Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach einem recht lustlosen Handelsverlauf hat sich der deutsche Aktienmarkt gestern doch noch mit deutlicheren Gewinnen in den Feierabend verabschiedet. Der
Dax zog letztendlich um 0,48 Prozent an auf 4.666,82 Punkte (XDAX: 4.663,20 Punkte; +0,23 Prozent) und konnte damit an die starke Entwicklung der vergangenen Woche anknüpfen. Der
MDAX verfestigte sich daneben um 1,43 Prozent auf 5.473,31 Zähler. Nach einem schwachen Auftakt pendelten die US-Börsen zum Handelsende in Deutschland um ihre Freitagsschlusskurse.
Finanzwerte standen nach Meldungen aus dem Ausland verstärkt im Blick. Die britische Bankgesellschaft Barclays meldete gestern, dass ihr Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgrund hoher Abschreibungen leicht gesunken ist, sie die Erwartungen jedoch übertreffen konnte. Daneben dürfte die schweizerische Großbank UBS Medienberichten zufolge in Kürze für das abgelaufene Fiskaljahr einen zweistelligen Milliardenverlust ausweisen. Der Start in das neue Geschäftsjahr sei hingegen geglückt. Die Aktie der Commerzbank gewann an der DAX-Spitze 8,5 Prozent. Titel der Deutschen Bank legten 6,2 Prozent und Papiere der Allianz 5,3 Prozent zu. Anteilsscheine der Deutschen Postbank gingen dagegen mit -1,5 Prozent aus dem Handel.
BMW schoben sich um 4,8 Prozent vor. Einem Pressebericht zufolge wollen die Münchner mit günstigen Servicepaketen die Fahrer älterer BMW-Modelle wieder für Reparaturen in die BMW-Vertragswerkstätten locken. Außerdem halte Vertriebschef Ian Robertson in den USA wieder einen Anstieg der 2008 eingebrochenen Absatzzahlen für möglich. Deutlich fester zeigten sich unter anderem auch Linde (+7,2 Prozent), MAN (+4,1 Prozent) und Daimler (+4,6 Prozent).
Dagegen lastete die Aktie des Energieriesen E.ON gestern mit -3,8 Prozent schwer auf dem Gesamtmarkt. Hier stand ein Presseinterview mit Vorstandschef Wulf Bernotat im Blick, demzufolge der Energieversorger im Zuge der allgemeinen Wirtschaftskrise in Kürze ein Sparprogramm ankündigen will. Eine bessere Entwicklung verhinderten auch die beiden Schwergewichte RWE mit -1,7 Prozent und Deutsche Telekom mit -3,3 Prozent. Anteilsscheine der Deutschen Börse fielen um 2 Prozent zurück. Wie zuvor bekannt wurde, musste die Tochter Clearstream im Januar einen deutlichen Rückgang bei der Zahl der durchgeführten Transaktionen vorweisen. Außerdem haben die Ergebnisse des Mitbewerbers NYSE Euronext enttäuscht.
Der Baustoffhersteller HeidelbergCement konnte im vergangenen Jahr trotz der schwierigen konjunkturellen Rahmenbedingungen seine Umsatz- und Ergebnisziele erfüllen. Für das laufende Fiskaljahr äußerte man sich angesichts der derzeitigen globalen Rezession weniger optimistisch und erwartet einen Umsatzrückgang sowie eine Beeinträchtigung beim operativen Ergebnis. Die Aktie verlor gestern leicht.
Der Markt heute:
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Verlusten starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 4.630 Punkten.
Konjunktur- und Wirtschaftstermine:
In Japan steht heute das Verbrauchervertrauen zur Veröffentlichung an. Ferner werden in Großbritannien die Handelsbilanz und in Frankreich sowie Italien die Industrieproduktion bekannt gegeben. Aus den USA werden heute die Großhandelsdaten gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:
Quartalszahlen stehen heute bei Applied Materials Inc., Bob Evans Farms Inc., Centene Corp., Computer Sciences Corp., DIRECTV Group Inc., IntercontinentalExchange Inc., Molson Coors Brewing Co., NVIDIA Corp., Omnicom Group Inc., Pepsi Bottling Group Inc., Qwest Communications International Inc., Unisys Corp., Cable and Wireless plc, Demag Cranes AG, DOUGLAS HOLDING AG, Elan Corporation plc, Marseille-Kliniken AG und UBS AG an.
Die US-Börsen:
Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Montag mit Verlusten. Während der Dow Jones mit 8.270,87 Punkten um 0,12 Prozent abnahm, ging die Nasdaq um 0,01 Prozent auf 1.591,56 Zähler zurück. Die Futures notieren derzeit im Minus. Gegen 08:00 Uhr tendiert der NASDAQ Future bei 1.266 Punkten (-0,7 Prozent) und der S&P Future bei 858 Zählern (-0,8 Prozent).
Devisen, Gold und Rohstoffe:
Rohöl (WTI): 47,00 Dollar; Euro: 1,2880 Dollar; Gold: 895,30 Dollar
Wichtige Meldungen:
Der Shoppingcenter-Investor Deutsche EuroShop AG hat vorläufige Zahlen für das Geschäftsjahr 2008 gemeldet und seine Prognose für 2009 angehoben.
Der Medien- und Entertainment-Konzern Walt Disney Co. (ISIN US2546871060/ WKN 855686) hat eine Vertriebspartnerschaft mit Dreamworks SKG geschlossen.
Robert Lutz, Vize-Chairman des größten US-Automobilkonzerns General Motors Corp. (GM) (ISIN US3704421052/ WKN 850000), wird zum Ende des Jahres von seinem Amt zurücktreten.
Der Reisekonzern Thomas Cook Group plc (ISIN GB00B1VYCH82/ WKN A0MR3W) wird den von der Lufthansa AG (ISN DE0008232125/ WKN 823212) gehaltenen Anteil an der deutschen Fluglinie Condor übernehmen. (10.02.2009/ac/n/m)