Frankfurt (aktiencheck.de AG) - An der Frankfurter
Börse war am gestrigen Dienstag richtig viel Bewegung. Nach einem positiven Auftakt fiel der deutsche Aktienmarkt am Vormittag in negatives Terrain zurück. Am Ende überwogen dann aber doch klar die Bullen das Geschehen. Der
Dax schloss mit 2,43 Prozent im Plus bei 4.374,96 Indexpunkten (XDAX: 4.386,01 Punkte; +2,63 Prozent). Der
MDAX legte daneben 1,09 Prozent zu auf 5.101,02 Zähler.
Laut Angaben der National Association of Realtors ist die Zahl der anstehenden Hausverkäufe in den USA im Dezember unerwartet angewachsen. Außerdem haben die beiden Pharmakonzerne Merck & Co. und Schering-Plough mit den vorgelegten Ergebnissen überzeugen können. Dagegen hat der Technologiekonzern Motorola mit seinen Zahlen und dem Ausblick schwer enttäuscht. Außerdem hat der Chemiekonzern Dow Chemical mit einem hohen Quartalsverlust die Erwartungen verfehlt.
Die Aktie der Deutschen Lufthansa stach mit einem satten Zuwachs von 7,8 Prozent hervor. Die Kranichlinie geht nach ersten Hochrechnungen für das Fiskaljahr 2008 von einem operativen Ergebnis von 1,3 Mrd. Euro aus. Bisher wurde für das abgelaufene Gesamtjahr lediglich ein operatives Ergebnis von rund 1,1 Mrd. Euro prognostiziert.
Die T-Aktie schloss mit 5,4 Prozent im Plus. Der Wert profitierte insbesondere von einer Meldung des britischen Mitbewerbers Vodafone, der im dritten Quartal dank positiver Wechselkurseffekte einen Umsatzanstieg verbuchen konnte und im Anschluss die Prognosen für das Fiskaljahr angehoben hat. Daneben waren auch die beiden Versorgerschwergewichte E.ON (+3,9 Prozent) und RWE (+2,8 Prozent) maßgeblich an der positiven Entwicklung des Gesamtmarktes beteiligt.
Nach der schwachen Vortagesentwicklung konnten gestern auch Finanzwerte deutlich zulegen. So gewannen die Deutsche Bank 6,5 Prozent, die Münchener Rück 5,2 Prozent und die Allianz 1,7 Prozent. Die im MDAX gelistete Aktie der Hannover Rück verbesserte sich um 10 Prozent, nachdem der Vorstandsvorsitzende Wilhelm Zeller erklärte, dass für sein Unternehmen die Finanzmarktkrise ausgestanden sei.
Papiere der Deutschen Börse gaben dagegen 2,1 Prozent ab. Wie am Vorabend bekannt wurde, hat der Börsenbetreiber im Januar auf Xetra und dem Parkett der Börse Frankfurt gut 90 Mrd. Euro umgesetzt - ein Rückgang von rund 70 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Konzern führte in diesem Zusammenhang die stark gesunkenen Aktienkurse im Vergleich zum Vorjahr sowie die Zurückhaltung privater wie institutioneller Investoren an.
Im MDAX schossen Papiere von Heidelberger Druck um rund 26 Prozent in die Höhe. Dabei hat der Konzern die ersten neun Monate des Geschäftsjahres mit einem negativen Ergebnis abgeschlossen. Außerdem erwartet man für das laufende Geschäftsjahr erhebliche Umsatzeinbußen sowie einen deutlichen Jahresfehlbetrag. Analysten hatten im Vorfeld allerdings mit Schlimmerem gerechnet.
Der Markt heute:
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Gewinnen starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 4.391 Punkten.
Konjunktur- und Wirtschaftstermine:
In Deutschland steht heute der Einzelhandelsumsatz zur Veröffentlichung an. Ferner wird in der EU die Erzeugerpreise bekannt gegeben. Aus den USA werden heute die anstehenden Hausverkäufe gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:
Quartalszahlen stehen heute bei Alcatel-Lucent, Alliance Data Systems Corp., BHP Billiton Ltd., Cisco Systems Inc., Datalink Corp., Devon Energy Corp., Electrolux AB, Furniture Brands International Inc., Goodrich Corp., Kraft Foods Inc., Panasonic Corp., Philip Morris International Inc., Polo Ralph Lauren Corp., Roche Holding AG, schlott gruppe AG, Time Warner Inc. und Tupperware Corp. an.
Die US-Börsen:
Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Dienstag mit Gewinnen. Während der Dow Jones mit 8.078,36 Punkten um 1,78 Prozent zunahm, zog die Nasdaq um 1,46 Prozent auf 1.516,30 Zähler an. Die Futures notieren derzeit im Plus. Gegen 08:00 Uhr tendiert der NASDAQ Future bei 1.209 Punkten (+0,1 Prozent) und der S&P Future bei 833 Zählern (+0,3 Prozent).
Devisen, Gold und Rohstoffe:
Rohöl (WTI): 41,07 Dollar; Euro: 1,3026 Dollar; Gold: 899,00 Dollar
Wichtige Meldungen:
Der Automobilkonzern Bayerische Motoren Werke AG (BMW) (BMW) musste im Januar in den USA einen Absatzrückgang hinnehmen, zog sich dabei aber besser aus der Affäre als die meisten Konkurrenten.
Die amerikanische Schnellrestaurantkette YUM! Brands Inc. (ISIN US9884981013/ WKN 909190), die Muttergesellschaft der Fast-Food-Ketten Pizza Hut, Taco Bell und KFC, meldete am Dienstag nach US-Börsenschluss, dass ihr Gewinn im vierten Quartal 2008 aufgrund von Einmalbelastungen und wegen des stärkeren Dollars um 12 Prozent gesunken ist.
Die MetLife Inc. (ISIN US59156R1086/ WKN 934623), der größte Lebensversicherer in den USA, verbuchte im vierten Quartal 2008 einen Gewinnrückgang, übertraf dabei aber die Erwartungen.
Der Medien- und Entertainment-Konzern Walt Disney Co. (ISIN US2546871060/ WKN 855686) gab am Dienstag nach US-Börsenschluss die Zahlen für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2008/2009 bekannt. Dabei verzeichnete der US-Konzern deutliche Einbußen bei Umsatz und Gewinn und verfehlte die Erwartungen des Marktes. (04.02.2009/ac/n/m)