Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der deutsche Aktienmarkt hat seine Tagestiefststände am gestrigen Nachmittag deutlich hinter sich lassen können. Der
Dax schloss am Ende mit 0,70 Prozent im Plus bei 3.692,03 Punkten (XDAX: 3.653,04 Punkte; -0,96 Prozent). Für den
MDAX ging es indes um 1,13 Prozent nach unten auf 4.163,42 Zähler. Anhaltende Sorgen um die Wirtschaft haben die Wall Street zum Auftakt ins Minus gedrückt. Nach einer kurzen Erholung war zum Xetra-Schluss in New York keine einheitliche Tendenz mehr auszumachen.
Merck und Bayer gingen mit +2,5 bzw. mit +2,2 Prozent aus dem Handel. Beide Werte profitierten von einer Meldung aus den USA. Wie bekannt wurde, schluckt der Pharmakonzern Merck & Co. seinen Konkurrenten Schering-Plough für gut 41 Mrd. Dollar. Die Aktie des Sportartikelherstellers adidas gewann nach einer positiven Analystenstudie 3 Prozent. Auch bei BMW (+1,7 Prozent) waren grüne Vorzeichen auszumachen. Und dass, obwohl der Autohersteller im Februar einen deutlichen Absatzrückgang hinnehmen musste.
METRO zogen daneben um 1,9 Prozent an. Einem Presseartikel zufolge plant der Einzelhandelskonzern in zahlreichen Großmärkten die Einführung von Kurzarbeit. Das Ausmaß der Maßnahme sei aber noch unklar. Laut einem weiteren Bericht hält außerdem der Industriekonzern Siemens eine deutliche Ausweitung der Kurzarbeit für möglich. Der Titel gewann nach anfänglichen Verlusten 1,4 Prozent.
Uneinholbar an der Indexspitze schossen Papiere der Postbank um 10,3 Prozent nach oben. Titel der Deutschen Bank gingen gestern 2,8 Prozent fester aus dem Handel. Hier stand ein Presseinterview mit dem Vorstandsvorsitzenden Josef Ackermann im Mittelpunkt, demzufolge der Finanzkonzern im Februar erneut gut abgeschnitten hat. So hatte man bis Ende Januar 2,8 Mrd. Euro an Erträgen. Der Februar habe diese Entwicklung in der Tendenz bestätigt, so der Manager.
Anteilsscheine der Commerzbank tendierten unverändert. Dabei verläuft die Übernahme der Dresdner Bank einem Pressebericht zufolge alles andere als reibungslos. So habe die Eigenkapitalausstattung des Instituts zum Jahresende unterhalb der gesetzlichen Mindestanforderung gelegen. Der Commerzbank-Vorstand habe beschlossen, das Eigenkapital der Dresdner Bank um 4 Mrd. Euro zu erhöhen. Auch Papiere der Deutschen Börse kamen quasi nicht vom Fleck. Wie der Börsenbetreiber bekannt gab, war die Zahl der abgewickelten Transaktionen bei Clearstream im Februar rückläufig, ebenso das im Kundenauftrag verwahrte Vermögen. Am DAX-Ende bröckelten Titel von Infineon um 4,9 Prozent ab. Dahinter folgten MAN und die Deutsche Lufthansa.
Papiere des im MDAX gelisteten Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS, der das Jahr 2008 einem Pressebericht zufolge mit einem deutlichen Umsatzplus abschließen konnte, legten gestern 0,7 Prozent zu.
Der Markt heute:
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Gewinnen starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 3.693 Punkten.
Konjunktur- und Wirtschaftstermine:
In Deutschland stehen heute die Verbraucherpreise zur Veröffentlichung an. Ferner wird in Frankreich die Handelsbilanz und Industrieproduktion, in Großbritannien die Industrieproduktion sowie in Italien und der EU die Erzeugerpreise bekannt gegeben. Aus den USA werden heute die Lagerbestände und Umsätze im Großhandel gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:
Quartalszahlen stehen heute bei Kroger Co., Stage Stores Inc., Take-Two Interactive Software Inc., AUDI AG, Deutsche Post AG, DIC Asset AG, E.ON AG und MWB Wertpapierhandelsbank AG an.
Die US-Börsen:
Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Montag mit Verlusten. Während der Dow Jones mit 6.547,05 Punkten um 1,21 Prozent abnahm, ging die Nasdaq um 1,95 Prozent auf 1.268,64 Zähler zurück. Die Futures notieren derzeit im Plus. Gegen 08:15 Uhr tendiert der NASDAQ Future bei 1.053 Punkten (+0,6 Prozent) und der S&P Future bei 682 Zählern (+0,9 Prozent).
Devisen, Gold und Rohstoffe:
Rohöl (WTI): 48,00 Dollar; Euro: 1,2706 Dollar; Gold: 915,88 Dollar
Wichtige Meldungen:
Die Texas Instruments Inc. hat am Montag den Ausblick für das erste Quartal 2009 gesenkt
Die E.ON AG (ISIN DE000ENAG999/ WKN ENAG99) gab am Montag bekannt, dass ihr Vorstand nach Erörterung mit dem Aufsichtsrat den Ausblick auf die zukünftige Geschäftsentwicklung angepasst hat.
Der amerikanische Automobilkonzern Ford Motor Co. (ISIN US3453708600/ WKN 502391) hat am Montag mit der Gewerkschaft United Auto Workes UAW eine Einigung bei bestehenden Tarifverträgen von 2007 und Gesundheitsfondszahlungen erzielt.
Der schweizerische Pharmakonzern Roche Holding AG (ISIN CH0012032113/ WKN 851311) steht aktuellen Presseberichten zufolge kurz vor einer Einigung über die Übernahme des US-Biotechnologiekonzerns Genentech Inc. (ISIN US3687104063/ WKN 924632). Dies berichtet das "Wall Street Journal" am Montag in seiner Online-Ausgabe
Die Deutsche Lufthansa AG (ISN DE0008232125/ WKN 823212) steht im Rahmen der Tarifauseinandersetzung mit dem Kabinenpersonal kurz vor einem Streik. (10.03.2009/ac/n/m)