Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach einem zaghaften Erholungsversuch am Nachmittag ist der deutsche Aktienmarkt gestern letztendlich kräftig unter die Räder gekommen. Der
Dax brach bis Handelsende um 3,46 Prozent ein und schloss bei 4.505,54 Punkten. Gleichzeitig verlor der
MDAX 3,76 Prozent auf 5.267,76 Zähler. Wie bekannt wurde, haben die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer im Dezember einen deutlichen Rückgang bei der Auftragslage verzeichnet. Laut VDMA schrumpfte der Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahresmonat um real 40 Prozent. An der Wall Street waren zuletzt ebenfalls massive Abschläge auszumachen. So lag der
Dow Jones mit 3,4 Prozent im Minus. Zuvor hat US-Finanzminister Timothy Geithner Details zum Bankenrettungsplan bekannt geben.
Der Energieversorger E.ON muss für 2008 Wertberichtigungen im Gesamtvolumen von rund 3,3 Mrd. Euro vornehmen. Beim Adjusted EBIT erwartet man indes einen Anstieg um 7 bis 8 Prozent. Außerdem bereitet der Konzern die Umsetzung eines umfangreichen Programms zur weiteren Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit vor. Die Anleger reagierten insgesamt eher positiv. Die Aktie hielt sich mit einem Minus von 2,5 Prozent etwas besser als der Gesamtmarkt.
Am Indexende knickten Papiere von Infineon gestern um 7,1 Prozent ein. Kursverluste von jeweils mehr als 6 Prozent fuhren Daimler und die Allianz ein. Bei BASF schlug ein Abschlag von 4,8 Prozent zu Buche. Die Schweizer Spezialchemietochter Ciba hatte im abgelaufenen Fiskaljahr unter der deutlichen Nachfrageschwäche sowie hohen Einmaleffekten in Zusammenhang mit Restrukturierungen zu leiden. Die Aktie der Deutschen Lufthansa, die im Januar aufgrund der Wirtschaftskrise weniger Passagiere befördert hat, fiel um über 4 Prozent zurück.
Nach einem positiven Analystenkommentar zogen Merck um 1,2 Prozent an. Außerdem standen Titel der Deutschen Postbank (+0,2 Prozent) in der Gunst der Anleger. Commerzbank und Deutsche Bank gaben dagegen jeweils mehr als 2 Prozent ab. Die schweizerische Großbank UBS gab am Dienstagmorgen bekannt, dass sie im vierten Quartal einen Reinverlust von rund 8 Mrd. Schweizer Franken erlitten hat.
Die Aktie des Autozulieferers Continental gewann im MDAX über 1 Prozent. Einem Pressebericht zufolge hat ein arabischer Staatsfonds offenbar Interesse an einem Einstieg bei der in Schieflage geratenen Schaeffler-Gruppe und deren Tochtergesellschaft Continental bekundet. Papiere des Kranherstellers Demag Cranes, der im ersten Quartal trotz der allgemein angespannten konjunkturellen Gesamtsituation bei Umsatz und Ergebnis zulegen konnte, schlossen gut behauptet. Dagegen musste Douglas im ersten Quartal einen Ergebnisrückgang ausweisen. Der Wert fiel um über 3 Prozent zurück. Noch härter traf es die Aktie von Bilfinger Berger (-14,5 Prozent). Und das, obwohl der Baukonzern das Geschäftsjahr 2008 mit einer deutlichen Steigerung bei Umsatz und Ergebnis abschließen konnte und im Anschluss eine Dividendenerhöhung angekündigt hat.
Der Markt heute:
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Verlusten starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 4.473 Punkten.
Konjunktur- und Wirtschaftstermine:
In Deutschland stehen heute die Verbraucherpreise und das ifo Wirtschaftsklima zur Veröffentlichung an. Ferner werden in Frankreich die Leistungsbilanz und in England der BoE Inflationsbericht sowie die Arbeitsmarktdaten bekannt gegeben. Aus den USA werden heute die wöchentlichen Hypothekenanträge, die Handelsbilanz, der Ölmarktbericht und der Staatshaushalt gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:
Quartalszahlen stehen heute bei Activision Blizzard Inc., Coca-Cola Enterprises Inc., Dean Foods Co., Genzyme Corp., Ingersoll-Rand Co. Ltd., International Coal Group Inc., Jones Apparel Group Inc., Level 3 Communications Inc., Marsh & McLennan Cos. Inc., Reynolds American Inc., Toll Brothers Inc., ArcelorMittal, Credit Suisse Group, Dassault Systemes S.A., Electricité de France, Groupe Danone S.A., Peugeot S.A., Sanofi-Aventis S.A., Telenor ASA und TeliaSonera AB an.
Die US-Börsen:
Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Dienstag mit Verlusten. Während der Dow Jones mit 7.888,88 Punkten um 4,62 Prozent abnahm, ging die Nasdaq um 4,20 Prozent auf 1.524,73 Zähler zurück. Die Futures notieren derzeit im Plus. Gegen 08:10 Uhr tendiert der NASDAQ Future bei 1.233,75 Punkten (+0,1 Prozent) und der S&P Future bei 828,40 Zählern (+0,2 Prozent).
Devisen, Gold und Rohstoffe:
Rohöl (WTI): 45,00 Dollar; Euro: 1,2924 Dollar; Gold: 912,05 Dollar
Wichtige Meldungen:
Die amerikanische Applied Materials Inc. hat am Dienstag nach US-Börsenschluss die Zahlen für das erste Fiskalquartal 2008/2009 veröffentlicht. Dabei ist das Unternehmen in die Verlustzone gerutscht, konnte die Erwartungen jedoch erfüllen.
Der amerikanische Grafikchip-Hersteller NVIDIA Corp. (ISIN US67066G1040/ WKN 918422) hat am Dienstag nach US-Börsenschluss die Ergebnisse für das vierte Quartal 2008 veröffentlicht. Dabei wies das Unternehmen einen Verlust sowie einen Umsatzeinbruch aus.
Der amerikanische IT-Dienstleister Computer Sciences Corp. (CSC) (ISIN US2053631048/ WKN 855862) meldete am Dienstag nach US-Börsenschluss die Zahlen für das dritte Fiskalquartal 2008/2009. CSC verzeichnete einen Umsatz- und Gewinnrückgang und gab einen vorsichtigen Ausblick. (11.02.2009/ac/n/m)