Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der deutsche Aktienmarkt hat gestern in der zweiten Tageshälfte noch einmal richtig aufgedreht. Der
Dax schoss in der Spitze um 3,5 Prozent in die Höhe. Am Ende blieb ein Plus von 1,18 Prozent auf 4.043,46 Punkte (XDAX: 4.030,90 Punkte; -0,59 Prozent). Der
MDAX verlor dagegen 0,06 Prozent auf 4.408,23 Zähler. Zum Auftakt am Nachmittag sah es zunächst so aus, als könne die Wall Street an die starke Vortagesentwicklung anknüpfen. Dann setzten jedoch recht schnell Gewinnmitnahmen ein. Der
Dow Jones lag zum Xetra-Schluss mit knapp 1 Prozent im Minus.
Finanzwerte zählten gestern zu den größten Profiteuren des Fed-Entscheids, über 1 Bio. Dollar in die Märkte zu pumpen. Dabei sollen alleine für den Kauf von Staatsanleihen bis zu 300 Mrd. Dollar eingesetzt werden. Außerdem trat der US-Mischkonzern GE hervor und kündigte an, dass seine Finanztochter GE Capital im ersten Quartal wie auch im Gesamtjahr profitabel arbeiten dürfte. Titel der Deutschen Bank rückten um 7,9 Prozent vor. Daneben gewannen die Allianz 6,3 Prozent, die Münchener Rück 5,6 Prozent, die Commerzbank 4,2 Prozent und die Postbank 1,9 Prozent.
Die Aktie des Halbleiterkonzerns Infineon kennt seit Tagen nur den Weg nach oben. Zum Handelsschluss thronte der Wert dann mit +10,5 Prozent an der DAX-Spitze. Wie das Unternehmen mitteilte, hat man mit der chinesischen Huawei Technologies einen Rahmenvertrag zur Lieferung so genannter "End-to-End" Chip-Lösungen geschlossen. Bei SAP war ein Plus von 2,8 Prozent auszumachen. Der US-Mitbewerber Oracle hat am Vorabend die Zahlen zum dritten Fiskalquartal veröffentlicht. Dabei konnte der Softwarekonzern seinen Umsatz leichte steigern. Die Gewinnerwartungen konnten zudem übertroffen werden. adidas drehten im Verlauf ins Plus und schlossen 2,4 Prozent fester. Dabei hat der amerikanische Konkurrent Nike am Vorabend für das dritte Fiskalquartal eine enttäuschende Umsatz- und Ergebnisentwicklung gemeldet.
ThyssenKrupp brachen am Indexende um 5,4 Prozent ein. Der Konzern reagiert auf die schwache konjunkturelle Gesamtsituation mit einer strategischen Neuordnung. Insgesamt geht ThyssenKrupp derzeit davon aus, das erste Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres nur mit einem leicht positiven operativen Ergebnis - vor Projekt- und Restrukturierungskosten - abzuschließen. Für das zweite Quartal wird ein Verlust erwartet. Zudem sieht sich der Industriekonzern einem Pressebericht zufolge in Zusammenhang mit der internationalen Finanzkrise mit Problemen beim geplanten Verkauf einzelner Tochtergesellschaften konfrontiert. Deutlich schwächer zeigten sich mitunter auch FMC (-3,7 Prozent), die Deutsche Börse (-3,2 Prozent) und Beiersdorf (-3 Prozent).
Im MDAX preschten Anteilsscheine von HeidelbergCement um 6,5 Prozent nach oben. Der Baustoffhersteller konnte Umsatz und operatives Ergebnis im Jahr 2008 trotz globaler Konjunkturschwäche und rückläufiger internationaler Baustoffmärkte deutlich steigern. Für 2009 rechnet der Konzern mit einem Umsatzrückgang und einer Beeinträchtigung des operativen Ergebnisses. Dagegen brachen Krones um 9,5 Prozent ein. Der Weltmarktführer in der Getränkeabfüll- und Verpackungstechnik hat das Geschäftsjahr 2008 eigenen Angaben zufolge sehr gut abgeschlossen. Allerdings könne die Unternehmensleitung ein negatives Konzernergebnis 2009 nicht mehr ausschließen.
DEUTZ schlossen gestern im SDAX 1,5 Prozent fester. Der Motorenhersteller musste im Fiskaljahr 2008 einen Umsatz- und Ergebnisrückgang ausweisen. Für das laufende Fiskaljahr sieht der Konzern keine Verbesserung. Für das Fiskaljahr 2008 will man außerdem auf die Auszahlung einer Dividende verzichten.
Der Markt heute:
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Verlusten starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 4.013 Punkten.
Konjunktur- und Wirtschaftstermine:
In Deutschland stehen heute die Erzeugerpreise und der Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums zur Veröffentlichung an. Ferner werden in Italien die Arbeitslosenzahlen sowie in der EU die Handelsbilanz bekannt gegeben. Aus den USA werden heute keine marktbewegenden Konjunkturdaten gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:
Quartalszahlen stehen heute bei CENTROSOLAR AG, comdirect bank AG, Heineken N.V., Kirkland’s Inc., PULSION Medical Systems AG und SKW Stahl-Metallurgie Holding AG an.
Die US-Börsen:
Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Donnerstag mit Verlusten. Während der Dow Jones mit 7.400,80 Punkten um 1,15 Prozent abnahm, ging die Nasdaq um 0,52 Prozent auf 1.483,48 Zähler zurück. Die Futures notieren derzeit im Minus. Gegen 08:15 Uhr tendiert der NASDAQ Future bei 1.198 Punkten (-0,4 Prozent) und der S&P Future bei 774 Zählern (-0,8 Prozent).
Devisen, Gold und Rohstoffe:
Rohöl (WTI): 51,00 Dollar; Euro: 1,3658 Dollar; Gold: 955,27 Dollar
Wichtige Meldungen:
Die Palm Inc. veröffentlichte am Donnerstag nach US-Börsenschluss die Zahlen für das dritte Fiskalquartal 2008/09. Dabei musste der amerikanische Handheld-Hersteller angesichts eines Umsatzeinbruchs seinen Verlust drastisch ausweiten und verfehlte auch die Erwartungen. Der Konzern arbeitet den Angaben zufolge weiter an der Markteinführung seines neuen Spitzenmodells mit Touchscreen im Jahresverlauf.
Die Lowe?s Cos. Inc. (ISIN US5486611073/ WKN 859545), die zweitgrößte Baumarktkette in den USA, hat am Donnerstag den Ausblick für das erste Fiskalquartal 2009/10 bekräftigt, nachdem die Februar-Umsätze im Rahmen der eigenen Erwartungen ausgefallen sind.
Der führende amerikanische Chip-Hersteller Intel Corp. (ISIN US4581401001/ WKN 855681) gab am Donnerstag Veränderungen in der Unternehmensleitung bekannt.
Das Software-Unternehmen IVU Traffic Technologies AG (ISIN DE0007448508/ WKN 744850) hat am Donnerstag den Jahresabschluss 2008 veröffentlicht. Trotz der Finanz- und Wirtschaftskrise schreibt das Unternehmen zum vierten Mal in Folge schwarze Zahlen. (20.03.2009/ac/n/m)