Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich gestern mit roten Vorzeichen aus dem ersten Handelstag der Woche verabschiedet, wenngleich auch die Tagestiefststände bei Weitem keinen Bestand hatten. Der
Dax schloss am Ende mit 1,55 Prozent im Minus bei 4.271,04 Indexpunkten (XDAX: 4.273,44 Punkte; -1,21 Prozent). Der
MDAX gab daneben 1,02 Prozent ab auf 5.046,25 Zähler.
Enttäuschende Daten zu den persönlichen Ausgaben im Dezember haben der Wall Street gestern Nachmittag zur Eröffnung recht deutlich zugesetzt. Entlastung kam dann von einer anderen Seite. Laut Angaben des ISM haben sich die Geschäftsaktivitäten des Verarbeitenden Gewerbes in den USA im Januar unerwartet verbessert. Die US-Börsen boten zum Xetra-Schluss dann auch ein uneinheitliches Bild.
Mit die höchsten Verluste waren dabei im Bankensektor auszumachen. So rutschten Papiere der Deutschen Bank um 6,6 Prozent ab. Daneben büßten die Commerzbank 5,8 Prozent und die Deutsche Postbank 4,8 Prozent ein. Einem Pressebericht zufolge rückt die geplante gesetzliche Grundlage zur Enteignung von Aktionären in Schieflage geratener Großbanken näher. Dabei werde auch der Widerstand innerhalb der Union gegen eine Komplettverstaatlichung von Banken angesichts der in Schieflage geratenen Hypo Real Estate zunehmend geringer. Überlegungen von Finanzminister Peer Steinbrück, Aktionäre zur Stabilisierung der Finanzmärkte notfalls zu enteignen, dürften daher noch in dieser Woche zu einem Gesetzentwurf der Bundesregierung führen.
Für Papiere der beiden Stahlkonzerne ThyssenKrupp und Salzgitter ging es um 0,9 bzw. um 2,3 Prozent nach unten. Einem Pressebericht zufolge geht Salzgitter nach Aussage des Vorstandsmitglieds Wolfgang Eging für das laufende Jahr von einem leichten Rückgang im Röhrengeschäft aus. Hier belastete außerdem eine Meldung aus dem Ausland. So der hat österreichische Mitbewerber voestalpine seinen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr zurückgenommen.
Anteilsscheine des Halbleiterkonzerns Infineon wiederum sackten nach einer negativen Analystenstudie um 5 Prozent ab. Das Schlusslicht bildeten gestern aber MAN mit -6,8 Prozent. Auf der anderen Seite zogen Volkswagen als Spitzenreiter um 1,9 Prozent an, gefolgt von Bayer und der Deutschen Telekom.
Im MDAX stachen die Aareal Bank und GAGFAH mit Abschlägen von 7,1 bzw. 9,2 Prozent ins Auge. Premiere legten indes knapp 4 Prozent zu, nachdem die BaFin den Großaktionär News Corp von der Verpflichtung zur Abgabe eines Pflichtangebots an die Premiere-Aktionäre freigestellt hat. Laut Premiere ist diese Freistellung eine wichtige Voraussetzung für die Unterstützung der neuen Finanzierungsstruktur durch News Corp.
Der Markt heute:
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Gewinnen starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 4.277 Punkten.
Konjunktur- und Wirtschaftstermine:
In Deutschland steht heute der Einzelhandelsumsatz zur Veröffentlichung an. Ferner wird in der EU die Erzeugerpreise bekannt gegeben. Aus den USA werden heute die anstehenden Hausverkäufe gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:
Quartalszahlen stehen heute bei BP plc, Celanese Corp., Dow Chemical Co., Electronic Arts Inc., Enel S.p.A., Heidelberger Druckmaschinen AG, Hitachi Ltd., Manpower Inc., Merck & Co. Inc., Motorola Inc., Scania AB, Schering-Plough Corp., Takeda Pharmaceutical Co. Ltd., The Walt Disney Co., Tyco International Ltd., Vodafone Group plc und YUM! Brands Inc. an.
Die US-Börsen:
Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Montag uneinheitlich. Während der Dow Jones mit 7.936,83 Punkten um 0,80 Prozent abnahm, zog die Nasdaq um 1,22 Prozent auf 1.494,43 Zähler an. Die Futures notieren derzeit im Plus. Gegen 08:00 Uhr tendiert der NASDAQ Future bei 1.190 Punkten (+0,2 Prozent) und der S&P Future bei 821 Zählern (+0,1 Prozent).
Devisen, Gold und Rohstoffe:
Rohöl (WTI): 40,46 Dollar; Euro: 1,2819 Dollar; Gold: 901,45 Dollar
Wichtige Meldungen:
Die SanDisk Corp. hat am Montag nach US-Börsenschluss die Zahlen für das vierte Quartal 2008 veröffentlicht. Dabei musste der amerikanische Speicherchip-Hersteller einen Verlust ausweisen und verfehlte die Gewinnerwartungen.
Die ARQUES Industries AG (ISIN DE0005156004/ WKN 515600) hat am Montag den Rücktritt des Vorstandschefs bekannt gegeben und zudem einen neuen Finanzvorstand präsentiert.
Die US-Großbank Morgan Stanley (ISIN US6174464486/ WKN 885836) plant einem Pressebericht zufolge offenbar weitere Stellenstreichungen.
Die amerikanische B/E Aerospace Inc. (ISIN US0733021010/ 880072), ein Hersteller von Flugzeug-Innenraumkomponenten, meldete am Montag die Ergebnisse des vierten Quartals und konnte dabei die Erwartungen der Analysten übertreffen. (03.02.2009/ac/n/m)