Daneben konnten die software- und softwarebezogenen Serviceerlöse deutlich gesteigert werden. Allerdings erwartet SAP, dass die Marktbedingungen im Jahr 2009 schwierig bleiben. Deshalb wird das Unternehmen das initiierte Programm zur Kostensenkung fortführen sowie weitere Kosten reduzierende Maßnahmen ergreifen. Die Aktie gewann im DAX-Mittelfeld 5,3 Prozent.
In Zusammenhang mit den Spekulationen um eine "US-Bad Bank" zählten Finanzwerte europaweit zu den großen Favoriten. Allen voran schossen Papiere der Deutschen Bank um 22 Prozent nach oben. Einem Börsenbrief zufolge sei das operative Geschäft des deutschen Branchenprimus im Januar bisher sensationell gelaufen. Daneben legten die Deutsche Postbank 14,9 Prozent und die Commerzbank 18,2 Prozent zu. Papiere der Allianz gingen gut 9 Prozent fester aus dem Handel.
Außerhalb des Finanzsegments stachen gestern unter anderem MAN (+9 Prozent), Infineon (+9 Prozent) und Salzgitter (+8,8 Prozent) ins Auge. Die Deutsche Post und die Münchener Rück legten dahinter 7,4 bzw. 6,6 Prozent zu. Daneben drehte auch die Volkswagen-Aktie ins Plus. Der Wert schloss letztendlich mit +2,1 Prozent. Ungeachtet der Feierlaune auf dem Frankfurter Parkett tendierten Merck und Beiersdorf schwächer.
In der zweiten Reihe preschten Titel der HRE um gut 5 Prozent vor. Hier stand ein Pressebericht im Fokus, demzufolge die Bundesregierung die vollständige Übernahme des angeschlagenen Immobilienfinanzierers plant. HeidelbergCement gewannen 9 Prozent. Der Baustoffhersteller sucht einem Pressebericht zufolge weiterhin händeringend nach neuen Investoren und hat seine Bemühungen in den vergangenen Wochen intensiviert. Papiere von Wacker Chemie stiegen um fast 2 Prozent. Der Konzern sah sich im vierten Quartal mit den Auswirkungen der konjunkturell schwierigen Rahmenbedingungen konfrontiert. Der Umsatz konnte nach vorläufigen Berechnungen zwar gesteigert werden, das EBITDA war aber deutlich rückläufig.
Der Markt heute:
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Verlusten starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 4.514 Punkten.
Konjunktur- und Wirtschaftstermine:
In Deutschland stehen heute die Arbeitslosenzahlen zur Veröffentlichung an. Ferner werden in der EU die Wirtschaftsstimmung und das Geschäftsklima bekannt gegeben. Aus den USA werden heute die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, der Auftragseingang langlebiger Güter sowie die Neubauverkäufe gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:
Quartalszahlen stehen heute bei 3M Co., Altria Group Inc., Affiliated Computer Services Inc., Alliant Techsystems Inc., Amazon.com Inc., AstraZeneca plc, American Electric Power Co. Inc., AutoNation Inc., Black & Decker Corp., Broadcom Corp., CA Inc., Brunswick Corp., Celgene Corp., Colgate-Palmolive Co., Continental Airlines Inc., Eastman Chemical Co., Eastman Kodak Co., Eli Lilly and Co., Hennes & Mauritz AB, Ford Motor Co., Illinois Tool Works Inc., International Paper Co., JetBlue Airways Corp., Juniper Networks Inc., L-3 Communications Holdings Inc., Lear Corp., MedImmune Inc., Royal Dutch Shell Group plc, Sanochemia Pharmazeutika AG, Sony Corp., Swatch Group AG, Telefonaktiebolaget L.M. Ericsson, Monster Worldwide Inc., Newell Rubbermaid Inc., Raytheon Co., Smith International Inc., Starwood Hotels & Resorts Worldwide Inc., Textron Inc., US Airways Group Inc. und Wyeth an.
Die US-Börsen:
Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Mittwoch mit Gewinnen. Während der Dow Jones mit 8.375,45 Punkten um 2,46 Prozent zunahm, zog die Nasdaq um 3,55 Prozent auf 1.558,34 Zähler an. Die Futures notieren derzeit im Minus. Gegen 08:00 Uhr tendiert der NASDAQ Future bei 1.223 Punkten (-0,7 Prozent) und der S&P Future bei 865 Zählern (-0,7 Prozent).
Devisen, Gold und Rohstoffe:
Rohöl (WTI): 42,06 Dollar; Euro: 1,3069 Dollar; Gold: 882,00 Dollar
Wichtige Meldungen:
Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat am Mittwoch die Leitzinsen erwartungsgemäß unverändert belassen. Zuletzt war eine Leitzinssenkung um 75 Basispunkte auf nun noch 0,0 bis 0,25 Prozent vorgenommen worden. Der Diskont-Satz war ebenfalls um 75 Basispunkte auf 0,5 Prozent gesenkt worden.
Die Symantec Corp. veröffentlichte am Mittwoch nach US-Börsenschluss die Zahlen für das dritte Fiskalquartal 2008/09. Dabei musste der Hersteller von Sicherheits-Software zwar einen Verlust ausweisen, könnte jedoch auf bereinigter Basis überzeugen.
Die amerikanische Starbucks Corp. (ISIN US8552441094/ WKN 884437) hat am Mittwoch nach US-Börsenschluss die Zahlen für das erste Fiskalquartal 2008/09 veröffentlicht. Die Kaffeehauskette meldete dabei aufgrund von Restrukturierungsmaßnahmen einen unerwartet deutlichen Gewinnrückgang. In der Folge kündigte Starbucks an, 200 Filialen in den USA und 100 andere Filialen zu schließen.
Der US-Computerhersteller Dell Inc. (ISIN US24702R1014/ WKN 121092) gab am Mittwoch bekannt, dass das Ergebnis zum vierten Fiskalquartal 2008/09 Einmalbelastungen in Millionenhöhe enthalten wird.
Die W.E.T. Automotive Systems AG (ISIN DE0005081608/ WKN 508160) gab am Mittwoch bekannt, dass sich der im vierten Quartal 2008 weiter verstärkte Absatzeinbruch bei Kraftfahrzeugen auch bei dem Spezialisten für Autositzheizungen auswirkt. (29.01.2009/ac/n/m)